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Endlos Turbo Long 59,495 Open End auf Brent-Öl: Richtungsentscheid nach OPEC-Beschluss - Optionsscheineanalyse


07.12.2017
DZ BANK

Frankfurt (www.optionsscheinecheck.de) - Das DZ BANK-Derivate-Team stellt als Alternative zum Direktinvestment in Brent Crude Oil einen Endlos Turbo Long 59,495 Open End (ISIN DE000DD2XGL3/ WKN DD2XGL) mit dem Basiswert Brent Crude Future Contract vor.

Nach dem mit Spannung erwarteten OPEC-Treffen in der vergangenen Woche stünden die Ölpreisnotierungen nun vor einem bedeutenden Richtungsentscheid. Kurzfristig bleibe die Ausgangssituation nach dem Beschluss einer Verlängerung der Kürzungsmaßnahmen nach Einschätzung der Analysten weiterhin bullisch. Ein mögliches Ausscheren einiger Unterzeichnerstaaten aus dem Abkommen in Verbindung mit der auf Rekordniveau befindlichen US-Ölproduktion mahne allerdings zur Vorsicht. Charttechnisch habe sich die Lage bei Brent nach Einschätzung der Analysten zuletzt weiter aufgehellt, wobei kurzfristig sogar ein Breakout auf ein neues Jahreshoch eine realistische Option bleibe. Angesichts der unübersichtlichen Gemengelage biete es sich an, die Risikotoleranz bei Long-Positionen nach oben anzupassen.

Die Teilnehmerstaaten des mit Spannung erwarteten OPEC-Gipfeltreffens am vergangenen Wochenende hätten sich auf eine Verlängerung der Förderkürzungsmaßnahmen geeinigt. Laut Kommuniqué hätten sich demnach insgesamt 64 OPEC-Mitglieder und einige bedeutende Staaten außerhalb des Kartells wie Russland darauf verständigt, die Stützungsmaßnahmen im bisherigen Umfang bis Ende 2018 fortzusetzen. Die Verlängerung um weitere neun Monate sei im Vorfeld von Analysten und Rohstoffexperten als Minimum für ein befriedigendes Ergebnis des jüngsten OPEC-Gipfels in Wien bezeichnet worden. Dass man sich letztendlich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner habe einigen können, sei an den Märkten dennoch nicht als Enttäuschung gewertet worden. Denn mit Nigeria und Libyen hätten zwei bisher von den Förderkürzungen ausgenommene OPEC-Mitglieder den Förderkürzungen zugestimmt, was im Vorfeld nicht erwartet worden sei.

Der Schulterschluss zwischen Saudi-Arabien und Russland als mächtigste Repräsentanten beider Lager sei letztendlich aus rein pragmatischen Erwägungen zustande gekommen, um die Ölpreise bis auf weiteres oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 60 USD je Barrel zu stabilisieren, so die Einschätzung vieler Marktteilnehmer. Damit sei zumindest bis auf weiteres eine tragfähige Basis gelegt worden, die auch politisch für Saudi-Arabien und Russland große Bedeutung habe. Denn das mächtige Scheichtum befinde sich unter dem neuen starken Mann, Kronprinz Mohammed bin Salman, in einer tiefgreifenden politischen, sozialen und wirtschaftlichen Neuorientierung und benötige daher zumindest in wirtschaftlicher Hinsicht ein stabiles Umfeld. Auch Russland, dessen Wirtschaft stark vom Ölpreis abhängig sei, könne sich einen erneuten scharfen Einbruch der Notierungen kaum leisten und habe daher die Option einer erneuten Verlängerung gewählt.

Die im Schluss-Kommuniqué vermerkte Klausel, wonach man im Juni 2018 zu einer erneuten Sondierung der Lage am Ölmarkt zusammenkommen werde, werde von Analysten dahingehend gewertet, dass man Russland und anderen stark vom Ölpreis abhängigen Staaten eine Hintertür für ein mögliches frühzeitiges Ausscheren aus dem Abkommen offenlassen wolle. Russland als mächtigstes Nicht-OPEC-Mitglied habe sich in den Wochen unmittelbar vor dem jüngsten Treffen mit konkreten Zusagen zurückgehalten. Denn viele der großen heimischen Ölproduzenten wie Rosneft hätten offen gegen eine weitere Verlängerung des Abkommens opponiert.


Auch der russische Wirtschaftsminister Maxim Oreschkin habe mit kritischen Anmerkungen für Verunsicherungen gesorgt und erklärt, das Abkommen schade Russland in wirtschaftlicher Hinsicht und behindere notwendige Investitionen in die Öl-Infrastruktur des Landes. Damit sei zumindest bis auf weiteres eine tragfähige Basis gelegt worden, die auch politisch für Saudi-Arabien und Russland große Bedeutung habe. Dabei würden Anmerkungen russischer Diplomaten und hochrangiger Vertreter der russischen Ölindustrie jedoch den Schluss zulassen, dass man sich im Falle eines starken Preisanstiegs bei Rohöl einen vorzeitigen Ausstieg durchaus vorstellen könne.

Reichlich Konfliktpotenzial berge vor allem die rapide steigende US-Ölproduktion, die in der vergangenen Woche laut Statistik mit 9,682 Millionen Barrel einen neuen Rekordstand markiert habe. Da sich die US-Frackingbranche unerwartet schnell vom Hurrikan-Schock erholt habe, würden Experten von einer Fortsetzung des Trends ausgehen, was bei vielen OPEC-Staaten und auch in Russland auf wenig Gegenliebe stoße. Denn damit würden die US-Ölkonzerne überdurchschnittlich von höheren Ölpreisnotierungen profitieren, zumal man selbst keine Produktionskürzungen zu schultern habe.

Ein nachhaltig negativer Effekt auf den Ölpreis sei laut dem saudi-arabischen Energieminister Khalid Al-Falih jedoch nicht zu erwarten: Demnach dürfte die steigende US-Ölproduktion lediglich einen Bruchteil der steigenden Ölnachfrage abdecken. Die OPEC und andere Staaten würden für das laufende und das kommende Jahr angesichts sinkender Lagerbestände in vielen Industriestaaten jeweils einen Anstieg der weltweiten Ölnachfrage um 1,5 Millionen Barrel pro Tag erwarten.

Trading-Taktik: Brent Crude Oil habe sich nach der OPEC-Entscheidung über eine weitere Verlängerung der Förderkürzungen im oberen Bereich der Trading-Range behaupten können. Damit bleibe die Ausgangssituation bei Brent Crude Oil nach Einschätzung der Analysten weiterhin bullisch. Gleichwohl biete es sich nach Erachten der Analysten an, die Risikotoleranz für bestehende Long-Positionen von 59 auf 60 USD anzuheben. Darüber hinaus könne es aus Sicht der Analysten interessant sein, einem Breakout auf ein neues 52-Wochen-Hoch (Trigger: 64,62 USD) mit enger Risikotoleranz auf der Long-Seite zu folgen.

Mit einem Hebelzertifikat könnten Anleger überproportional an der Kursentwicklung des jeweiligen Basiswertes partizipieren. So vollziehe z.B. der Endlos Turbo Long auf den Brent Crude Future Contract steigende, aber auch fallende Kursnotierungen des Brent Crude Future Contract gehebelt nach. Werde die Knock-out-Schwelle (aktuell 59,49 USD) berührt, verfalle das Zertifikat wertlos. (Ausgabe vom 06.12.2017) (07.12.2017/oc/a/r)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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