|
 |
Endlos Turbo Short 34,2236 auf Deutsche Post: Gewinneinbruch im Kerngeschäft - Optionsscheineanalyse 29.11.2018
DZ BANK
Frankfurt (www.optionsscheinecheck.de) - Das DZ BANK-Derivate-Team stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Deutsche Post-Aktie (ISIN DE0005552004/ WKN 555200) einen Endlos Turbo Short 34,2236 (ISIN DE000DD8KBR5/ WKN DD8KBR) mit dem Basiswert Deutsche Post vor.
Wenn man darauf achte, sehe man in den Städten eigentlich überall die gelben Post-Transporter. Denn mit ihrem Paketdienst DHL profitiere die Deutsche Post vom boomenden Online-Geschäft. Gerade in der nun begonnenen Vorweihnachtszeit und den auch hierzulande immer mehr in Mode kommenden Rabattschlachten zum Black Friday zeigt sich der zunehmende Stellenwert des Shoppings über das Internet, so das DZ BANK-Derivate-Team. Für die Verbraucher sei es besonders komfortabel, zu Hause auf der Couch auf Schnäppchenjagd zu gehen. Ein wachsender Berg an Paketen sei die Folge.
Die Kehrseite der Medaille dieser Entwicklung für die Deutsche Post seien steigende Kosten aufgrund von immer mehr benötigten Mitarbeitern, die immer schwerer zu bekommen seien. Steigende Personalkosten gebe es außerdem im Briefgeschäft. Gleichzeitig würden hier die zugestellten Mengen von Jahr zu Jahr zurückgehen. Weil die Post jeden Haushalt täglich beliefere, verzeichne sie so zunehmend Druck auf die Margen. Gebündelt sei das Brief- und Paktgeschäft in der Sparte Post - eCommerce - Parcel (PeP).
Um die Kosten in dieser Kernsparte in den Griff zu bekommen, seien einige Maßnahmen zur Verbesserung der Produktivität sowie zur Senkung der Kosten ergriffen worden. Beispielsweise setze der ehemalige Staatskonzern auf die Frühverrentung von Postbeamten. Außerdem erhoffe sich das Unternehmen Einsparungen aus der gebündelten Zustellung von Briefen und Paketen.
Aktuell sei von den Kostensenkungen allerdings noch nichts zu spüren. Im Gegenteil: Die Sanierung koste Geld, was auch im dritten Quartal die Gewinne belastet habe. Während der Umsatz organisch um 4,7% auf 14,8 Mrd. Euro zugenommen habe, sei das Nachsteuerergebnis um 77,2% auf 146 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verringerte sich um 54,9% auf 376 Mio. Euro geschrumpft. Die Sparte PeP habe sogar rote Zahlen geschrieben. Wesentlich besser sei es in den anderen drei Bereichen Express (eilige Dokumente und Waren), Global Forwarding Freight (Spediteur für Luftfracht, Seefracht und Landverkehr) und Supply Chain (Kontraktlogistik) gelaufen. Sie hätten allesamt EBIT-Steigerungen verzeichnet.
Vor den belastenden Faktoren in der Kernsparte PeP habe der Vorstand bereits im Juni gewarnt und eine entsprechende Gewinnwarnung für das Gesamtjahr ausgesprochen. Die seinerzeit gemachten Prognosen seien nun bestätigt worden. Die Deutsche Post peile demnach ein EBIT von rund 3,2 Mrd. Euro an. Die Sparte PeP solle dazu inklusive des erwarteten Restrukturierungsaufwandes etwa 0,6 Mrd. Euro beitragen. Ursprüngliches Ziel für das Konzern-EBIT seien 4,15 Mrd. Euro gewesen, wozu der Bereich PeP 1,5 Mrd. Euro beisteuern sollte. Bei Vorlage der Neunmonatsbilanz habe das Management zudem die längerfristigen Ziele bekräftigt und setze dabei auf die Erfolge der nun umgesetzten Maßnahmen zur Verbesserung der Kostenbasis. Demnach solle 2020 ein EBIT von mehr als 5 Mrd. Euro erzielt werden. Davon sollten rund 1,7 Mrd. Euro auf die Sparte PeP entfallen. Im vergangenen Jahr habe die Deutsche Post ein EBIT von 3,74 Mrd. Euro erwirtschaftet.
Das 2020er Ziel mutet nach unserer Einschätzung sehr ehrgeizig an und es bedarf einiger Anstrengungen, um es zu erreichen, so das DZ BANK-Derivate-Team. Außerdem könnten die Erwartungen kassiert werden, beispielsweise wenn sich die geplante Erhöhung des Briefportos weiter verzögere. Die Deutsche Post habe eigentlich das Porto zum Jahreswechsel von bisher 70 auf 80 Cent für den Standardbrief anheben wollen. Weil nicht alle notwendigen Daten eingereicht worden seien, habe die Bundesnetzagentur das Genehmigungsverfahren jedoch Ende Oktober erst einmal auf Eis gelegt. Eine Entscheidung habe sie für das erste Halbjahr 2019 angekündigt. Der Konzern habe sich zuletzt zuversichtlich gezeigt, dass die Portoerhöhung noch im ersten Quartal komme. Aber selbst eine Anhebung des Portos sei aus Sicht des DZ BANK-Derivate-Teams nur ein Baustein. Auch in den übrigen Sparten dürfe es zu keinen unvorhergesehenen Einschnitten kommen, sonst dürfte das EBIT-Ziel für 2020 zur Disposition stehen.
Eine weitere Gewinnwarnung dürfte den Aktienkurs nach Erachten des DZ BANK-Derivate-Teams zusätzlich belasten. Die Aktie sehe man bereits seit dem Allzeithoch von Dezember 2017 in einer Abwärtsbewegung, in deren Verlauf sie im Juli ein Tief bei 27,23 Euro markiert habe. Dabei sei auch das 61,8%-Fibonacci-Retracement bei 27,88 Euro unterschritten worden, das sich aus der Aufwärtsbewegung seit 2016 ableiten lasse. Die folgende dynamische Erholung stellte sich aus unserer Sicht nur als Gegenbewegung im Abwärtstrend heraus, der neue Abgaben folgten, so das DZ BANK-Derivate-Team. Im Oktober seien dabei das Julitief und das 61,8%-Fibonacci-Retracement getestet worden. Kurzzeitig unterschritten, habe diese potenzielle Unterstützungszone jedoch erst einmal gehalten.
Ein nachhaltiger Bruch der Unterstützung bleibt unserer Einschätzung zufolge jedoch ein mögliches Szenario, in dem dann mit einer Fortsetzung der übergeordneten Abwärtsbewegung zu rechnen ist, so das DZ BANK-Derivate-Team. Entsprechend könnten dann trendfolgende Short-Positionen infrage kommen. Ein erstes Kursziel sehe das DZ BANK-Derivate-Team in diesem Fall im Bereich von 22 Euro. Das skizzierte Szenario werde obsolet, wenn es der Aktie gelinge, die seit Oktober auszumachende kurzfristige Konsolidierungsphase nach oben aufzulösen, was mit einem Anstieg über 29,34 Euro der Fall wäre. Entsprechend biete sich ein Stopp-Loss knapp über dieser Marke an.
Mit einem Hebelprodukt könnten Anleger überproportional an der Kursentwicklung des jeweiligen Basiswertes partizipieren. So vollziehe z.B. ein Endlos-Turbo Short auf die Deutsche Post die negative, aber auch die positive Kursentwicklung der Aktie gehebelt nach. Auf den Basiswert Deutsche Post stünden Anlegern verschiedene Endlos-Turbos Short zur Verfügung. Ein Beispiel sei der Endlos-Turbo Short mit einer aktuellen Knock-Out-Schwelle von 34,2268 Euro. Werde die Knock-Out-Schwelle berührt, verfalle das Zertifikat wertlos. (Stand vom 27.11.2018) (29.11.2018/oc/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
|
 |
|
|
 |
|
|
| |
|