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Der USA Bären-Thread

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1. Der USA Bären-Thread 313
23164 Postings, 2277 Tage Anti Lemmi. , 20.02.07 18:45
Dies ist ein Thread für mittelfristig orientierte Bären (keine Daytrader), die im Laufe dieses Jahres mit einem stärkeren Rückgang der US-Indizes rechnen - u. a. auf Grund folgender Fundamental-Faktoren:





1.  Zunehmende Probleme im US-Housing-Markt wegen Überkapazitäten, fallender Preise,
    rückläufiger Verkaufszahlen und fauler Hypotheken, vor allem im Subprime-Sektor

2.  Auf Grund dessen mögliche Banken-, Junkbond- und/oder Hedgefonds-Krise
    (HSBC warnte bereits)

3.  Überschuldung der USA im Inland (negative Sparquote, Haushaltsdefizit)
    und im Ausland (Handelsdefizit)

4.  Möglicher weiterer Wertverlust des Dollars zum Euro (zurzeit bereits über 1,30)

5.  Anziehende Inflation wegen Überschuldung und unkontrollierten Geldmengenwachstums

6.  Weitere Zinserhöhungen der Fed zur Inflationsbekämpfung

7.  Rückgang des US-Konsumentenvertrauens und weniger Konsum wegen der
    Liquiditätsrückgänge und drückender Housing-Schulden

8.  Rückabwicklung von Yen-Carry-Trades, weil Japan die Zinsen erhöht
    -> Ende der "globalen Hyperliquidität"

9.  Probleme im Irak, wachsende Kriegsgefahr in Iran/Nahost, Ölpreis-Anstieg

10. Terrorgefahr

11. Überbewertung der US-Aktien (das DOW-JONES KGV für 2006 liegt bei 24,25,
    das des SP-500 bei 19)

12. Aktien-Hausse der letzten vier Jahre verlief ohne nennenswerte Korrekturen
    (untypisch)





Dieser Thread soll meinen inzwischen leider teilweise gelöschten Doomsday-Bären-Thread ersetzen. Außerdem möchte ich in diesem Eingangsposting deutlich machen, dass der Fokus auf USA liegt (der DAX spielt nur am Rande eine Rolle, da die wirtschaftliche Lage hier zu Lande besser ist).

Ich wünsch mir in diesem Thread eine faire, offene und vor allem sachliche Diskussion, möglichst wenig persönliche Querelen, Beleidigungen und sinnlose Hahnenkämpfe. Wer notorisch stört und Unfrieden stiftet oder rassistische Sprüche ablässt, kommt auf die Ignore-Liste (was weitere Postings hier verhindert).
66754. @Palaimon: Ausschüttungen Fehlanzeige 4
1999 Postings, 1467 Tage thostar , 30.07.10 14:25
zuerst müssen die hochverzinsten Kredite der Banken bedient werden.

Ich kenne (fast) niemanden, der mit Schiffsbeteiligungen verdient bzw aktuell eine Ausschüttung erhält.
Ausser Marlboromann, er hatte auch schon mal etwas dazu geschrieben, aber ich fand das Posting nicht mehr.
66755. na klar 4
21478 Postings, 3319 Tage Pichel , 30.07.10 14:39
US-Wirtschaftswachstum für das erste Quartal von +2,7% auf +3,7% revidiert.

.
vor 5 min (14:32 Uhr)

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"Kurzfristig helfen Schulden. Langfristig gehen wir alle tot"
John Maynard Keynes (Brit. Wirtschaftswissenschaftler, 1883-1946)
66756. US-BIP-Wachstum nur noch bei 2,4 % 7
23164 Postings, 2277 Tage Anti Lemmi. , 30.07.10 14:44
July 30, 2010, 8:30 a.m. EDT
GDP slows in second quarter to 2.4% annual rate
By Greg Robb

WASHINGTON (MarketWatch) -- The U.S. economy lost momentum in the second quarter of the year. Real gross domestic product -- the inflation-adjusted, seasonally adjusted value of all goods and services produced in the United States -- rose at a 2.4% annualized rate in the second quarter, well below the average 4.4% increase over the last six months. The rate of expansion in the first quarter was revised up to a 3.7% rise compared with the prior estimate of a 2.7% increase. Much of the deceleration in the first quarter was due to the trade sector. The 2.4% increase in GDP was close to the 2.5% expansion expected by economists surveyed by MarketWatch.
66757. * 6
21478 Postings, 3319 Tage Pichel , 30.07.10 15:50
DJ: *US/Einkaufsmanagerindex Chicago Juli 62,3 (Juni: 59,1)
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

 July 30, 2010 09:45 ET (13:45 GMT)
Dow Jones & Company, Inc.2010


aber 5 Minuten vorher ging der Markt schon hoch!!!

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"Kurzfristig helfen Schulden. Langfristig gehen wir alle tot"
John Maynard Keynes (Brit. Wirtschaftswissenschaftler, 1883-1946)
66758. Das Bürsch'chen ist einfach clever... 4
1397 Postings, 538 Tage fkuebler , 30.07.10 16:00

... das muss man wohl neidvoll anerkennen.

Aber wenigstens ist diese Interpretation bärisch ;-)

66759. Palaimon 5
1337 Postings, 1174 Tage Ischariot MD , 30.07.10 16:09
" ... von der Treuhand, die schlechte Nachricht im ersten und die gute im letzten Absatz zu platzieren ..."
>>> paßt ins Schema F:

Liebe Anlegerinnen und Anleger,
Absatz 1: Leider können wir die zugesagte Auszahlung nicht leisten,
Absatz 2: aber haben Sie Geduld, alles wird besser, und irgendwann werden wir Ihnen
               Ihr Geld auch ganz bestimmt zurückzahlen, samt Zins und Bonus,
Absatz 3 (vor Drucklegung gestrichen):
               denn wir brauchen noch etwas Zeit, um uns abzusetzen und alle Spuren zu
               verwischen.

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Die Würde des Steuerzahlers ist unantastbar
66760. zu Dagong: Kreditrating USA (# 749)
530 Postings, 800 Tage Keno77 , 30.07.10 16:39
Da mag schon was dran sein, an der fehlenden Objektivität amerikanischer Rating – Agenturen wie S&P oder Moody, wenn es um die zu vergebenden Rating - Note für die USA geht.

Ob, da nun Dagong unbedingt mehr an Objektivität rein bringt, mag jedoch fraglich sein. An Objektivität kann es auch mangeln, wenn man als bislang kleine und unbekannte Rating – Agentur werbewirksam in der Welt – Öffentlichkeit auf sich aufmerksam machen will.

Dagong hat die USA nur noch mit AA bewertet.

Ein AAA hat Dagong beispielsweise dem Stadtstaat Singapur gegeben. Unter den etablierten Volkswirtschaften hat Singapur (nach Japan) aber mit über 100% die zweithöchste Staatsverschuldung in der Welt. Die USA liegen bei 83%.

Evtl. macht hier das Wirtschaftswachstum den Unterschied. Für 2010 werden in Singapur ca. 9% erwartet.

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Es ist die Aufgabe des Marktes, so viele Marktteilnehmer wie möglich in die Irre zu führen.
66761. Micron 5
23164 Postings, 2277 Tage Anti Lemmi. , 30.07.10 17:02
... zählt zu den größten US-Chipherstellern.

Bestätigt meine gestrigen Vermutungen in:
http://www.ariva.de/...A_Baeren_Thread_t283343?page=2668#jumppos66719

Weiterhin erkennt man einen typischen Fall, in dem die "Wawidu'sche 3-Stufen-Rakete" wegen zunehmender Reibungsverluste auf Parabel-Sturzbahn einschwenkt - was mMn dem gesamten Nasdaq-Index bevorstehen könnte.

Angehängte Grafik: micron.png

66762. #66752 Palaimon 6
21478 Postings, 3319 Tage Pichel , 30.07.10 17:28
hört sich genauso an wie Flugzeugfonds an, den ich mal aus steuerlichen gründen vor 15 jahren gekauft hatte und da auch den Rest nicht mehr rausgekriegt habe....

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"Kurzfristig helfen Schulden. Langfristig gehen wir alle tot"
John Maynard Keynes (Brit. Wirtschaftswissenschaftler, 1883-1946)
66763. Bullards (Fed) Bullshit zu QE 4
23164 Postings, 2277 Tage Anti Lemmi. , 30.07.10 17:35
Robert Marcin, street.com
Bullard's BS For QE
7/30/2010 10:56 AM EDT

So James Bullard sees a Japan style risk to the US economy. Ha. It's about freakin time. Welcome to the club. Here's a post from the summer of 2008, pre Lehman.

Robert Marcin Japan in the 1990's 7/15/2008 2:25 PM EDT As I watch the Feds begin the backstops, bailouts, and rule changes, it reminds me of Japan in the 1990's. I expect we have a similar period ahead with the Great Unwind. Throw out the playbook of the past 30 years, it is no longer relevant. Position: none

We face not the risk of a Japanese outcome, the reality is that we are experiencing exactly that. The debate should be not will we have problems, but how to deal with the fundamental imbalances that cause our economic malaise.

Bullard's contention that Fed language is exacerbating economic sluggishness is simple foolishness. If it were so, just remove the language.

Bullard's "paper" is simply a lame excuse to prepare the markets for QE2 as the Fed pursues the wrong policies to deal with a deleveragig cycle.

The Fed/pols simply refuse to acknowledge that the solution is less debt, lower asset prices, and better industrial/economic policy. Not more debasement of the currency, free money, and artificially supported real estate and financial asset prices. We don't need trillions more funny money. We need proper tax/economic policy to create jobs making stuff the world wants to buy. We need to restructure trillions in debt, not prop them up with QE.

The Fed hasn't gotten it for at least a decade. They still don't get it. Bullard's paper demonstrates that. Unfortunately, when the Fed doesn't get it, the population must take it.



Hier ein Artikel zu den Details von Bullards Thesen:
http://www.businessinsider.com/...to-start-talking-about-qe-20-2010-7
66764. US-GDP von Denninger zerpflückt
5659 Postings, 1101 Tage wawidu , 30.07.10 17:38
66765. AL # 66761
5659 Postings, 1101 Tage wawidu , 30.07.10 18:14
Weil´s so schön ist, hier ein längerfristiger Wochenchart von Micron:

Angehängte Grafik: mu12jw.png

66766. Klar AL, Bullard schiesst am Ziel vorbei 7
5869 Postings, 1380 Tage Stöffen , 30.07.10 19:03
weil er schlichtweg die Ursachen nicht erfasst.

Daher eine kurze Anmerkung von mir:

Faber schreibt aktuell:

"The Fed doesn't pay any attention to asset bubbles when they grow. That's their official policy. But they flood the system with cash when bubbles burst. They only care about bubbles when they crash. It's a very asymmetric response and it has many unintended consequences."

Nun gut, aber hier mal kurz beleuchtet, worin könnte die Asymetrie in der Reaktion denn bestehen?

"Cheap credit also made the financial industry a much larger part of the economy than ever; today, agriculture and forestry are about 1 percent of the economy, mining another 1 percent, while financial services make up 20 percent." (Nate Hagens)

Mmmh, unter diesem Gesichtspunkt wird schon recht klar, welchen Buddies und warum die Fed bzw. Zentralbanken hier "dankenswerterweise" mal wieder wie so oft auch in der Vergangenheit mit jeder Menge von billigem, frisch produziertem Geld ausgeholfen haben, da braucht man sich nur die ganzen Bail-Out-Aktionen der Fed anschauen, und logischerweise wird dieses billige Geld, das hier für die verzockten „Rotten Assets“ eingetauscht worden ist, ja auch ganz sicherlich spekulativ genutzt.

Von daher benennt Nassim Taleb in dem BusinessWeek-Interview das Problem ja auch recht eindeutig, denn es ist der Grip der Finanzindustrie auf die Gesamtwirtschaft bzw. Gesellschaft. In den letzten 20 Jahren wurde immer mehr Kapital aus der Realwirtschaft zum Horten in die Finanzwirtschaft transferiert, vielfach investieren auch die Unternehmen immer weniger in ihr operatives Geschäft, sondern tätigen mehr spekulative Finanzgeschäfte. Und die oben benannte Größenordnung der Finanzindustrie an der Gesamtwirtschaft hat schon was. Hier ist ein überbordender Moloch enstanden, den es schlicht und ergreifend gilt, zurückzudrängen.

"I don't like complicated regulation. I think we should not need financial reform. What we need is definancialization. What we need to do is break the financial community's grip on society", so Taleb.

Richtig, wir brauchen keine überdimensionalen Zockerbanken, welche auch zukünftig stets nach Steuergeldern kreischen werden, wenn irgendwelche synthetischen Finanzprodukte mal wieder nicht funktioniert haben und die Karre erneut gegen die Wand kracht. Die Finanzindustrie hat sich von der Realwirtschaft meilenweit gelöst und es gilt, den Primat der Realwirtschaft gegenüber der Finanzwirtschaft wieder herzustellen. Die vielen Steuerprivilegien für die Finanzwirtschaft und den dort getätigten Glücksspielen müssen konsequent abgebaut werden.

Sicherlich keine einfache Aufgabe, aber denkt mal drüber nach!

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Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
66767. zu 731 7
4109 Postings, 2069 Tage pfeifenlümm. , 30.07.10 19:48
Anti, ich habe keineswegs  eine Vervielfachung der Aktienindizes prognostiziert, lediglich davon gesprochen, dass ein Absturz der Kurse wegen der recht unterschiedlichen KGV´s überhaupt nicht sicher ist.
In Japan waren damals die Kurse weit überzogen, habe zu der Zeit auch schon mitgezockt. Fundamental damals total verrückt, aber Bullenreiten macht auch Spaß. Nur mal ein kleiner Hinweis, dass Börsenkurse sich nicht fundamental begründen lassen. Andere Beispiele sind die Internet- und Solarblase.

Bin noch short zu Deiner Beruhigung, aber eben auf der Hut!

Meine Einstellung zur Börse habe ich schon öfters genannt. Lege mich im Voraus nie fest, ob ich mit einem Bärin oder Kampfkuh tanzen will. Lasse mich einfach auffordern.
66768. Eine differenzierte Betrachtung scheint in US 10
11911 Postings, 2442 Tage permanent , 30.07.10 20:00
Massenmedien nicht mehr moeglich zu sein. In der heutigen Ausgabe des WSJ werden die deutschen Arbeitsmarktdaten durchleutet. Die Feststellung, dem deutschen Arbeitsmarkt geht es schlechter als dem US Markt da die Flexiblitaet fehlt, demnach kann der Aufschwung nicht nachhaltig sein. Der US Markt schafft es Arbeitskraefte von schrumpfenden Sektoren in wachsende Sektoren zu bewegen.

Der US Arbeitsmarkt liegt schlichtweg am Boden. Die Beschaeftigungsrate von Schuelern und Studenten liegt in diesem Sommer auf einem ATL bezogen auf die Bevoelkerung.

Morgen ist mein letzter Tag in San Diego, werde noch kurz nach Frisco fahren um einige Leute zu besuchen.

Ich wuensche ein schoenes WE.

Permanent
66769. permanent, Hire and Fire
4109 Postings, 2069 Tage pfeifenlümm. , 30.07.10 20:09

bedeutet Flexibilität:

 

 Reichtum verpflichtet: Der wachsende Wohlstand der Wenigen verpflichtet die wachsende Masse der Armen noch zu stärkeren Einschränkungen.  ( von Pfeifenlümmel )

66770. Alles im Griff?
5869 Postings, 1380 Tage Stöffen , 30.07.10 20:11
Klaus Singer - Stress-Tests - alles in Butter oder alles Käse?

Vor einer Woche wurde das Ergebnis des Stress-Tests europäischer Banken veröffentlicht. Nur 7 von 91 Banken bestanden ihn nicht. Das hört sich gut an. Allerdings war der Test so konstruiert, dass das Ergebnis so ausfallen musste. Als echter Härtetest konnte und kann er nicht gelten.

Zunächst ist da die Auswahl der dem Test unterzogenen Banken. Wie W. Münchau in der FT schreibt, fehlt bei den getesteten Instituten z.B. die KfW. Sie ist zwar rechtlich keine Bank, aber sie ist die Aufbewahrungsstelle für jede Menge Finanzmüll. Käme sie in Schieflage, würde das direkt auf die Bonität ihres Eigners, des deutschen Staates, durchschlagen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist: Zwar wurde als für die Bankbilanzen belastender Umstand auch ein gewisser Wertverlust von Staatsanleihen unterstellt, jedoch kein Totalausfall. Und der simulierte Wertverlust wurde auch nur auf die Staats-Bonds angewandt, die transitorisch in den Handels-Büchern der Banken stehen. Die Staatsanleihen, die bis zur Fälligkeit gehalten werden und damit als Anlage bilanziert sind, waren nicht Gegenstand des Stress-Tests. In diesem Zusammenhang macht es hellhörig, dass sechs von 14 dem Stress-Test unterzogene deutsche Banken erst gar keine detaillierte Angaben zu den von ihnen gehaltenen Staatsanleihen gemacht haben.

Der wichtigste Schwachpunkt dieses Stress-Tests ist jedoch das Kapitalkriterium. Eine Bank gilt demnach als krisenfest gegen einen exogenen Schock, wenn ihr "Tier-1"-Kapital mehr als 6 % der gesamten Vermögensgegenstände beträgt. "Tier-1" umfasst u.a. Stammkapital, Kapitalrücklagen, einbehaltene Gewinne, sowie eigene Aktien im Bestand. Die Summe hieraus wird zu den risikotragenden Aktiva ins Verhältnis gesetzt und ergibt die Kernkapitalquote. "Tier-1" enthält in nicht unerheblichem Umfang hybride Kapital-Bestandteile. Ob diese eigenkapitalähnlichen Bilanzwerte (etwa garantierte Zahlungsströme) im Krisenfall werthaltig sind, wurde nicht untersucht.

Letztlich ist aber nur eine gute Ausstattung mit Eigenkapital, generell mit Mitteln, die dem Unternehmen dauerhaft zur Verfügung stehen, Garant dafür, dass eine Bank bedeutende Risiken abfedern kann. Wie groß die Unterschiede sind, zeigt sich z.B. bei der Deutschen Bank: Die Tier-1-Ratio beträgt 11,2 %, das reine Eigenkapital-Verhältnis kommt auf 1,3 %.

Natürlich geht es nicht darum, mit dem Stress-Test zu prüfen, welche Bank auch das schlechtest denkbare Szenario übersteht. Aber sowohl einzelne Kriterien, wie auch insgesamt der Ausschluss der Möglichkeit von zumindest teilweisen Ausfällen von Staatsanleihen lassen Zweifel aufkommen, ob der Stress-Test den Namen verdient. Bei der Veröffentlichung der Ergebnisse erläuterten Offizielle des Committee of European Banking Supervisors (CEBS), dass die Wahrscheinlichkeit für ein Eintreffen des dem Stress-Test zugrunde gelegten Szenarios bei 5 % liegt. Wohl jeder dürfte aber angesichts des Spreads z.B. der Rendite griechischer zu deutschen Bonds zu dem Schluss kommen, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit dafür, dass z.B. griechische Anleihen nicht vollständig bedient werden, größer ist als 5 %.

So bleibt der Eindruck, der Stress-Test hat den hauptsächlichen Zweck, zu zeigen, die EU-Kommission tue etwas und habe alles im Griff. In Wirklichkeit aber bleibt alles beim alten.

Morgan Stanley hat übrigens ausgerechnet, dass bei einer Anforderung eines Tier-1-Ratios von 7 % 24 Banken (oder 26,4 statt 7,7 %) durch den Test gefallen wären. Schon bei einer geforderten Kernkapitalquote von über 6,3 % hätte sich die Zahl der durchfallenen Banken um mindestens 10 erhöht. Gut hingedengelt...

Aus den gesetzlichen Bestimmungen lässt sich in Deutschland eine Mindestkernkapitalquote von 4 % ableiten. Schon eine Kernkapitalquote von unter 5 % ruft in der Regel die BaFin auf den Plan, während eine Quote von über 7 % als Indikator für eine gesunde Bankbilanz gilt. Die Schwelle des Tests ist also mit 6-% ziemlich tief gelegt.

Die durchgefallenen Banken haben einen Rekapitalisierungs-Bedarf von 3,5 Mrd. Euro. Was die spanischen Banken angeht, so waren vor dem Test schon 14,4 Mrd. Euro an Staatshilfen zugesagt, ohne die der Test noch weit schlechter ausgefallen wäre. Insgesamt beruht der Test darauf, dass die während der Krise gegebenen Staatshilfen den Banken dauerhaft zur Verfügung stehen. Ursprünglich waren die Staatshilfen aber als Liquiditätshilfen gedacht, nicht als Rekapitalisierung. Diese summieren sich in Europa auf 200 Mrd. Euro und machen insgesamt 1,2 % des Tier-1-Ratios aus. Anders herum: Ohne diese Beiträge wären selbst bei der niedrig gelegten Schwelle von 6 % Kernkapitalquote vermutlich mindestens ein Drittel der europäischen Banken durchgefallen, darunter die maroden deutschen Landesbanken.

Das Basel-III-Komitee schwenkte nach Veröffentlichung der Ergebnisse des Stress-Tests in das Fahrwasser "alles wird gut" ein und wird zahlreiche (sinnvolle) Vorschläge hinsichtlich Aufstockung von Eigenkapital und Liquiditätsanforderungen bei Banken verwässern oder deren Inkraftsetzen verzögern. Auch die Bedeutung von Tier-1-Kapital wollte Basel-III eigentlich deutlich einschränken. Damit fruchten offenbar die Proteste von Banken und nationalen Aufsehern gegen die beabsichtigten, verschärften Regeln für die Branche.

Für mich ergibt sich: Die meisten europäischen Banken sind keineswegs stabil aufgestellt. Das gilt insbesondere in einem Umfeld, wo die Rückkehr zu einem Wirtschaftswachstum früherer Jahre weniger wahrscheinlich ist als "japanische Verhältnisse wie in den 1990er Jahren. Das europäische Finanzsystem hängt weiter am staatlichen Tropf und schon kleinere exogene Schocks dürften weitere Gelder vom Steuerzahler erfordern.

www.timepatternanalysis

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Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
66771. Keno77 #760: Völlig d'accord, ... 8
1397 Postings, 538 Tage fkuebler , 30.07.10 20:18

"Da mag schon was dran sein, an der fehlenden Objektivität amerikanischer Rating – Agenturen wie S&P oder Moody, wenn es um die zu vergebenden Rating - Note für die USA geht.
Ob, da nun Dagong unbedingt mehr an Objektivität rein bringt, mag jedoch fraglich sein. An Objektivität kann es auch mangeln, wenn man als bislang kleine und unbekannte Rating – Agentur werbewirksam in der Welt – Öffentlichkeit auf sich aufmerksam machen will."

... die Dagongs sind selbst auch dem Denken ihres Kultur- und Zivilisationskreises nahe, und insofern subjektiv. Vielleicht auch nennenswert opportunistisch (zumindest ein bisschen opportunistisch muss jeder sein, der von anderen Leuten einigermassen freiwillig Kohle haben will :-)

Die USA mit AA zu bewerten finde ich zumindest bedenkenswert. China mit AAA zu bewerten halte ich wiederum für Quatsch. Es handelt sich einfach um asymmetrische Risiken: China kann ethnisch auseinanderfliegen, während das bei den USA in relevanten Zeiträumen wohl ausgeschlossen werden kann. Dafür kann die USA halt finanziell auseinanderfliegen, was bei China zwar nicht ausgeschlossen werden kann, aber vielleicht weniger wahrscheinlich ist. Wenn mich jemand nach meiner unmassgeblichen Meinung fragen würde, dann würde ich sagen: USA AA, Deutschland/Schweiz AA+, China AA-. AAA würde ich derzeit niemandem geben. Vielleicht Norwegen...

Was ich auf jeden Fall gut finde, ist dass in die Sache jetzt eine gewisse Pluralität reinkommt, und dadurch die complacent'e Arroganz des imperial/mafiösen US-Finanzsystems angekratzt wird. Pluralität - das wissen wir aus den zweifellos im Vergleich zur restlichen Welt immer noch höherentwickelten westlichen Gesellschaften - bildet immer eine Art Rückenwind für Objektivität. 

66772. Relationen 7
5869 Postings, 1380 Tage Stöffen , 30.07.10 20:33
;-))

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Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!

Angehängte Grafik: gdp_nominal_imf_2008_millions_of_usd.jpg

66773. Bankhaus Rott: 5
451 Postings, 1373 Tage fischerei , 30.07.10 20:40

Weniger ist mehr

Nun sieh’ sich einer das an, die Verkäufe langlebiger Wirtschaftsgüter gehen zurück, welch Wunder. Während das überraschende an dieser Meldung eigentlich nur die Überraschung einiger Betrachter ist, schießt die Analyseabteilung einer bekannten teilverstaatlichten Bank mit ihren Kommentaren zum wiederholten Male den Vogel ab.  

Die Aufträge für langlebige Güter enttäuschten im Juni. Sie schrumpften um 1,0% und damit den zweiten Monat in Folge. Der Anstieg in der Kernkategorie zeigt aber, dass der Aufwärtstrend intakt ist.  

Aha, der Rückgang ist also eigentlich ein Anstieg, klarer Fall von verwechselten Vorzeichen. Der Schlagobers auf der Veröffentlichung war dann aber das Fazit:  

Die Unternehmen erhöhen ihre Investitionen, was für eine steigende Beschäftigung spricht.  

Sicher haben wir diesbezüglich die eine oder andere Informationen zwischen den Zeilen des komplett in Auflösung begriffenen US Arbeitsmarktes überlesen. Zur besseren Orientierung daher noch einmal ein Blick auf die Lage bei den langlebigen Wirtschaftsgütern und auf dem Arbeitsmarkt. Gerade letzteren wollen wir heute auch einmal unter dem Blickwinkel der abnehmenden Erwerbsbevölkerung betrachten. Wer keine Stelle hat und aus dieser Menge herausfällt gilt ja bekanntermaßen nicht als arbeitslos.  

Kurz zu den langlebigen Wirtschaftsgütern. Hier hat sich die Entwicklung, die sich seit dem Beginn der übergeordneten und anhaltenden Krise aus dem Jahr 2000 entfaltet, nicht geändert. Strukturell findet im privaten Bereich eine Entwicklung statt, die man höflich mit dem Etikett Konsolidierung versehen könnte. Die einzigen Wachstumsimpulse kommen seither aus dem militärischen Bereich, ein Sektor, in dem die USA und einige andere ja seither auch den Verbrauch massiv angekurbelt haben. Ein Zyniker könnte anmerken, dass die Bezeichnung langlebig in diesem Sektor wohl ein wenig...weiterlesen

66774. This is it
5869 Postings, 1380 Tage Stöffen , 30.07.10 21:03
LOL.

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Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!

Angehängte Grafik: dilbert_strip.gif

66775. stöffen # 66753
5659 Postings, 1101 Tage wawidu , 30.07.10 21:09
Könntest du mir dazu bitte mal die Quelle angeben? THX!
66776. Denninger zum US-GDP (2)
5659 Postings, 1101 Tage wawidu , 30.07.10 22:22
66778. "double dip" auch in Deutschland?
530 Postings, 800 Tage Keno77 , 30.07.10 23:16
Es ist noch keine 10 Tage her, da strotzte die Wirtschaft in Deutschland noch vor Kraft. Man hatte den Eindruck hier in Deutschland auf einer Insel zu leben, die fernab aller weltwirtschaftlicher Strömungen liegt.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet jedoch mittlerweile auch mit einer deutlichen Konjunkturabkühlung in Deutschland ab diesem Herbst. In Q3 soll das Wirtschaftswachstum nur noch + 0,5% betragen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,708856,00.html

Die Unternehmen haben vorsorgegemäß schon auf die vorsichtige Seite gewechselt:  jedes 3. Stellenangebot richtet sich mittlerweile nur noch an Zeitarbeiter.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,708808,00.html

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Es ist die Aufgabe des Marktes, so viele Marktteilnehmer wie möglich in die Irre zu führen.

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