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Analysen - Marktberichte
11.03.2010
China Leitzinsanhebung rückt näher
DekaBank

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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Anlässlich des Nationalen Volkskongresses hat die chinesische Führung die Grundzüge der Wirtschaftspolitik dargelegt, so die Analysten der DekaBank.

Große Überraschungen seien ausgeblieben: Die Inflationsrate solle 2010 im Jahresdurchschnitt unter 3% bleiben. Dieser Marke habe sich die aktuelle Preisentwicklung schon stark angenähert. Aufgrund witterungs- und feiertagsbedingt höherer Lebensmittelpreise sei die Inflationsrate im Februar von 1,5% yoy auf 2,7% yoy gestiegen. Das Wirtschaftswachstum solle weiterhin über 8% liegen (die Analysten würden 9,5% für 2010 erwarten). Allerdings solle das Wachstum zukünftig stärker vom privaten Konsum und weniger von den Investitionen getragen werden. Am Ziel einer zunehmenden Urbanisierung werde festgehalten, doch sollten gleichzeitig die Lebensbedingungen in den ländlichen Gebieten verbessert werden. Den übermäßigen Preisanstiegen an den Wohnimmobilienmärkten solle entgegen gesteuert werden.

Ein wichtiger Diskussionspunkt in der chinesischen Führung bleibe der Wechselkurs. Obwohl betont werde, bei der Fixierung an den US-Dollar handle es sich um eine Krisenbekämpfungsmaßnahme, habe sich die Führung nicht zu einem Fahrplan geäußert, wann diese aufgehoben werde. Regelmäßig werde darauf hingewiesen, dass man sich noch nicht in einem stabilen Aufschwung befinde. Aus den gemachten Äußerungen werde aber klar, dass es nur zu einer Aufwertung in kleinen Schritten kommen werde. Die Analysten würden nach wie vor davon ausgehen, dass der Aufwertungspfad noch in diesem Jahr wieder aufgenommen werde.

Das zweite wichtige Thema sei die Kreditentwicklung. Die starke Ausweitung der Kredite zur Finanzierung von Infrastruktur- und Wohnungsbauinvestitionen sei die Hauptstütze des Aufschwungs im vergangenen Jahr gewesen. Ein Großteil der Kredite sei an Investitionsgesellschaften der Lokalregierungen geflossen, wobei die Lokalregierungen diese Kredite mit Garantien untergelegt hätten. Hierdurch sei die Verschuldung der Lokalregierungen enorm angestiegen, ohne dass dies in den offiziellen Schuldenstatistiken auftauche. Schätzungen würden von 30 bis 40% des BIP ausgehen.

Um diese Entwicklung unter Kontrolle zu bringen, werde nun überlegt, die Garantieübernahme durch Lokalregierungen einzuschränken. Die Analysten der DekaBank gehen allerdings davon aus, dass solche Maßnahmen in einer Form durchgeführt werden, die die weiteren Kreditexpansions- und Wirtschaftswachstumsziele nicht gefährden. Die jüngsten volkswirtschaftlichen Daten dürften jedoch eher jenen Auftrieb geben, die für eine restriktivere Geldpolitik plädieren würden. Denn die Industrieproduktion wachse kräftig (Januar bis Februar: +20,7% yoy), und die Neukredite hätten mit 700 Mrd. RMB im Februar weiterhin auf hohem Niveau gelegen.

Angesichts einer geringen Staatsverschuldung von rund 20% des BIP und den höchsten Währungsreserven der Welt (über 2,4 Bio. US-Dollar) gebe es keinen Grund zu echter Besorgnis. Infolge des umfangreichen staatlichen Investitionsprogramms sei die Transparenz der öffentlichen Finanzen jedoch deutlich gesunken, weil ein Teil der Schulden von Lokalregierungen und Staatsunternehmen aufgenommen bzw. garantiert worden sei. Die starke Ausweitung der Kreditvergabe dürfte den Anteil notleidender Kredite erhöhen. (11.03.2010/ac/a/m)



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