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Stirbt der Euro in Italien?

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1. Stirbt der Euro in Italien? 16
74741 Postings, 6667 Tage Anti Lemmin. , 27.09.13 10:05
Berlusconi-Anhänger drohen, die Regierungs-Koalition zu verlassen. Dann würden in Italien Neuwahlen fällig. Die Ratingagentur S&P hat bereits gewarnt, dass sie Italiens Rating in dem Fall "um mindestens eine Stufe" senken würde, sofern "Italien keine institutionelle und regierungstechnische Effizienz" zeigen würde (Quelle: Mish, siehe unten).

Aktuell steht das Italiens Rating zwei Stufen über Ramsch/Junk. Bei einem Downgrade um zwei Stufen (und mehr) würde das Rating Italiens somit auf Ramsch-Status (= BB+ oder tiefer) sinken.

Folge: Viele "institutionelle Halter" in Deutschland (Versicherungen, Pensionsfonds usw.) müssten dann aus rechtlichen Gründen ihre Italo-Staatsanleihen zwangsverkaufen. Die Renditen gingen durch die Decke.

Aber das macht ja alles nichts, weil Draghobert Druck bereits die Bazooka (= Geldkanone) vorwärmt.

Höchstwahrscheinlich zieht Draghi mit Berlusconi am gleichen Strang. Berlusconi erzeugt das "Theater", dass die Ratingagentur S&P dann (nach Rücksprache mit Goldman) zur Abstufung NUTZT (ein zwingender Grund für eine Abstufung ist ein Regierungsrücktritt mMn nicht!).

Draghi erhält so einen willkommenen Vorwand für Massenaufkäufe Italienischer Staatsanleihen. Leider aber ist Italien "too big to fail". Dieser "Umstand" erzwingt dann durch die Hintertür die Einführung der Schuldenvergemeinschaftung, auf die Goldman und Soros bereits mit Milliardensummen spekulieren.

Folge 2: Soros Puts auf den Bund-Future bescheren ihm einen Milliardensegen, ebenso seine Calls auf PIIGS-Schulden. Soros-Mitstreiter Joschka Fischer kauft sich von den Brosamen in Berlin eine noch größere Villa, in der er dann vor Stolz und wegen 190 kg Körpergewicht platzt.

Und während Draghi fachmännisch die Bazooka bedient ("alter Goldman-Haudegen"), hängt Mutti Merkel christlich ergeben an seinem Hals und flötet dem deutschen Wahlvolk mit Unschuldsblick: "Stirbt der Euro, dann stirbt auch Europa."

Man wundert sich, warum Europa vor der Einführung des Euro überhaupt jahrhundertelang "funktionieren" konnte.

------------------------

Italy on Verge of Downgrade to Junk; Silvio Berlusconi"s Supporters Threaten Mass Resignation from Parliament

Silvio Berlusconi supporters threatened to resign form Italy's parliament en masse today, even though a week ago Berlusconi himself said he would not end the coalition.  To someone in the US,  such a ploy makes little sense,  because as soon as you resign, you lose your vote.

[Mish verkennt, dass es Im theatralischen Italien nicht so sehr darauf ankommt, dass Handlungen Sinn machen. Wichtiger ist, dass sie hinreichend Aufsehen erregen - u. a. bei der EZB...;-)  A.L.]

Parliamentary rules described below suggest there may be some merit in the idea, but I still think a coalition collapse by ordinary means (withdrawing support) is more likely. Regardless, one way or another, the threat of a coalition collapse is back in the picture.

In response to the threat of a government collapse Standard & Poor"s warned of a further downgrade "by one notch or more" if Italy could not demonstrate "institutional and governance effectiveness". Italian sovereign debt is just two notches above junk.

http://globaleconomicanalysis.blogspot.com/#Syfs8WxtRKMXKiSb.99

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FAZIT:

Europas Wohl und Wehe hängt an den Launen Berlusconis (und damit an der Mafia).

Die Draghi-Connection hat ihr Ziel erreicht.

Den Goldman-Bock zum Gärtner zu machen (ich hatte bereit bei seiner Ernennung im USA Bärenthread gewarnt) war ein nicht minder schwerer Fehler als die Griechen in den Euro aufzunehmen.

IMAGINÄRES Spiegel-Titelbild dazu (Veränderungen: © A.L.)

Original-Titelbild: http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/files/2011/06/Titelbild.jpeg
 

Angehängte Grafik: titelbild2.jpg

Wertpapier: Euro-Bund Future

115. Lega: "Italien soll begraben werden"
74741 Postings, 6667 Tage Anti Lemmin. , 11.06.22 17:41
(A.L.: Klar dass den EU-Problemstaaten die EZB-Zinserhöhungen nicht gefallen...)

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/...heid-stimmung-18096368.html

...Die zur Regierungskoalition gehörende rechtspopulistische Partei Lega unter Führung des ehemaligen Innenministers Matteo Salvini hat für Montag eine Dringlichkeitssitzung einberufen. „Ein Angriff auf Italien hat begonnen“, klagte Salvini. Die EZB-Beschlüsse zielten darauf ab, „Italien zu begraben“.

Die Zentralbank hatte am Donnerstag Zinserhöhungen sowie das Auslaufen der Anleihekäufe angekündigt, von denen Italien besonders profitiert hat. Jetzt sei es notwendig, so Salvini, „sofort zu reagieren, um die Arbeitsplätze und die Ersparnisse der Italiener zu verteidigen“. Es gäbe „jemanden, der will, dass es Italien schlechter geht als Griechenland. Wir werden uns mit allen Mitteln dagegen wehren“, kündigte er an....  

Wertpapier: Euro-Bund Future

116. Euro-Untergang rückt in Sichtweite
74741 Postings, 6667 Tage Anti Lemmin. , 12.06.22 11:46

www.br.de/nachrichten/wirtschaft/...nhebungen-geplant,T8GbgOK

Unruhe an den Märkten für Staatsanleihen – Italien zahlt kräftig drauf
"Die Händler flüchteten bereits aus italienischen Staatsanleihen, was für die Regierung in Rom zu hohen Zinsaufschlägen bei der Finanzierung ihrer Schulden führen kann. Der Kursunterschied zwischen Bundesanleihen und italienischen Staatsanleihen betrug zwischenzeitlich schon mehr als zwei Prozent. Das erinnert an die Euro-Schuldenkrise. Doch nach den Beschlüssen von Amsterdam wird es vorerst keine Stützungskäufe der EZB mehr geben für Euro-Staatsanleihen. Und die jetzt steigenden Zinsen tun ein Übriges, um einigen Euroländern die Staatsfinanzierung zu erschweren. An den Märkten ist schon wieder von "Fragmentation" die Rede. Gemeint ist die Spekulation darauf, dass der Euroraum große Zinsunterschiede in einzelnen Mitgliedsländern nicht aushält und daran im schlimmsten Fall auseinanderbricht.

A.L.: Das ist das drohende Ende des Euro und aller deutscher Sparguthaben in Euro. Ich hatte diese Entwicklung bereits 1998 vorausgeahnt. Damals machte Kohl den Euro schmackhaft mit der "Begründung", Mallorca-Touristen würden dann keine Peseten mehr tauschen müssen.

Und jetzt, 25 Jahre später, drohen sich die Lebensersparnisse in Luft aufzulösen, wie 1923.

 

Angehängte Grafik: 2022-06-12_11__38_tradingview_chart_widget.jpg

Wertpapier: Euro-Bund Future

117. Todesstoß für den Euro: EU-Aufnahme der Ukraine
74741 Postings, 6667 Tage Anti Lemmin. , 12.06.22 12:50

(Kommentar von mir unten)

www.spiegel.de/ausland/...f73ff0b-cf44-4ea8-adfa-6566a9e4e08f

3.17 Uhr: Der Partei- und Fraktionschef der europäischen Christdemokraten, Manfred Weber (CSU), hat die Mitgliedstaaten aufgefordert, den EU-Beitritt der Ukraine rasch auf den Weg zu bringen. »Es braucht eine Botschaft ohne Hintertüren, dass die Ukraine EU-Beitrittskandidat wird«, sagte Weber den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben).

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A.L. Die zerstörte Ukraine (bzw. das, was davon für den Westen übrig bleibt) ist ein finanzielles Subventions-Fass ohne Boden. Hinzu kommt, dass sich wegen der hochkorrupten Strukturen nur wieder die Oligarchen die Taschen vollstopfen werden.

Die EU-Abzock-Mentalität ist in der Ukraine nachweislich (SZ-Artikel,  bereits mehrfach im "Ökonomenthread" verlinkt) noch wesentlich stärker ausgeprägt als in Griechenland. Die "Griechenrettung" aus 2010 ff. dürfte sich im Vergleich zur Ukrainerettung (auf EU-Kosten) nachträglich als Sonntagsspaziergang erweisen.

Hinzu kommt, dass der Euro ohnehin schon wegen der hochschießenden Italien-Spreads wackelt. Mit einer bloßen verbalen Luftnummer (Draghis: "koste es, was es wolle") dürfte Lagarde das sinkende Dickschiff nicht über Wasser halten können.

Entweder stellt Lagarde die QE-Quersubventionierungs-Käufe in der Südperipherie ein (dann gehen die PIIGS pleite), oder sie leitet durch ausbleibende Leitzinserhöhung die Hyperinflationierung des Euro ein. Eine Wahl zwischen Teufel und Beelzebub.

Es gibt im Prinzip nur noch den Joker "Eurobonds", der als perfekter Blender zur Bewältigung der Eurokrise 2.0 herhalten könnten. Draghi hat ja bereits entsprechende Forderungen gestellt. Das Problem ist nur: Welchen Wert sollen Eurobonds eigentlich haben, wenn Brüssel kaum Steuereinnahmen hat, aus denen eine Rückzahlung erfolgen könnte. Bislang zahlen die EU-Staaten nur Mitgliedsbeiträge, die in Deutschland teils niedriger ausfielen als die Aufwendungen für Entwicklungshilfe. Und mit bloßen Garantien der Mitgliedsstaaten lassen sich die potenziellen Käufer von Eurobonds vermutlich auch nicht (mehr) blenden. Diese Staaten haben bereits jetzt im Schnitt rund 100 % Staatsschuldenquote.

Politisch im Hauruck-Verfahren die Finanzhoheit nach Brüssel zu verlegen hat ziemlich genau Null Chancen auf Durchsetzung.

Die Väter des Euro sind eine Fälle aus Hybris, Gier, Macht- und Größenwahn getappt. Nun, 25 Jahre später, rächt sich das.

 

Wertpapier: Euro-Bund Future

118. Geht QE auch bei/nach Leitzinserhöhung?
74741 Postings, 6667 Tage Anti Lemmin. , 12.06.22 12:52

Nein. Denn QE ist ein geldpolitische Werkzeug, das als Notnagel erst dann eingesetzt wird, wenn die Leitzinsen bereits bei Null sind.

Vor Beginn der überfälligen Leitzinserhöhungen in der Eurozone müsste Lagarde daher die QE-Käufe einstellen, was ja auch bereits "angedacht" ist.

Die (Pseudo-)Begründung für QE lautete: "Deflation". QE sollte dazu dienen, dass - nachdem die Leitzinsen bereits bei Null waren - auch am langen Ende der Zinskurve die (Staats-)Anleihenrenditen runtergehen. Und dies sollte angeblich dazu dienen, um Unternehmen günstigere Kredite bereitzustellen, damit diese wieder "mehr investieren". Das ist allerdings eine Schnapsidee (bzw. Pseudo-Begründung): Der japanische Makroökonom Richard Koo schrieb, dass Firmen in einer Deflation eher selber Kredite abbauen. Wozu sollten sie auch (auf Kredit) neue Fabriken aufstellen, wenn der Absatz deflationsbedingt ohnehin stockt?

Tatsache bleibt, dass QE in der Eurozone von Anfang an fast ausschließlich der Konkursverschleppung in den Staaten der Südperipherie diente.

Jetzt, bei sich andeutender Hyperinflation in der Eurozone, ist das Argument "Deflationsbekämpfung" ohnehin hinfällig. Währungshüter, die ihren Namen verdienen, erhöhen in solcher Gemengelage drastisch die Leitzinsen. So wie Fed-Chef Paul Volcker in USA, der 1980 die Leitzinsen auf fast 20 % erhöht hatte.

Würde Lagarde die Leitzinsen erhöhen und gleichzeitig QE fortsetzen, entstünde ein bilderbuchmäßige invertierte Zinskurve, die von einer kommenden schweren Rezession kündet. Schon als Signal wäre das fatal.

 

Wertpapier: Euro-Bund Future

119. Die Italiener werden den Euro ohne QE
5209 Postings, 1095 Tage KK2019 , 13.06.22 07:46
nicht überleben. Das geht ruckzuck. Siehe 2019: unter deutlich besseren Voraussetzungen ist da bereits ohne QE Chaos ausgebrochen. Jetzt kein QE und Zinserhöhungen? Hahaha

Der Euro hat so viele Sollbruchstellen, die Wichtigen sitzen in Frankfurt, Berlin, Brüssel: Inkometente Politbüro-Mitglieder  

Wertpapier: Euro-Bund Future

120. Italo-Bonds fallen - EZB hält Notsitzung ab
74741 Postings, 6667 Tage Anti Lemmin. , 15.06.22 09:14
https://www.marketwatch.com/story/...on-market-conditions-11655276116

deepl

...die Europäische Zentralbank kündigte an, eine Dringlichkeitssitzung abzuhalten, um "die aktuellen Marktbedingungen zu diskutieren".

Diese Ad-hoc-Sitzung des EZB-Rats findet am selben Tag statt, an dem die US-Notenbank ihre geldpolitische Entscheidung bekannt geben wird, wobei viele mit einer Zinserhöhung um 75 Basispunkte rechnen.

Es wird erwartet, dass die steigenden Kreditkosten in Europa im Mittelpunkt der Diskussionen der EZB stehen werden, insbesondere seit die Zentralbank auf ihrer jüngsten Sitzung im Juni angekündigt hat, dass ihr Leitzins im Juli um 25 Basispunkte und im September möglicherweise um 50 Basispunkte steigen wird.

Die Rendite der 10-jährigen italienischen Staatsanleihe TMBMKIT-10Y, 3,882 %, sank am Mittwoch um 26 Basispunkte auf 3,908 %, doch steht dem ein Anstieg von 1,195 % zu Beginn des Jahres gegenüber. Die Rendite der 10-jährigen deutschen Bundesanleihe TMBMKDE-10Y, 1,724%, sank um 1 Basispunkt auf 1,74%, nachdem sie zu Jahresbeginn noch bei -0,05% gelegen hatte.

Der Euro EURUSD, 0,55% stieg um 0,6% auf $ 1,0479, doch die Einheitswährung hat im bisherigen Jahresverlauf 2,3% verloren.  

Wertpapier: Euro-Bund Future

121. Wie man Italien "helfen" will
3799 Postings, 2126 Tage Katzenpirat , 15.06.22 20:41
Neue Notfallmaßnahmen der Euro-Banker: Um den Zinsanstieg bei italienischen Bonds zu bremsen, will die EZB Geld aus dem Pandemie-Notprogramm PEPP "flexibel" einsetzen. Ziel ist, hoch verschuldete Länder aus Südeuropa zu stützen. Beobachter sind skeptisch, ob das reicht.
 

Wertpapier: Euro-Bund Future

122. Wahrheit und Dichtung zur Eurokrise 2.0
74741 Postings, 6667 Tage Anti Lemmin. , 15.06.22 21:00

Zunächst die Dichtung:

www.welt.de/wirtschaft/article239383645/...hr-der-Retter.html

Ein neues Anti-Krisen-Instrument soll dieser Verteuerung entgegenwirken, die aus Sicht der EZB den gemeinsamen Finanzmarkt zu sprengen droht. „Die Pandemie hat dauerhafte Schwachstellen in der Wirtschaft des Euro-Währungsgebiets hinterlassen“, erklärte die Notenbank am Mittwoch in einer Stellungnahme. Das führe dazu, dass die Übertragung (Transmission) der Geldpolitik auf die einzelnen Länder nicht mehr reibungslos funktioniere.

-------------

A.L.: Die Pandemie hat alle G7-Länder gleichermaßen betroffen. Die Eurozone (Gemeinschaftswährung ohne gemeinsame Wirtschaftsregierung) ist jedoch eine Schönwetter-Konstruktion, die bei Krisen überproportional anfällig ist. Grund ist, dass die Leitzinsen der EZB immer nur einen Kompromiss darstellen können: Für die produktiveren Nordländer sind sie eher zu niedrig, für die Südländer eher zu hoch. Da die Südländer in Brüssel die Mehrheit bilden, wurden Null- bzw. Negativzinsen jedoch der für alle geltende faule Kompromiss (und zwar schon LANGE vor Covid). Italien kann trotzdem nicht mehr die Lire abwerten, um seine mittelständig-rückständige Klein-Klein-Wirtschaft international konkurrenzfähig zu halten. Irgendwann nach 20 Jahren ist das Maß dann einfach voll.

 

Wertpapier: Euro-Bund Future

123. Long Bella Italia ;-)
1028 Postings, 194 Tage nicco_trader , 15.06.22 23:25
 

Angehängte Grafik: future_italien.jpg

Wertpapier: Euro-Bund Future

124. Mein Optimismus war zu früh
1028 Postings, 194 Tage nicco_trader , 16.06.22 15:22
Die Volatilität ist zu hoch  

Wertpapier: Euro-Bund Future

125. EZB Wohlstands-Umverteilung
1028 Postings, 194 Tage nicco_trader , 16.06.22 21:35
von Deutschland nach Italien!"

Guter Kommentar von Markus Fugmann. Der italienische Zinsfuture BTP ist heute nur leicht gefallen, anders als die deutschen Zinsfutures. Der italienische Aktienmarkt ist dennoch schwach. Aber das war heute der allgemeine Markttrend.

Auszug
"Die EZB hat heute einen genialen Plan verkündet: sie will wieder Staatsanleihen der Südländer kaufen (Italien, Spanien, Portugal etc.) – und gleichzeitig andere Anleihen (der finanziell solideren „Nordländer“ wie Deutschland, Holland etc. ) verkaufen. Das aber bedeutet faktisch eine Umverteilung von Wohlstand von Deutschland nach Italien: denn damit entsteht Druck auf die Renditen deutscher (oder holländischer) Anleihen, deren Zinsen steigen (weil die EZB deren Anleihen verkauft) – während die Zinsen für Anleihen Italiens, Spaniens etc. tendentiell fallen (weil die EZB als großer Käufer auftritt)."

https://finanzmarktwelt.de/...h-italien-marktgefluester-video-237420/  

Wertpapier: Euro-Bund Future

126. Spread Level Control
1028 Postings, 194 Tage nicco_trader , 16.06.22 23:34
Neue Aufgabe für die EZB? Eigentlich sollte sich die EZB um die Inflation kümmern.


jeroen blokland
@jsblokland
LAGARDE TELLS MINISTERS ECB PLANS TO PUT LIMIT ON BOND SPREADS (BBG)    

Did the #ECB just announce

     'SPREAD LEVEL CONTROL'

https://twitter.com/jsblokland/status/1537488688510279681  

Angehängte Grafik: italianbondspread.png

Wertpapier: Euro-Bund Future

127. # 125 4
74741 Postings, 6667 Tage Anti Lemmin. , 17.06.22 13:30
Man könnte auch sagen, die EZB schichtet in "Junk in spe" um und verschlechtert damit die Qualität ihres Anleihen-Portfolios.

Ist dies das sagenhafte "neue Defragmentierungs-Werkzeug" von Lagarde, um die angeblich "unangemessen hohen Spreads" der PIIGS-Anleihen runterzubringen?

Wenn eine Zentralbank bestimmen will, welche Rendite angemessen ist, betreibt sie Planwirtschaft.  

Wertpapier: Euro-Bund Future

128. Spread Level Control
1028 Postings, 194 Tage nicco_trader , 17.06.22 16:06
Anderseits ist es doch positiv, dass Italien eine Chance bekommt. Noch eine Finanzkrise wäre für das Eurosystem sehr negativ.

Buxl: Zinsfuture D 30 J  

Angehängte Grafik: italien_buxl.jpg

Wertpapier: Euro-Bund Future

129. Der Euro stribt nicht in Italien
5209 Postings, 1095 Tage KK2019 , 05.07.22 10:30
der Euro stirbt auf eurem bankkonto, eurer KapLV, in eurer Riesterente, in eurer Rürupente.

Das muss jedem klar sein.  

Wertpapier: Euro-Bund Future

130. Der Euro stirbt auf dem Forex-Konto
74741 Postings, 6667 Tage Anti Lemmin. , 05.07.22 13:02
Langzeitunterstützung von EUR/USD bei 1,05 nachhaltig nach unten durchbrochen.  

Angehängte Grafik: 2022-07-05_12__57_.jpg

Wertpapier: Euro-Bund Future

131. Euro jetzt fast auf Parität zum Dollar 5
74741 Postings, 6667 Tage Anti Lemmin. , 12.07.22 18:50

Witzig ist, dass der "Spiegel" behauptet, Putin würde den Euro ruiniert (unten). Tatsache ist, dass die Sanktionen, die Europa weitaus mehr schaden als Russland, den Euro auf (fast) Dollarparität geschickt haben.

Aktuell 1 Euro = 1,006 US-Dollar

Und hier nun die Spinstory dazu im Spiegel (zum Glück "paycontent", dann braucht man von dem Stuss nur die Überschrift zu lesen):

www.spiegel.de/wirtschaft/service/...4-4454-adcd-7a39ab57feca

Währung im Sturzflug
Ist der Euro Putins nächstes Opfer?

Der Euro fällt auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren – das könnte die Inflation weiter befeuern. Wie könnte der Absturz gestoppt werden?

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A.L.: Solche Fehldeutungen sind die logische Folge einer "falschen ideologischen Polung", die Putin für alles, was in der Welt geschieht, die Schuld zuschiebt.

Innerhalb des Wahnsystems ist die Methode sogar stimmig. ;-)

Wenn man allerdings die Ergebnisse an der Realität misst, wird es grob unstimmig - ähnlich wie Baerbocks hanebüchene Erwartung, die "Sanktionen werden Russland ruinieren". In Baerbocks Satz war nur "Sanktionen" und "ruinieren" richtig. Falsch war, dass sie "Europa" trafen, und nicht "Russland". Ein Schuss ins eigene Knie.

Im Gegensatz zu PolitikerInnen und "Bild"-ähnlicher Propaganda-Regenbogenpresse lügen Charts nie:

 

Angehängte Grafik: 2022-07-12_18__34_tradingview_chart_widget.jpg

Wertpapier: Euro-Bund Future

132. Euro stürzt unter die Dollar-Parität
74741 Postings, 6667 Tage Anti Lemmin. , 14.07.22 15:45
 

Angehängte Grafik: 2022-07-14_15__43_tradingview_chart_widget.jpg

Wertpapier: Euro-Bund Future

133. Die 10 jährige auf über 3.5 %
3799 Postings, 2126 Tage Katzenpirat , 14.07.22 19:26
 

Angehängte Grafik: screenshot_2022-07-14_at_19-25-10_cmc_markets.png

Wertpapier: Euro-Bund Future

134. Ist Draghis Rücktritt "strategisch",
74741 Postings, 6667 Tage Anti Lemmin. , 14.07.22 19:33
um Gemeinschaftsschulden in der Eurozone zu erzwingen?  

Wertpapier: Euro-Bund Future

135. Neue Euro-Krise - Alles hängt an Draghi
74741 Postings, 6667 Tage Anti Lemmin. , 18.07.22 07:52
Der Artikel unten ist Wasser auf meine (Italien-)Mühlen. Er bestätigt mit neun Jahren Verzögerung ziemlich genau die Befürchtungen, die ich 2013 im Eingangsposting geäußert hatte.

Treppenwitz der Geschichte ist, dass sogar Draghi der Hauptakteur bleibt - damals als EZB-Chef, heute als faktisch zurückgetretener italienischer Präsident.

https://www.manager-magazin.de/politik/europa/...fa-8d1e-2ff678a24e18

Neue Euro-Krise
Alles hängt an Draghi

Hohe Schulden, schwache Wirtschaft, politische Turbulenzen: Die prekäre Lage in Italien geht uns alle an. Wenn Italien scheitert, scheitert womöglich der Westen.


Einmal jährlich bekommen Regierungen rund um den Globus Besuch aus Washington. Ein Team von Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF) beugt sich dann über die offiziellen Zahlen, befragt Beamte, rechnet, mahnt und lobt. Am Ende kommt ein Bericht dabei heraus, eine Art finanzpolitisches Zeugnis, inklusive gutgemeinter Ratschläge.

Vor einigen Wochen hat die italienische Regierung ihr Urteil erhalten. Darin drängen die Washingtoner Emissäre zu entschlossenem Handeln: Rom brauche eine "glaubwürdige Doppelstrategie, um die hohen Defizit- und Schuldenquoten in den Griff zu bekommen". Es gehe um langfristige Ausgabendisziplin und um ein umfangreiches Reformprogramm. Im Idealfall würden dann die Staatsschulden im Jahr 2030 auf 135 Prozent der Wirtschaftsleistung sinken.

135 Prozent – das wäre immer noch ein hoher Wert, dem allerdings ein paar Schritte in die richtige Richtung vorausgegangen wären. Denn derzeit liegt die Schuldenquote, je nach Berechnungsmethode, zwischen 150 und 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), doppelt so hoch wie in Deutschland. Unter den wohlhabenden größeren Volkswirtschaften ist Italien, nach Japan, der am höchsten verschuldete Staat.

Die Lage ist ziemlich heillos, man kann es nicht anders sagen. Bislang sind die hohen Schulden tragbar, weil die Zinsen extrem niedrig sind. Aber das ändert sich gerade.
Rund um den Globus ziehen die Finanzierungskosten an, weil die Notenbanken auf die Bremse treten, um die davoneilende Inflation zu dämpfen, und weil Investoren höhere Renditen als Ausgleich für gestiegene Risiken verlangen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird wohl am Donnerstag endlich beginnen, die Leitzinsen anzuheben. Allerdings kann die EZB nicht so frei agieren wie beispielsweise die US-amerikanische Federal Reserve Bank (Fed). Und das liegt insbesondere an Italien. Die extrem hohen Staatsschulden machen das Land anfällig. Rasch steigende Zinsen könnten in eine Schuldenspirale führen – und damit letztlich in eine schwere Wirtschaftskrise, womöglich in ein Abdriften in die Staatspleite.

Klar, die EZB muss darauf Rücksicht nehmen. Insbesondere für die Bedürfnisse Italiens ist sie dabei, ein "Anti-Fragmentierungsinstrument" zu entwickeln – ein Interventionsprogramm, mit dem sie verhindern will, dass die Zinsen in finanziell schwächeren Ländern auf deutlich höhere Niveaus steigen, als sie in Deutschland oder den Niederlanden herrschen. (Achten Sie auf die Pressekonferenz von EZB-Präsidentin Christine Lagarde (66).) Die EZB will also einerseits die Inflation einbremsen, andererseits den Laden zusammenhalten. Ob sie in der Realität beides erreichen kann, ist eine offene Frage.

Das ist der düstere Hintergrund, vor dem sich Italiens derzeitige Regierungskrise abspielt. Ministerpräsident Mario Draghi (74) hat seinen Rücktritt angeboten, Staatspräsident Sergio Mattarella (80) hat abgelehnt. Nun wird Draghi voraussichtlich Mittwoch vors Parlament treten, um zu schauen, ob seine Koalition der nationalen Einheit noch existiert. Man mag diese Entwicklung als Teil der politischen Folklore abtun, wie sie sich über die Jahrzehnte in Italien immer wieder entfaltet hat. Aber dieses Mal ist vieles anders.

Draghi, der weithin geachtete Ex-EZB-Chef im Palazzo Chigi, stand bislang als personifizierte vertrauensbildende Maßnahme zwischen seinem Land und dem finanziellen Abgrund. Unter seiner Führung sollte Italien eine produktivere, effizientere, besser verwaltete Volkswirtschaft werden. Angestoßen durch rund 200 Milliarden Euro aus dem Corona-Aufbaufonds ("Next Generation EU") sollte er ein umfassendes Reform- und Investitionsprogramm durchziehen. Die Hoffnung: Eine produktivere Wirtschaft würde es auch leichter machen, aus den Schulden herauszuwachsen.

Das alles steht jetzt auf dem Spiel. Wenn Draghi geht, weil Ex-Premier Giuseppe Conte (57), Kommandant der Reste der inzwischen gespaltenen Fünf-Sterne-Bewegung, sich mit immer neuen Forderungen zu profilieren versucht, dann schlittert nicht nur Italien in eine schwierige Situation, sondern die Eurozone insgesamt. Im römischen Drama, das sich derzeit vollzieht, sind letztlich alle anderen Europäer als Statisten mit dabei. Soviel ist klar: Wenn Italien, die drittgrößte Volkswirtschaft der EU und einer der am höchsten verschuldeten Staaten der Welt, ins Rutschen gerät, dann werden viele andere mitgezogen.

Wladimir Putin hätte es sich kaum besser wünschen können. Mitten im russischen Eroberungskrieg gegen die Ukraine droht ein bedeutender Euro-, Nato- und G7-Staat in einen politökonomischen Tumult sondergleichen zu geraten. Die innerkoalitionäre Opposition drängt zur Abkehr vom entschlossenen transatlantischen Eindämmungskurs gegenüber Russland, während der Kreml-Herrscher seinen Abnutzungsfeldzug als Hungerkrieg auf die ganze Welt ausweitet und als Energiekrieg vor allem gegen Europa richtet. Und Italien, traditionell das schwächste unter den großen, wohlhabenden westlichen Ländern, stolpert prompt in eine Regierungskrise, die eine Lücke in die westliche Abwehrfront brechen könnte.

Eine schwere Wirtschaftskrise, womöglich gar eine italienische Staatspleite, könnte die gesamte Abwehrstrategie des Westens unterminieren, die EU spalten und die Nato gleich mit. In Moskau dürfte man sich dieser Tage die Hände reiben, bis sie qualmen.

Die EZB ist, so gesehen, die erste Verteidigungslinie des Westens. Wenn es ihr gelingt, den italienischen Zinsanstieg unter Kontrolle zu halten, würde das – womöglich – auch helfen, die politische Situation in Italien zu stabilisieren. Wenn nicht, dann rechnet die Ratingagentur Standard & Poor’s damit, dass der Schuldendienst des italienischen Staates auf fünfeinhalb Prozent des BIP emporschnellt , ein Niveau wie auf dem Höhepunkt der Eurokrise 2012. Allerdings lag damals die Schuldenquote rund 50 Prozentpunkte niedriger als heute. Dieses Mal könnte es wirklich eng werden.

Italien hat eine Menge struktureller Probleme. Die Produktivität ist nach OECD-Berechnungen rund ein Viertel niedriger in vergleichbaren westlichen Volkswirtschaften. Auch die Erwerbstätigkeit liegt weit unter deutschem oder französischen Niveau. Die Pisa-Studien zeigen immer wieder die Schwächen des Bildungssystems auf. Bei Forschung und Entwicklung (F&E) steht Italien schwach da , trotz solider industrieller Strukturen im Norden. Die F&E-Quote in Relation zum BIP ist nur halb so hoch wie in Deutschland oder Frankreich. Die Bevölkerung altert und schrumpft rapide. Viele jüngere Gutausgebildete sind im vergangenen Jahrzehnt in andere EU-Länder, nicht zuletzt nach Deutschland, abgewandert.

Die Kombination aus schrumpfender Bevölkerung und hohen Schulden ist heikel. Solange die Zinsen niedrig waren und die EZB beherzt Staatsanleihen aufkaufte, war die Belastung tragbar. Was jetzt?

Soviel ist klar: Am Ende kann sich Italien nur selbst retten. Die Milliarden aus dem Corona-Fonds und niedrige Zinsen können nur als Katalysator dienen. Auch der Euro-Rettungsschirm ESM, der ebenfalls zum Einsatz kommen könnte, um Italiens Schuldentragfähigkeit abzusichern, kann lediglich Hilfe zur Selbsthilfe leisten.

Italien könnte viel mehr. Zurückgehalten wird es nicht nur durch einen verbreiteten Defätismus, der Strukturreformen erschwert, sondern auch durch die Schulden der Vergangenheit. Vor allem in den 1970er und 1980er Jahren hat Italien seine inneren politischen Konflikte versucht, durch auf Pump finanzierte Ausgabenprogramme zu Lösen. Anfang der 90er Jahre erreichten die Schulden dann einen Höchststand. Doch dann folgte eine Umkehr. Mit Blick auf den Euro-Beitritt begab sich der Staat auf einen kontinuierlichen Konsolidierungskurs. Die Schuldenquote ging allmählich zurück. Das blieb auch so, nachdem Italien 1999 der Währungsunion beigetreten war. Doch dann vermasselten die Finanz-, die Euro- und später die Corona-Krise die Bilanz. Wie anderswo auch, schnellten die Schuldenquote jedes Mal sprunghaft nach oben.

Bei steigenden Zinsen wiegen die Fehler der Vergangenheit für die jetzigen Generationen umso schwerer. Wie sich das Land aus dieser Lage befreien kann, ist primär Italiens nationale Aufgabe. Aber: Was in Italien geschieht, geht uns alle an, nicht nur die EZB.  

Wertpapier: Euro-Bund Future

136. Auf die Plätz, fertig, los!
3799 Postings, 2126 Tage Katzenpirat , 21.07.22 18:19
In die nächste Runde...
Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella hat nach dem Rücktritt von Regierungschef Mario Draghi ein Dekret zur Auflösung der beiden...
 

Wertpapier: Euro-Bund Future

137. Berenberg-Bank: Italien steuert auf "Unfall" zu
74741 Postings, 6667 Tage Anti Lemmin. , 22.07.22 13:22
https://www.n-tv.de/wirtschaft/der_boersen_tag/...rticle23480599.html

Italiens steuert nach Einschätzung von Berenberg-Chefvolkswirt Holger Schmieding langsam auf einen Unfall zu. Drei große Probleme trüben laut Schmieding die Aussichten: Erstens eine Trendrate des realen Wirtschaftswachstums von bestenfalls 0,5 Prozent pro Jahr, zweitens eine ungünstige Demografie aufgrund einer durchschnittlichen Geburtenrate von nur 1,3 Kindern pro Frau in den vergangenen 30 Jahren und drittens eine Vorliebe für politische Theatralik. "Infolgedessen ist die langfristige Tragfähigkeit der italienischen Staatsverschuldung von fast 150 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) alles andere als gesichert", befindet Schmieding.

Dennoch ist das Risiko, dass sich der potenzielle Unfall bald ereignet, nach seiner Einschätzung gering. "Vorerst müssen wir uns nur auf Störgeräusche einstellen, aber nicht auf eine echte Eurokrise 2.0." Neuwahlen könnten laut Schmieding Giorgia Meloni an der Spitze einer Mitte-Rechts-Koalition 2022 oder im Frühjahr 2023 ins Amt der Ministerpräsidentin bringen. Sie stamme aus einer Partei (Fratelli d'Italia) mit neofaschistischen Wurzeln, habe wiederholt die EU für Italiens Probleme verantwortlich gemacht und sich für einen "Italien zuerst"-Ansatz eingesetzt. "Die Märkte machen sich zu Recht Sorgen über ihre Agenda."  

Wertpapier: Euro-Bund Future

138. Italien-Beitritt war bereits 1998 ein Knackpunkt
74741 Postings, 6667 Tage Anti Lemmin. , 25.07.22 13:53

https://www.cicero.de/wirtschaft/zinserhohung-der-ezb-abschied-von-einer-lebensluge-der-euro-funktioniert-nicht-inflation

Die EZB hat den Realzins in der Eurozone erhöht, doch die Inflation wird sie so nicht dämpfen. Es ist höchste Zeit, dass unsere Politik sich von ihren Lebenslügen verabschiedet: Der Euro funktioniert nicht und der von Grünen und SPD angestrebte Einstieg in eine Transfer- und Schuldenunion wird daran nichts ändern. Die Eurozone braucht eine grundlegende Reform und eine echte Antwort auf die Schuldenproblematik, die auch die Interessen Deutschlands berücksichtigt.

Die EZB hat den Realzins in der Eurozone auf minus 8,6 Prozent erhöht. Ob dies dazu beiträgt, die Inflation zu dämpfen, darf bezweifelt werden. Diese dürfte nur sinken, wenn es zu einer deutlichen Entspannung an den Energiemärkten kommt, durch eine deutliche Ausweitung des Angebots und eine Beendigung des Krieges. Alternativ bleibt der schmerzhafte Weg über einen Rückgang der Nachfrage, also eine weltweite Rezession. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass wir uns bereits auf dem Weg in die Rezession befinden.

Das Risiko ist erheblich, dass die Inflation sich verfestigt. Hatten wir es in den vergangenen Jahrzehnten mit einem eher deflationären Umfeld zu tun, also einer Tendenz zu fallenden Preisen, so dreht sich dies um. Die demografische Entwicklung (weniger, statt mehr Erwerbstätige) und die Globalisierung (weniger, statt mehr internationale Kooperation) wirken künftig eher inflationär. Hinzu kommt die politisch gewollte Verteuerung der Energie und die Zwangsmaßnahmen im Klimaschutz, die tendenziell zu höheren Preisen führen...."

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www.cicero.de/wirtschaft/alternativen-zur-waehrungsunion

Raus aus der Dauerkrise: Plan B für den Euro

Der Euro droht zur Weichwährung zu werden. Grundlegende Regeln wurden völlig ungeniert gebrochen und Italien treibt zum x-ten Mal führungslos dahin. Sollte der Euro tatsächlich scheitern, wird niemand sagen können, es habe keine Alternativen gegeben. Der Wirtschaftswissenschaftler Dirk Meyer hat diese bereits seit den 1990er-Jahren erarbeitet...

Mario Draghi scheitert in Rom als Regierungschef. Und zur selben Stunde macht die EZB verbotene Staatenfinanzierung zum offiziellen Programm. Spätestens aus der Sicht von heute, mit dem Wissen der Ereignisse und Entscheidungen dieser Woche, war es ein schreckliches Versagen. Als er hätte sein Veto einlegen müssen, wie es seines Amtes gewesen wäre, wich er ängstlich zur Seite, um einen Frontalzusammenstoß mit dem Bundeskanzler zu vermeiden.

...Der Zentralbankrat der Deutschen Bundesbank, in jener Nacht zum 26. März 1998 noch im Vollbesitz seiner Kräfte als Hüter der deutschen Währung, wusste, dass es mit Italien schiefgehen würde. Er wusste aber auch, dass ihm mit einem negativen Votum ein Machtkampf mit Helmut Kohl drohte, den er – so die damalige Überzeugung von Bundesbankpräsident Hans Tietmeyer – nur verlieren könne.

Bundeskanzler Kohl hatte bei Tietmeyer am 13. Februar 1998 eine „Stellungnahme zur Konvergenzlage in der Europäischen Union im Hinblick auf die dritte Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion“ bestellt - und zugleich klargemacht, welches Ergebnis er im Gutachten aus Frankfurt am Main erwartete: ein zustimmendes, inklusive Italien und Belgien. Und dies, obwohl diese die angeblich heiligen Beitrittskriterien schon damals meilenweit verfehlten. Was auch Kohl natürlich nach zwei Jahren hitzigen Streits über Sinn und Unsinn des Euro sehr genau wusste...


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A.L.: Die beiden Artikel zeigen, dass der Euro von Anfang an - seit 1998 - auf Beschiss konstruiert war. Bundesbankpräsident Hans Tietmeyer kuschte vor der Allmacht Helmut Kohls.

Rückblickend war Kanzler Kohl derjenige, der die DM beerdigte - und posthum, mit 25 Jahren Verzögerung, inzwischen auch die Ersparnisse der Eurozonen-Bürger in die Wertlosigkeit zu treiben droht.

Wir haben 8,6 % Inflation, und die EZB erhöht den Leitzins um gerade mal -0,5 % auf Null. Das ist ein dreister Griff in die Taschen der Sparer. Der Beschiss der finanziellen Repression läuft schon seit 2012 ("whatever it takes"), wird aber nun zur hochoffiziellen EU/EZB-Doktrin.

Für das politische Ziel der Einheit (die in Wahrheit keine ist, denn inzwischen herrscht europaweit Streit über die EU-Politik, vor allem bezüglich der wirtschaftszersetzenden Sanktionen und der damit verbundenen galoppierenden Inflation) werden die Ersparnisse der Eurozonen-Bürger in die Tonne getreten.

Ich hatte das bereits 1998 befürchtet, als Tietmeyer dem Italien-Beitritt zustimmte.

 

Wertpapier: Euro-Bund Future

139. Warme Volksküche nach italienischer Art
74741 Postings, 6667 Tage Anti Lemmin. , 28.07.22 13:10

www.freitag.de/autoren/jens-renner/...len-einheit-verstrichen

...Das war ganz nach dem Geschmack der Rechten, die umgehend die Reihen schlossen. Unmittelbar nach Draghis Rücktritt traf sich Meloni ["volksnahe" Vorkämpferin der Neuen Rechten in Italien] mit Berlusconi in dessen römischem Domizil. Der Hausherr und bewährte Moderator des Rechtsblocks hatte schon einen bunten Strauß an Wahlversprechen gepflückt. Dazu gehörten weniger Steuern für alle und eine Mindestrente von 13 mal 1.000 Euro, auch für nicht erwerbstätige Mütter. Meloni äußerte zwar Bedenken bezüglich der Finanzierung, erneuerte aber ihren Anspruch auf das Amt der Regierungschefin, wenn ihre Partei nach dem gemeinsamen Wahlsieg im internen rechten Ranking vorn liegen sollte.

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A.L.: Die 13 x 1000 Euro Mindestrente für jedermann/jedefrau muss natürlich aus irgeneiner Schatulle finanziert werden. Da Italiens Staatsverschuldung bereits bei 150 % liegt, kommt dafür nur ein Anzapfen der großen Eurozonen-Solidargemeinschaft infrage. Also die Einführung der per Maastricht verbotenen Gemeinschaftsverschuldung.

Das sieht dann so aus: Die EZB oder ein EU-Solidar-Fonds druckt es, Italien haut es raus, und der Burn-out-Michel zahlt am Ende die Zeche.

Man stelle sich nur vor, die deutschen Hartzer und Rentenaufstocker würden eine "Gehaltserhöhung" auf 1000 Euro pro Monat fordern, ergänzt um 1000 Euro Weihnachts-/Urlaubsgeld. Lindner und Söder würde sofort einen Herzinfakt bekommen oder einen solchen zumindest vortäuschen.

Weit weniger spardogmatisch sind FDP/CDU hingegen bei Europa-Projekten, denn da leuchtet ja rosig die angebliche Zukunft. Es könnte also gut sein, dass Lindner/Söder aus EU-Opportunität die Bedingungen (Gemeinschaftsverschuldung) schaffen, die in Italien dann die große rechte Volx-Sause durchfinanzieren. Für den deutschen Sozialstaat bleibt dann allerdings nicht mehr viel übrig, denn "irgendwo muss das Geld ja herkommen".

 

Wertpapier: Euro-Bund Future

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