Dies ist ein Thread für mittelfristig orientierte Anleger mit antizyklischem Ansatz. Ziel soll es sein, möglichst optimale Ein- und Ausstiege für mittelfristige Trends (ca. 1-3 Monate) zu diskutieren. Eine Präferenz für long oder short soll es dabei ausdrücklich nicht geben.
Der Antizykliker versucht, einen Trend frühzeitig zu identifizieren und diesen sehr lange zu reiten. Diese Strategie ist nicht jedermanns Sache, denn sie erfordert Geduld, Disziplin und eine gesunde Mischung aus Skepsis, Distanz und Mitläufertum. Kann kein Trendwechsel identifiziert werden – etwa in Seitwärtsphasen des Marktes oder wenn ein Einstieg verpasst wurde - kann es gar zu monatelangem, nervenzehrendem Warten auf eine geeignete Chance kommen. Wie bei jeder anderen Investmentstrategie passieren zwangsläufig Fehler, von denen wir hier im Thread hoffentlich gemeinsam lernen können.
Meine persönliche Spezialität ist es, Trendwechsel mit Hilfe des Marktsentiments zu erkennen. Andere Möglichkeiten, wie Charttechnik oder Fundamentalanalyse, sind aber auch denkbar und im Thread hochwillkommen.
Strategisch sehe ich den Haupttrend zu Zeit abwärts und empfehle daher, den USA Bärenthread parallel zu lesen. In meinem Thread sollen aber eben gerade nicht dieser Haupttrend, sondern die jeweiligen Untertrends nach unten und oben besprochen werden. Wer also gerade strategisch bullish ist darf und soll hier mitreden.
Der Focus des Threads soll auf den wichtigsten deutschen und amerikanischen Indizes sowie Rohstoffen und Währungen liegen, kurz gesagt alles, was in der ARIVA-Leiste oben steht. Ansonsten würde der Thread zu sehr zerfasern.
Absolute No-Gos sind:
- Daytrading-Postings (Das Posten von Trades im Sinne des Threads ist aber ausdrücklich erwünscht!)
- Die Diskussion von Einzelaktien, insbesondere Turnaround-Spekulationen
- Permabullen und -bärengeschwafel
- Respektloser Umgang miteinander
Wer sich nicht an diese Regeln oder das Threadthema hält wird von mir per BM verwarnt und/oder auf Ignore gesetzt.
Ansonsten freue ich mich auf eine hoffentlich angeregte und lehrreiche Diskussion mit euch!
Hübsches steigendes Dreieck im Mdax, Dax ist ja ähnlich. Dabei war ich im Gegensatz zu Metro gar nicht beim Segeln, sondern 3 Tage Radfahren in de Maountains. Sicherheit oder Unsicherheit --- dafür gibt es den VIX-Angstindikator. Zeigt sehr schön, ebenfalls am Ende eines Dreiecks, diese Pattsituation, Auflösung nach unten wäre normal, wenn da nicht auch die 200er liegen würde (man hat das Ölleck noch nicht vergessen...? )
Ansonsten habe ich selten so viele Autos neuester Bauart in so kurzer Zeit gesehen wie die vergangenen 3 Tage. Viel Stau, sehr viel. Noch dazu viele sehr ungeduldige Fahrer unterwegs, viele Unfälle.. es war ja auch noch Vollmond. Es geht aufwärts in D., doch ich frage mich, ob die Menschen noch in der Lage sind, dies zur Steigerung der Lebensqualität zu nutzen ... nein, ich glaube eigenltich nicht.
Dies ist auch meine Beobachtung. Man beachte dafür mal folgendes:
- Rekord bei Flugzeugbestellungen, dh Luftfahrtunternehmen weltweit rechnen mit steigendem Verkehrsaufkommen. - Werbeeinnahmen im Internet und Fernsehen steigen wieder. - Kfz-Verkäufe steigen wieder. - Logistiker mit guten Ausblicken
Dies alles sind Frühindikatoren und sie alle zeigen nach oben. Zudem ist die technische Lage des Marktes recht konstruktiv.
Ich bin folglich äußerst bullish, so bullish wie seit 4 Jahren nicht mehr...
----------- „Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist.“ - Theodor Heuss
Zur Stunde fehlen noch 30 Punkte, um das Aprilhoch zu überbieten. Der Mdax ist etwas überkauft, insofern muss heute nachmittag entsprechende Rückendeckung aus US kommen, sonst dauert der Breakout noch etwas.
Der Mdax profitiert überproportional von der guten (Sentiment-)technischen Lage der Börsen zur Zeit sowie von einem guten IFO und gutem Konsumklima.
----------- „Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist.“ - Theodor Heuss
Der Blick auf den Chart aber offenbart: Das Verbrauchervertrauen enthält keinerlei Aussage, die nicht schon im Dow vorhanden wäre.
Grund ist natürlich eine Wechselwirkung zwischen individuellen Depotstand und Verbrauchervertrauen: Geht es einem gut/schlecht, dann kauft/verkauft man Aktien. Umgekehrt geht es einem beim Blick ins Depot gleich viel besser/schlechter.
Fazit: Vergesst das Verbrauchervertrauen als Indikator. Und vergesst diejenigen Hobbyanalysten, die mit diesem "Indikator" hausieren gehen. Sie haben es mangels sonstiger Erfolge offensichtlich nötig....
----------- „Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist.“ - Theodor Heuss
Das ist hier die Frage. Noch eine Anmerkung zum Verbrauchervertrauen, das ja in der Tat langfristig besorgniserregend scheint und sogar die Interpretation zulässt, dass die USA in Bälde von Anarchie heimgesucht werden ;-)
Der Mdax ist wirklich ein extrem ehrlicher Kerl; sogar gestern hielt er sich bereits zurück, während der Dax-Index noch wahllos hochgekauft wurde (dann werden die konservativen Werte zu Highflyern). Mdax ist in einem -fast- mustergültigen steigenden Dreieck oder einer Wedge gefangen. Es fehlt von der Zählung her noch ein Peak nach unten und dann wieder rauf. Allerdings bezweifle ich mittlerweile angesichts er allgemeinen Euphorie einen nachhaltigen Ausbruch. Der extreme Anstieg der Indizes und vor allem Rohstoffe in 2007 war zB der global-ökonomischen Erwartung einer Korrektur geschuldet, die dann sehr bald anhand der Frühindikation ad acta gelegt werden musste. Im Gegenteil erwartet man nun einen rasanten Anstieg; es ist in den Medien auch viel von der angeblichen Umverteilung von Anleihen in Aktien die Rede. Auch diese öffentlichen Ansagen sollten einen antizyklisch agierenden Trader sehr stutzig machen.
Wo siehst du die? Das AAII-Sentiment ist schon seit Mai sehr bearisch, im Moment beträgt es 30:45 Bullen:Bären. In Deutschland ist der Wert bullischer, aber noch lange nicht extrem.
"Der extreme Anstieg der Indizes und vor allem Rohstoffe in 2007 war zB der global-ökonomischen Erwartung einer Korrektur geschuldet, die dann sehr bald anhand der Frühindikation ad acta gelegt werden musste."
Das ist richtig. Nur befanden wir uns damals an einem anderen Punkt im Konjunkturzyklus, nämlich am Ende und nicht wie jetzt am Anfang. In der jetzigen Lage wäre Euphorie berechtigt, weil noch viel Luft nach oben vorhanden ist. Nach 4 Jahren Hausse müsste man antizyklisch skeptisch werden.
"Noch eine Anmerkung zum Verbrauchervertrauen, das ja in der Tat langfristig besorgniserregend scheint und sogar die Interpretation zulässt, dass die USA in Bälde von Anarchie heimgesucht werden ;-)"
Besorgniserregend würde ich nicht sagen. Eher stabil auf niedrigem Niveau. Man sollte das nicht überinterpretieren, immhin stabilisieren sich die Hauspreise. Zudem wird das verbrauchervertrauen in den Schwellenländern auch immer wichtiger und da liegen zur Zeit keine Messungen vor. China soll aber angeblich boomen.
Zudem sind die Investititionsquoten zur Zeit moderat bis "zu gering" gemessen am Zyklus, siehe Graphik. Die Anleger warten offensichtlich auf einen Preisimpuls.
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Steigt man in die Details der Umfrage ein, so ist die Verschlechterung im Juli vor allen Dingen in den jüngeren Altersgruppen, bei den Geringverdienern und im mittleren Westen (große Städte: Chicago, Detroit) erkennbar. Der Bundesstaat Illinois (Hauptstadt Chicago) gilt neben Kalifornien als der US-Staat mit den größten Finanz- und Bonitätsproblemen. Im Januar und im April zeigte der Hochpunkt im ABC-Verbrauchervertrauen jeweils mit etwa zwei bis drei Wochen Vorlauf ein Aktienmarkthoch an (siehe Pfeile obiger Chart). Sollte sich diese Regel fortsetzen, so würde dieser Chart einen „Dreher“ der Aktienmärkte nach Süden unterstützen.
----------- Sie können den Computer jetzt ausschalten.
Was seitens der Bären derzeit total unterschätzt wird ist das sehr niedrige Zinsniveau und das damit sehr günstige KGV der Aktien und das damit einhergehende enorme Kurspotenzial von Aktien.
Aktien sind damit 4x günstiger als Anleihen, oder umgekehrt ausgedrückt: Die Unternehmensgewinne können gegenüber den Schätzungen um 75% sinken und Aktien sind trotzdem immernoch billiger als Anleihen. Aktien haben demnach einen Risiko-Abschlag gegenüber sicheren Anlagen mit dem Faktor 4.
Dieser Effekt - den jeder, der zur Zeit Kapital anlegen will und sich zwischen Aktien und Anleihen entscheiden muss, berücksichtigt - sorgt für Liquidität im Aktienmarkt und eine Absicherung nach unten, selbst wenn die Wirtschaft eine Konsolidierung hinlegen würde.
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bevor wir nach oben gehen. Warten wir mal morgen die Bank Santander ab.
Bis jetzt läuft die Wirtschaft gut. Nur über die Banken gibt es mehr Meinungsberichte als Fakten die einen bewegen. Typisch für Kurse nach Unten treiben und am Ende will es Keiner gewesen sein, wenn die Kurse steigen.
dass wir nochmal Luft holen. Der Seitwärtsmarkt geht also evtl. in die nächste Runde, was mE aber kein Problem sein sollte. Historisch gesehen ist der Juli halt noch zu früh für eine Entscheidung.
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124 11900 Der Antizykliker-Thread (20%) metropolis 04.10.08 11:46
Pichel-Harakiri (20%) metropolis 12.06.10 12:03 Und schon wieder hat sich ein treuer BTler in die ewigen Jagdgründe verabschiedet: http://www.ariva.de/forum/Ich-bin-weg-397561?pnr=8171581#jump8171581 Zuletzt coverte er den Baltic-Dry, den er wohl ... @permanent (13%) metropolis 12.06.10 13:18 Wo siehst du Schadenfreude in meinem Pichel-Posting??? Der Kerl tut mir vielmehr Leid. Er hätte eben mehr hier mitlesen sollen als dort... Also, lieber permanent, weniger Vorteile gegenüber dem AZ und ... Dreiklang (10%) metropolis 12.06.10 14:50 Wir wissen nicht wirklich, was Pichels Fehler war. Tatsache ist, dass dieser Markt seit Wochen Trader "tötet". Der Grund liegt ME entweder in einer zu deteministischen ("Wenn HS-Signal X, dann wird Markt ...
Grund war, wie ich im letzten Posting schrieb, dass mir der Markt auf den Sack ging und ich deswegen eine Auszeit nahm. 3 Wochen Urlaub, privater Umzug und seit 1. Juli konzentrieren auf eigene Ansichten zum Markt und nicht so viel lesen. Seitdem läufts wieder! Wer mich kennt weiß, das ich privat gar nix spekuliere, sondern das beruflich mache und somit gar nicht kaputt gehen kann.....
----------- "Kurzfristig helfen Schulden. Langfristig gehen wir alle tot" John Maynard Keynes (Brit. Wirtschaftswissenschaftler, 1883-1946)
11903. Da ich Dich Privat kenne kann ich den letzten
Freut mich, dass du ohne finanzielle Fehler (auch im Sinne deiner Kunden) den Seitwärtsmarkt "überlebt" hast und trotz massiver beruflicher Einspannung noch die Zeit hattest, hier im Amateur- und Witzforum Ariva täglich über den Baltic-Dry zu posten.
Insofern: Daumen hoch, Pichel! Und: Dein vermeintlcher "Tod" tat mir wirklich Leid, wie du meiner nachträglichen Freude über deine Wiederauferstehung entnehmen kannst.
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11905. Divergenz Leitindizes zu Nebenwerten wächst
Dieser Trend fällt mir in den vergangenen Tagen auf. Dies war in der Topphase 2007 ebenfalls extrem auffällig, Dax gegü Mdax, besser noch Sdax. (Hier zB der ndx-dow http://profichart.boerse-go.de/chart/755089 )
Ebenfalls auffällig war Ende 2007 die relative Stärke des Dax Wallstreet gegü, die sich nun bereits über Wochen hinzieht und die ebenfalls auf eine Topbildung hindeutet.
Luft holen und ein neues JH im Dax - mag sein, aber werft dann bitte auch einen Blick auf die Nebenwerte: Sollten diese kein neues JH schaffen, rate ich zum antizyklischen Short.
Eine Prognosekraft der Nebenwerte habe ich mal weiter oben untersucht, aber nicht feststellen können. Lediglich eine geringere Volatilität (weswegen mein HS den Mdax und nicht den Dax tradet). Performance und Zeitpunkte der Tops/Lows stimmen (fast) überein.
Daraus folgt, dass, sollten die Nebenwerte temporär schlechter performen, dies KEINEN antizyklischen Short bei den Hauptwerten rechtfertigt. Ich kann nur davor warnen, zur Zeit gegen den Trend mit Shorts zu experimentieren. Im BT gehen sie im Moment auch reihenweise damit baden... (AL: TWM-Short, kübel: Dax- und Ölshort)
Aber jeder ist seines (Un)glückes Schmied, thostar, insofern: Tue dir keinen Zwang an. Aber behaupte hinterher nicht, du wurdest nicht gewarnt. Wer unbedingt shorten will kann das mit engem SL am Apriltop machen oder prozyklisch nach Durchbruch der Mai-Lows.
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Der Uptrend ist seit Anfang Juli klar intakt, erkennbar am MACD, der sogar über die Nulllinie gestiegen ist.
Die Ellipse ist übrigens mein Target, das ich mal Mitte Juni gepostet hatte. Schaun mer mal, ob's klappt. 10% im August sollten (noch) zu schaffen sein.
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Angehängte Grafik: chart.png
11909. Qualität der Rally bei derartiger Dollarschwäche
Wenn ich mir die US-Indizes ansehe, wird mir Angst und Bange. Der Anstieg seit Anfang Juli läuft parallel zu einer analogen Entwertung des Dollar gegü dem Euro. Man hätte genauso Dollar in Euro tauschen können mit derselben Performance. Für einen Europäer haben sich deshalb seine US-Aktien, die er am vermeintlichen Tiefpunkt gekauft hat, überhaupt nicht bewegt. Wenn die Dollar-Entwertung so weitergeht, ist ja national gesehen alles prima für die Wallstreet-Bullen, aber die Indizes liefern im internationalen, währungsbereinigten Vergleich eine Nullnummer ab. Was bleibt, sind die mickrigen Dividenden. Der Rest bleibt Augenwischerei.
Wenn es so weitergeht mit der Dollarentwertung, wenn nicht .... d.h. wenn sie Pech haben, steigt der Dollar plötzlich unmotiviert und dann?
Unter Stärke der weltweiten Leitbörse stelle ich mir etwas ganz anderes vor: Dollar steigt + Börsen steigen. Aber was sehen wir stattdessen: Inflationäres FED-gesponsertes Gedaddel, und das bei 20% Arbeitslosen. Ein Land im Niedergang.
Zweck America einen Vorteil beim Export nach Lateinamerika zu verschaffen bzw. auch anderen Ländern.
Zur Erinnerung, bei einem Dollar Kurs von 1,30 Dollar für einen Euro verdienen die deutschen Exporteure nichts, wenn sie in den Dollarraum liefern. Wessen Währung liegt noch sehr dicht gekoppelt an den Dollar, wenn sie auch nicht mehr gekoppelt sein soll? Der Yuan!
In China profitieren nur die deutschen Firmen die in China prodzieren bzw. auch nur weil dort die Löhne steigen.
Die Amis geben den schwarzen Peter schön an Europa und die Europäer denken auch noch das es schön sein einen starken Euro zu haben, denn da freuen sich ja die EU-Ausländer so richtig in Europa Urlaub zu machen, geschweige denn die in Euro verschuldeten Kreditnehmer aus den Euroaspiranten wenn sie mehr für ihre Kredite zahlen müssen.
Fazit: Der steigende Euro wird immer mehr zum Klotz am Bein der die EURO-Fashisten in den Brunen zieht, langsam aber sicher bis zur nächsten Katastrophe in der Eurozone.
Die Amerikaner werden so viel leichter ihre Schulden abzahlen können. Der Export der USA wächst und wächst. Bei uns in Deutschland gewinnen nur die Weltmeister in ihren Sparten dazu, die anderen jedoch nicht. Gut das wir so viele Outperformer haben, aber die alleine werden die EU nicht retten können.
Gestern abend wurde mir ja seitens AL vorgeworfen, ich würde in #99 behaupten, "Aktien seinen um den Faktor 4 unterbewertet". Das ist natürlich wieder eine typische AL-Unterstellung: Eine dreiste Lüge, verpackt mit einem Fünkchen Wahrheit. In Posting #99 schrieb ich nämlich lediglich, "Aktien seien um den Faktor 4 billiger als Renten".
Der konkrete Hintergund ist meine Überlegung, wie ich zur Zeit eine gewisse Summe X anlege, die mir durch einen Zufall überraschend zur Verfügung steht. Infrage kommen aus persönlichen Gründen nur Aktien oder Anleihen. Zeithorizont sind 5-10 Jahre.
Anleihen rentieren um die 1% p.a. mit einem KGV von rund 40, dh ich muss 40 Jahre warten, um mein Geld incl. Zinsen zu verdoppeln. Gründe für diese fast unverschämte Bewertung sind natürlich die Flucht in (vermeintliche) Sicherheit und die Erwartung einer Deflation.
Aktien besitzen ein KGV von rund 10, dh ich muss 10 Jahre warten, um mein Geld incl. Dividenden zu verdoppeln. Historisch sieht man ein KGV von 15 als angemessen an, Aktien sind daher um ca. 50% unterbewertet, unterstellt man einen normalen Konjunkturzyklus. Hintergrund für diese günstige Bewertung ist die Angst, die Gewinnschätzungen können deutlich zu hoch sein.
Wo soll ich also anlegen?
Antwort: Anleihen sind selbst unter der Annahme eines Deflationsszenarions schon sehr teuer. Kommt Inflation, sind sie gar sehr deutlich überbewertet und können sich im Kurs stark nachgeben (Dh. der Zinssatz steigt auf 3-4%, wie stark der Kursabschlag sein wird hängt von der Restlaufzeit ab).
Aktien dagegen würden aufgrund des Risikopuffers nur in einem Double-Dip deutlich verlieren, auf Sicht von 5 Jahren aber sicher nicht, zumindest ist das noch nie passiert. Selbst in einer Deflation können Unternehmen Gewinne machen; in einer Inflation sowieso. Eine Hyperinflation können die Notenbanken aufgrund des niedrigen Zinsniveaus verhindern, sofern sie nicht das Geld selbst drucken.
(Im Westen gibt es allerdings noch keine Erfahrung mit Deflation. Japan zählt nicht, weil damals zur Beginn der Deflation das Aktien-KGV bei 60 lag, insofern braucht man keine Angst vor ähnlichen Kursentwicklungen zu haben)
Fazit: Das CRV spricht klar für Aktien, sofern man zwischzeitliche Dips aussitzen kann und will. Da diese Überlegungen nicht nur ich anstelle sondern sehr viele Leute tagtäglich rund um den Globus wird sie die Aktienmärkte von unten her stützen.
----------- „Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist.“ - Theodor Heuss
kann man am besten sehen am SPX-ETF in Euro, hier ishares. Demnach ist es nicht ganz so schlimm seit Juli wie von mir befürchtet; vor allem sieht man sehr gut, dass die eingentliche Hausse in US-Werten für einen Europäer von November bis Mai gelaufen ist. http://www.extra-funds.de/tools/...0002643889&ID=137&month=12
Die Angst geht um vor einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums in den USA. Das bedeutet, dass die FED die Zinszügel noch einige Zeit nicht anziehen wird, wahrscheinlich länger als notwendig. Da sich sowohl Asien als auch Europa und insbesondere Deutschland konjunkturtechnisch in einer komfortableren Lage als die USA befinden bedeutet das für uns nichts anderes als BOOM, angefeuert durch weiterhin billiges Geld - kein Ende absehbar.
Die Folge wird natürlich Inflation sein, was nochmal meine Aussage #911 bezüglich des CRVs von Aktien unterstützt.
----------- „Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist.“ - Theodor Heuss