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Schmolz + Bickenbach kaufen 09.12.2008
Bankhaus Lampe
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Marc Gabriel, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Schmolz + Bickenbach-Aktie (ISIN CH0005795668 / WKN 905370) weiterhin mit "kaufen" ein.
Schmolz + Bickenbach habe seit Mitte September massive Auftragsstornierungen, vorrangig aus der Automobilindustrie, zu verkraften und habe dementsprechend eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Neben den Stornierungen bestehe angesichts der volatilen Rohstoffpreise erhöhter Wertberichtigungsbedarf. Dementsprechend rechne man für das laufende Jahr nur noch mit einem Umsatz, der leicht unter dem Vorjahresniveau von 4,1 Mrd. Euro liegen werde. Erheblicher werde der Rückgang beim Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) ausfallen. Hier rechne man mit einem Rückgang von 27,7% auf 300,6 Mio. Euro.
Wichtig bei der Betrachtung der Aktie sei nach Erachten der Analysten jedoch nicht der Blick auf das laufende Jahr, sondern der Ausblick auf 2009 bzw. 2010. Und genau der fehle derzeit in der Stahlbranche, da das Durchschlagen der Finanzmarktkrise zu einem abrupten Stopp der Bestellungen seitens der Kunden geführt habe. Die prall gefüllten Auftragsbücher des ersten Halbjahrs seien aktuell keine Garantie, da die Kunden teilweise die Warenlieferungen nicht mehr abnehmen könnten.
Es laufe nicht alles schlecht. Während die Automobilindustrie rückläufig sei, sei das Geschäft mit Werkzeugstählen noch stabil. Das hier gerade die USA mit einer stabilen Entwicklung hervorstechen würden, überrasche ebenso, wie die Erwartungen, dass Schmolz + Bickenbach von der Krise der US-Autobauer profitieren könnte. Die US-Hersteller hätten gegenüber den Europäern und Asiaten deutliches Nachholpotenzial in der technischen Ausstattung und hinsichtlich der Qualität der Bleche.
Die Gründe für die Gewinnwarnung lägen somit in Europa. Doch das Unternehmen reagiere ebenso schnell auf die Veränderungen, wie seine Kunden. So werde die Revision von Werken bis in den Januar verlängert und man trenne sich massiv von Leiharbeitern. Die Analysten würden damit rechnen, dass bis zu einem Fünftel der Personalkosten reduziert werden könnten. Problematisch dürften die hohen Schwankungen bei den Rohstoffpreisen sein, die eine vernünftige Preiskalkulation erschweren würden.
In den USA werde das Unternehmen im kommenden Jahr 50 bis 60 Mio. Euro in die Modernisierung und den Ausbau des Stahlwerk investieren, ansonsten würden die Investitionen der vergangenen fünf Jahre, die sich auf über 600 Mio. Euro summieren würden, reduziert. Die Expansionsstrategie habe Schmolz + Bickenbach jedoch mit deutlich weniger Goodwill-Zahlungen vorangetrieben, so dass die Bilanzrelation solide sei. Stattdessen wolle das Unternehmen die Verschuldung in den kommenden Monaten um etwa 200 Mio. Euro reduzieren. Die Finanzierung sei auf die kommenden vier Jahre gesichert, so dass man für die Rezession gut gerüstet sei.
Letztendlich stelle sich die Frage, ob die Börsennotierung (ca. 25% Free-float) überhaupt noch sinnvoll sei. Eine Kapitalerhöhung dürfte aktuell kein Thema sein und eine geplante Bondemission sei angesichts des kürzlich aufgenommenen Schuldscheindarlehens nicht akut. Da könne zumindest spekuliert werden, ob die Eignerfamilien nicht auf dem niedrigen Kursniveau zuschlagen würden. Immerhin notiere die Aktie deutlich unterhalb des Höchstkurses der letzten zwölf Monate. Die Analysten würden den Kursverfall als übertrieben ansehen und auf dem aktuellen Niveau mehr Chancen als Risiken sehen.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe bewerten die Aktie von Schmolz + Bickenbach weiterhin mit dem Rating "kaufen". Das Kursziel werde von 58 Euro auf 14 Euro reduziert. (Analyse vom 09.12.2008) (09.12.2008/ac/a/a)
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