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Emerging Markets steht eine Korrektur bevor? 25.02.2010
Royal Bank of Scotland
Edinburgh (aktiencheck.de AG) - Keine Frage, die Emerging Markets boomen, berichten die Analysten der Royal Bank of Scotland in ihrer aktuellen Ausgabe "Märkte & Zertifikate weekly".
Während die westlichen Industriestaaten immer noch mit den Folgen der Immobilien- und Finanzkrise kämpfen würden, die sich zu einer handfesten ökonomischen Krise ausgeweitet hätten, würden Schwellenländer wie China und Indien hohe Zuwachsraten beim Bruttoinlandsprodukt verzeichnen. So hohe, das sich etwa Peking genötigt sehe, den finanziellen Spielraum der Banken einzuschränken. So sei die Mindesteinlage, die die Geschäftsbanken bei der Notenbank halten müssten, um 0,5 Prozentpunkte auf 16,5 Prozent angehoben worden. Dadurch solle dem Markt Geld entzogen werden.
Unterdessen wachse bei Experten die Sorge. Sie würden einen Rückschlag für das globale Wachstum befürchten, falls China noch kräftiger auf die Bremse trete. Doch nicht nur Chinas Notenbank stehe dabei auf der Beobachtungsliste, auch der US-Dollar könnte der Auslöser für Irritationen sein. Dieser werte seit einigen Wochen stärker auf. In der Vergangenheit sei das ein Alarmsignal für die Kapitalmärkte in den Schwellenländern gewesen. Denn ein starker US-Dollar habe negativen Einfluss auf die Boomnationen in Asien und Lateinamerika.
Zum einen signalisiere eine Aufwertung der US-Devise eine Verlagerung von Kapital in die USA. Das gelte heute mehr als je zuvor, da der US-Dollar dank historisch niedriger Zinsen zur neuen Carry-Tade-Währung avanciert sei. Das heiße, es würden Kredite in US-Dollar aufgenommen und in Schwellenländern, die in der Regel höhere Zinsen zahlen würden, angelegt. Das bringe den Greenback unter Druck. Werte dieser nun auf, würden sich viele Carry-Trades nicht mehr lohnen, das Geld werde aus den Emerging Markets abgezogen. Zum anderen verschlechtere sich durch die Aufwertung der US-Devise die Schuldenbilanz vieler Emerging Markets. Ihre Schulden im Westen würden steigen, weil ihre Währungen abwerten würden.
Schwellenländer seien selbständiger. An diesen "Eckpfeilern" habe sich in den letzten Jahrzehnten nicht viel verändert, noch immer bedeute ein starker US-Dollar eine grundsätzliche Belastung für die Emerging Markets. Doch die Welt habe sich weiterentwickelt, die Emerging Markets seien selbstständiger geworden. Viele von ihnen hätten ihren Schuldenstand reduzieren und Devisenreserven anhäufen können. Damit seien sie insgesamt solventer geworden. Und noch etwas habe sich verändert, die USA hätten ihre Stellung als Weltkonjunkturlokomotive eingebüßt. Nun sei China in diese Rolle geschlüpft.
Damit habe auch der US-Dollar an Einfluss verloren. Ohnehin scheine die jüngste Aufwertung des Greenbacks ein spezifisch europäisches Problem zu sein. Die Krise in Griechenland habe bei vielen Amerikanern Zweifel am langfristigen Erfolg des "Einheitsprojekts" aufkommen lassen. Darum seien vor allem die europäischen Währungen gegenüber dem US-Dollar unter Druck geraten, allen voran der Euro. Die Verluste der Emerging-Markets-Währungen würden sich dagegen in Grenzen halten.
Die Royal Bank of Scotland biete u. a. ein Open End-Zertifikat (ISIN NL0000718138/ WKN AA0A62) auf den MSCI Emerging Market Index, ein Open End-Zertifikat (ISIN DE000AA1DEW5/ WKN AA1DEW) auf den China CSI 300 Index Tracker, und einen MINI Long (ISIN NL0009214402/ WKN AA1YJB) sowie einen MINI Short (ISIN NL0009350305/ WKN AA2BLQ) auf den Hang Seng China Enterprise an. (Ausgabe 8) (25.02.2010/zc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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