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Zinn bald Liebling der Anleger?


11.03.2010
Société Générale

Paris (aktiencheck.de AG) - In Zeiten hoher Inflationserwartungen ist es mittlerweile üblich, sein Portfolio durch Diversifikation gegen den drohenden Wertverfall abzusichern, so die Analysten der Société Générale in ihrer aktuellen Ausgabe "Investment & Life Rohstoffe".

Wichtigste Aufgabe der Anleger sei es, eine Anlageklasse zu identifizieren, deren Wertentwicklung eine möglichst geringe Korrelation zum Wertverfall der heimischen Währung aufweise. Meist stünden für viele Anleger die klassischen Edelmetalle Gold und Silber an erster Stelle, wenn es heiße: raus aus dem Inflationsrisiko und rein in den "sicheren Hafen".


Jedoch seien dies nicht die einzigen Rohstoffe, die geeignet sein könnten, um das Portfolio "inflationsdicht" zu machen. Viele Investoren würden auch Industriemetalle als vermeintlichen Garanten für einen stetigen Wertzuwachs entdecken. Die Motivation zu Industriemetallen sei durchaus gut begründet: Die Haupteinflussfaktoren für den Preis dieser Rohstoffe seien fundamentaler Natur und unterlägen hauptsächlich Angebots- und Nachfragemechanismen. Großer Beliebtheit würden sich Kupfer und Nickel erfreuen, die gerade in jüngster Zeit mit stolzen Wertzuwächsen geglänzt hätten.

Zinn habe dagegen lange im Schatten dieser beiden "großen" Industriemetalle gestanden. Bis dato kaum beachtet, hätten Investoren meist eine stiefmütterliche Einstellung zu dem silberweißen Metall. Zu Unrecht - betrachte man die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten und die daraus resultierenden Einflussgrößen, die das Metall zu bieten habe. So finde Zinn eine seiner Hauptanwendungen in einem für unsere moderne Gesellschaft zentralen Bereich. Unersetzlich sei es in Metalllegierungen, die für die Verbindung von elektronischen Bauteilen benötigt würden. Die Rede sei vom ordinären Löten - ein Vorgang, ohne den nicht ein einziges elektronisches Bauteil zum Leben erweckt werden könne. Stolze 50 Prozent der weltweiten Zinnnachfrage würden so auf die Elektroindustrie entfallen. Gute Vorzeichen für das Metall, denn es sei keineswegs davon auszugehen, dass der weltweite Trend hin zu mehr Elektronik im Alltag in Zukunft abreißen werde.

Im Gegenteil! Interessant in diesem Kontext sei vor allem die Nachfrage aus Ländern, in welchen das elektronische "Aufrüsten" der Bevölkerung derzeit Hochkonjunktur habe. Genauer gesagt: China. Dort sei 2009 ein vom Staat gefördertes Programm zur Erneuerung von Haushaltsgeräten für eine 50 prozentige Steigerung der Elektrogeräteproduktion verantwortlich gewesen.

Diese Entwicklung könnte sich im Zinnpreis des vergangenen Jahres reflektiert haben. Habe der Preis für eine Tonne Zinn vor einem Jahr in Regionen um die 10.000 US-Dollar notiert, seien heute Kurse über 17.000 US-Dollar üblich. Dies entspreche einem Wertzuwachs von knapp 60-70 Prozent per anno! Weiteres Potenzial könnte für den Preis durchaus möglich sein, behalte man die Aussage der chinesischen Regierung im Hinterkopf, den eigenen Binnenmarkt weiterhin stärken zu wollen. Auch die Angebotsseite spreche deutlich für den Zinnpreis. Durch einen starken Monsun in Indonesien habe sich die Ausbringungsmenge verringert und auch die gestiegene Fördermenge in China könnte kaum den eigenen Mehrbedarf decken. (Ausgabe 10 vom 10.03.2010) (11.03.2010/ac/a/m)



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