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Japans Wirtschaft verbessert


30.09.2005
Hypothekenbank in Essen AG

Japan, das ehemalige Schlusslicht der Weltwirtschaft, ist in den letzten beiden Jahren mit Raten von jeweils 1,4% und 2,6% deutlich stärker gewachsen als die Wirtschaft im Euroraum, so Dirk Chlench, Analyst der Hypothekenbank in Essen AG.

Im ersten Halbjahr 2005 habe die Wirtschaft im Land des Lächelns mit einer auf das Jahr hochgerechneten Wachstumsrate von 3,8% sogar die bislang unangefochtene Wachstumslokomotive Vereinigte Staaten in den Schatten gestellt. Dabei werde das Wachstum in Japan nicht mehr nur von einer Ausweitung des Außenbeitrages, sondern zunehmend auch von der Inlandsnachfrage getragen. Im zweiten Quartal 2005 hätten die Unternehmensinvestitionen und der private Verbrauch den größten Beitrag zum Anstieg des Bruttoinlandproduktes gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr geliefert.

Da die Konjunkturerholung mittlerweile auch den Arbeitsmarkt erreicht habe, seien die Aussichten für einen nachhaltigen Aufschwung der Gesamtwirtschaft ausgesprochen günstig. Es werde wieder (reguläre) Beschäftigung aufgebaut, die Arbeitslosenquote sinke und das Verhältnis von Stellenangeboten zu Bewerbern sei auf den höchsten Stand seit Anfang der neunziger Jahre geklettert. Da in Folge dessen auch die Löhne wieder hätten zulegen können - seit April 2005 sei die Vorjahresveränderungsrate der Monatslöhne je Arbeitnehmer (einschließlich Bonuszahlungen) wieder positiv - und die seit Frühjahr 2003 freundliche Entwicklung am japanischen Aktienmarkt die Konsumfreude ein wenig anrege, sei von einem moderaten Anstieg des privaten Verbrauches auszugehen.

Der Anstieg der privaten Konsumtätigkeit werde wiederum die Absatzerwartungen der Unternehmen beflügeln und somit deren Investitionsplanung positiv beeinflussen. Darüber hinaus werde die nach dem eindrucksvollen Wahlsieg des japanischen Ministerpräsidenten Koizumi bei den Unterhauswahlen wiederhergestellte politische Sicherheit die Investitionsplanung der Unternehmen sicherlich ebenfalls positiv beeinflussen. Abstriche bei der Planung auf Grund mangelnder Finanzierungsmöglichkeiten seien nicht zu erwarten. Die Unternehmen hätten in den zurückliegenden Jahren ihre Bilanzen bereinigt und könnten nun ihre reichlich sprudelnden Gewinne - in den Jahren 2003 und 2004 hätten die Steigerungsraten jeweils 13% und 28% betragen - für die Investitionsfinanzierung verwenden.

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