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Erste Group Risiko trübt das Ergebnis


02.08.2010
Raiffeisen Centrobank

Wien (aktiencheck.de AG) - Stefan Maxian, Analyst der Raiffeisen Centrobank, stuft die Aktie der Erste Bank (ISIN AT0000652011 / WKN 909943) von "kaufen" auf "halten" herab.

Der Nettogewinn Q2 10 habe mit EUR 217 Mio. um 7% unter den Erwartungen der Analysten gelegen. Die schwächeren Quartalszahlen würden sich vorrangig durch gestiegene Risikokosten begründen, vor allem im Großkundensegment sowie Rückstellungen in der Höhe von EUR 30 Mio. für die ungarische Bankensteuer. Sowohl Zins- und Provisionserträge als auch das Handelsergebnis hätten über den Erwartungen gelegen und auch eine starke Kostenkontrolle beibehalten werden können. Auf Segmentebene habe das Privatgeschäft sowohl in Österreich als auch in Osteuropa die Analysten- und auch Konsensusschätzungen übertreffen können. Beispielsweise habe Tschechien sehr starke Zins- und Provisionserträge gezeigt und Rumänien ein sehr starkes Handelsergebnis. Insgesamt hätten hierdurch die höher als erwarteten Risikokosten aufgewogen werden können.

Positiv zu werten seien die attraktive strategische Positionierung durch einen hohen Marktanteil im Privatkundengeschäft in CZ, SK, HU, RO, ca. 2.100 Filialen in CEE und einen hohen Grad an Einlagenfinanzierung: Die Kredite in der CEE Region seien zu 100% durch Einlagen gedeckt (exkl. in der Holding gebuchtes Kreditgeschäft). Positiv werte man auch das Ertragspolster durch ein stabiles Zinsergebnis und Kostensenkungsmaßnahmen sowie die Entschärfung des Basel III Reformpakets bezüglich Eigenkapital- und Liquiditätserfordernissen. Es bestehe Interesse von Seiten "strategischer" Partner: Die spanische Criteria Caixacorp (ISIN ES0140609019 / WKN A0MZR4) halte bereits 10%.


Zu den negativen Aspekten würden größte Eigenkapital und Goodwillpositionen in Rumänien und Tschechien gehören. Es gebe eine hohe Planungsunsicherheit bezüglich Kreditausfällen. Die Analysten würden mit einem Anstieg der Problemkredite auf rund 8,0% auf Gruppenebene und mit Risikovorsorgen von EUR 1,8 Mrd. für 2010e rechnen.

Erwartungsgemäß gebe es weiterhin keine offizielle Guidance seitens des Unternehmens. Die Analysten würden wenig Raum für Überraschungen bei den aktuellen Konsensusschätzungen sehen, da sie bereits Verbesserungen der Risikokosten nicht aber das volle Ausmaß der Bankensteuer beinhalten dürften.

Aufgrund der Entschärfungen von Basel III erhöhen die Analysten der Raiffeisen Centrobank ihr Kursziel von EUR 33,0 auf EUR 35,0, ändern allerdings ihre Empfehlung für die Erste Group-Aktie von "kaufen" auf "halten". (Analyse vom 02.08.2010) (02.08.2010/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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