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Börsen in Europa Schluss: Kursverluste, Lagardère -8 Prozent 11.03.2010
aktiencheck.de
Zürich (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen sind heute mehrheitlich mit moderaten Abschlägen aus dem Handel gegangen. Der Dow Jones EURO STOXX 50 lag mit 0,47 Prozent bei 2.895,74 Punkten im Minus. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verlor 0,41 Prozent auf 2.578,01 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 gab ebenfalls 0,38 Prozent ab auf 687,70 Punkte.
Wie das europäische Statistikamt heute auf Basis vorläufiger Daten mitteilte, hat das Leistungsbilanzdefizit der EU27 im vierten Quartal 2009 abgenommen. So verringerte sich das Defizit auf 27,0 Mrd. Euro, nach Passivsalden von 27,7 Mrd. Euro im dritten Quartal 2009 und 59,4 Mrd. Euro im Vorjahresquartal. Für die Eurozone wurde ein Leistungsbilanzüberschuss in Höhe von 4,8 Mrd. Euro ausgewiesen. Im vorangegangenen Quartal war ein Minus von 2,7 Mrd. Euro und im vierten Quartal 2008 ein Passivsaldo in Höhe von 32,2 Mrd. Euro verbucht worden.
In Großbritannien lagen am Ende Titel von Petrofac mit 3,36 Prozent im Plus und standen damit an der Spitze des FTSE 100. Dahinter folgten Kingfisher, Thomas Cook und Standard Life mit Zugewinnen von 3,23 Prozent, 3,20 Prozent und 3,12 Prozent. Thomas Cook (ISIN GB00B1VYCH82 / WKN A0MR3W) will seine operative Marge in den kommenden drei bis fünf Jahren auf 5,5 bis 6 Prozent erhöhen. Anteilsscheine von BP (ISIN GB0007980591 / WKN 850517) gaben 0,19 Prozent ab. Der britische Ölkonzern gab heute bekannt, dass er dem amerikanischen Öl- und Gasproduzenten Devon Energy (ISIN US25179M1036 / WKN 925345) 7 Mrd. Dollar in bar für die Übernahme von Assets in Brasilien, Aserbaidschan und im Golf von Mexiko zahlen wird. Den Angaben zufolge umfassen diese Assets Beteiligungen an zehn Tiefsee-Explorationsblocks vor der Küste von Brasilien, ein großes Portfolio an Tiefsee-Explorationsflächen im US Golf von Mexiko sowie eine Beteiligung an der von BP betriebenen Azeri-Chirag-Gunashli (ACG)-Entwicklung im Kaspischen Meer (Aserbaidschan). Zudem wird BP an Devon Energy einen 50 Prozent-Anteil an den BP-eigenen Kirby Ölsand-Beteiligungen in Alberta (Kanada) für 500 Mio. Dollar verkaufen. Aktien von Wm Morrison Supermarkets (ISIN GB0006043169 / WKN 880225) verbilligten sich um 2,79 Prozent, obwohl die viertgrößte Supermarktkette in Großbritannien heute meldete, dass sie ihren Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr um 30 Prozent gesteigert hat. Beim Ausblick auf 2010 sieht man jedoch noch Herausforderungen auf sich zukommen. Für das zum 31. Januar 2010 abgelaufene Geschäftsjahr will der Konzern eine Dividende in Höhe von 8,2 Pence pro Aktie ausschütten, was einer Erhöhung um 41 Prozent entspricht. In der Schlussgruppe tendierten Aktien von HSBC (ISIN GB0005405286 / WKN 923893) 1,63 Prozent leichter. Die zur britischen Großbank gehörende Sparte HSBC Private Bank (Suisse) S.A. gab heute bekannt, dass von dem Datendiebstahl 15.000 aktuelle Kunden betroffen sind. Den Angaben zufolge hatte ein IT-Mitarbeiter vor drei Jahren Daten von insgesamt 24.000 Konten der Schweizer Großbank gestohlen. 9.000 Betroffene seien jedoch nicht mehr Kunden des Institus. Der Diebstahl betreffe ausschließlich Schweizer Konten. Top-Verlierer im FTSE 100 waren Papiere von Kazakhmys und Fresnillo, die 3,17 bzw. 2,88 Prozent nachgaben.
In Brüssel verbilligten sich Aktien von Delhaize (ISIN BE0003562700 / WKN 853151) um 0,17 Prozent, womit die morgendlichen Verluste deutlich ausgebaut wurden. Der belgische Einzelhandelskonzern meldete heute, dass sein Gewinn im vierten Quartal um 9,6 Prozent gesunken ist, was u.a. mit einem Preisverfall in den USA zusammenhängt. Der Umsatz nahm dabei um 10,1 Prozent ab. Im Gesamtjahr wurde dagegen ein Gewinnzuwachs verbucht.
In Frankreich brachen Anteilsscheine von Lagardère (ISIN FR0000130213 / WKN 866786) im CAC 40 um mehr als 8 Prozent ein. Der Medienkonzern meldete gestern, dass sein bereinigter Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr um rund 10 Prozent gesunken ist. Damit wurden die Erwartungen der Analysten verfehlt. Zudem wurde ein enttäuschender Ausblick gegeben. EADS (ISIN NL0000235190 / WKN 938914) zeigten sich mit einem Abschlag von 2,78 Prozent. Der Luft- und Raumfahrtkonzern, der gestern einen deutlichen Verlust für das abgelaufene Fiskaljahr präsentiert und sich aus dem Rennen um den milliardenschweren Tankflugzeugauftrag der US-Luftstreitkräfte zurückgezogen hat, bekommt Presseangaben zufolge weitere Probleme mit dem A400M. Demnach ist zwischen Airbus und dem Konsortium zum Bau des A400M-Triebwerks ein gewaltiger Schadenersatzstreit entbrannt. Weitere Verlierer waren Alstom (-2,73 Prozent) sowie Unibail-Rodamco und Societe Generale mit -1,40 Prozent und -1,79 Prozent. Papiere von Sanofi-Aventis (ISIN FR0000120578 / WKN 920657) gaben 0,86 Prozent ab. Der Pharmakonzern teilte heute mit, dass er die vollständige Übernahme der US-amerikanischen Chattem (ISIN US1624561072 / WKN 867415) erfolgreich abgeschlossen hat. Den Angaben zufolge ist Chattem nun eine 100-prozentige Tochter des französischen Konzerns. Durch den Abschluss der Transaktion ist Chattem künftig die "Healthcare-Plattform" für Sanofi-Aventis in den USA, hieß es. Stärkster Wert im französischen Leitindex waren PPR mit einem Plus von 3,49 Prozent, gefolgt von Carrefour, Accor und GDF, wo Aufschläge von 1,47 Prozent, 1,19 Prozent und 0,82 Prozent zu Buche standen.
In der Schweiz zogen Anteilsscheine von Swatch (ISIN CH0012255151 / WKN 865126) an der Spitze des SMI um 0,77 Prozent an. Der Uhrenhersteller strebt nach Einbußen im vergangenen Jahr neue Rekordergebnisse für 2010 an. Ebenfalls gefragt waren Credit Suisse (+0,27 Prozent), während ABB als Top-Verlierer fast 2 Prozent abgeben mussten.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.895,74 (-0,47 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.578,01 (-0,41 Prozent) EURONEXT 100: 687,70 (-0,38 Prozent) FTSE 100 (London): 5.617,26 (-0,41 Prozent) CAC40 (Paris): 3.928,95 (-0,37 Prozent) MIB (Mailand): 22.540,85 (-0,43 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 11.045,40 (-0,68 Prozent) SMI (Zürich): 6.851,73 (-0,32 Prozent) ATX (Wien): 2.518,32 (+0,04 Prozent) (11.03.2010/ac/n/m)
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