|
 |
|
| |
|
 |
| Kurs |
Vortag |
Veränderung |
Datum/Zeit |
| - |
- |
0 |
0 % |
/ |
| |
| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
|
|
- |
- |
| |
|
|
| |
|
|
| |
Polytec Folgen der Finanzkrise und des gescheiterten Peguform-Deals sind noch greifbar 12.01.2011
Montega AG
Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der Montega AG, Hendrik Emrich, stuft die Aktie der Polytec Holding AG (ISIN AT0000A00XX9 / WKN A0JL31) in einer Ersteinschätzung mit "verkaufen" ein.
Der seit 2006 gelistete österreichische Automobilzulieferer Polytec fertige zahlreiche Spritzguss- und Kunststoffteile sowie Naturfaserverbundwerkstoffe. Nicht zuletzt durch die gescheiterte Übernahme des größeren Zulieferers Peguform in 2009 (Umsatz rd. 1,4 Mrd. Euro) habe Polytec für Schlagzeilen gesorgt. Die durch eine aktive Akquisitionspolitik angestrebte globale Expansion sei bis heute nicht erfolgreich umgesetzt worden.
Wenngleich Polytec im größten Segment Automotive Systems (61% des Konzernumsatzes) bei Premiumherstellern gut vertreten sei, sähen die Analysten auf Basis des kleinteiligen Geschäfts kaum Möglichkeiten zur produktseitigen Differenzierung. Vielmehr handle es sich um ein margenschwaches Volumengeschäft (Commodites), welches sich zudem durch einen überdurchschnittlichen Preisdruck und eine hohe Wettbewerbsintensität auszeichne.
Insgesamt würden die Analysten die Wettbewerbsqualität von Polytec als unterdurchschnittlich ansehen, da einerseits Größen- und Kostennachteile gegenüber integrierten und global agierenden Wettbewerbern bestünden (Johnson Controls (ISIN US4783661071 / WKN 857069), Faurecia (ISIN FR0000121147 / WKN 867025)) und andererseits die Produkte gegenüber fokussierteren Konkurrenten (ElringKlinger (ISIN DE0007856023 / WKN 785602)) keinen echten USP aufweisen würden.
Als erschwerend komme die schwache geografische Diversifizierung hinzu, da Polytec nur 5% des Konzernumsatzes außerhalb der EU erziele. Hierdurch weise das Unternehmen selbst gegenüber kleineren Zulieferern Wettbewerbsnachteile auf, die durch ihre breitere regionale Aufstellung besser am hohen Wachstum der Automobilmärkte in den asiatischen Boomregionen partizipieren könnten. Hinzu komme, dass Polytec bislang mit seinen 28 europäischen Werken fast ausschließlich in Hochlohnländern (Schwerpunkt Deutschland mit 15 Werken) produziere, was die geringe Profitabilität unterstreiche. Insgesamt würden die Analysten nur von einem unterdurchschnittlichen Wachstum der Top- und Bottom Line ausgehen.
Die Analysten sähen aktuell kaum Möglichkeiten, eine ausgewogenere regionale Erlösstruktur, ein diversifizierteres Produktionsnetzwerk und damit eine nachhaltige Verbesserung der Kostenbasis allein durch organisches Wachstum zu erreichen. Vielmehr seien ihres Erachtens die Folgen der Finanzkrise und die gescheiterte Finanzierung des Peguform-Deals noch immer greifbar. Die daraus resultierende hohe Verschuldung, zwischenzeitliche Liquiditätskrise und deutliche Verschlechterung der Eigenkapitalquote (aktuell rd. 20%) würden die strategischen Optionen und Akquisitionsmöglichkeiten bis heute stark einengen.
Auch den zwischenzeitlichen Kurssprung der Polytec-Aktie im Herbst 2010, ausgelöst durch Übernahmespekulationen und einen kolportierten Zusammenschluss mit Grammer (ISIN DE0005895403 / WKN 589540), würden die Analysten als unbegründet ansehen, da ein Merger ihres Erachtens strategisch keinen Sinn ergebe. Ein mögliches Abebben der Spekulation könnte einen Dämpfer für das Sentiment der Aktie auslösen.
Ein Peer Group-Vergleich zeige - auch aufgrund der niedrigen Margen - eine ambitionierte Bewertung der Polytec-Aktie.
Auch ihr DCF-Modell indiziert eine Überbewertung, so dass die Analysten der Montega AG in einer Ersteinschätzung empfehlen, die Polytec-Aktie bei einem Kursziel von 3,60 Euro zu "verkaufen". (Analyse vom 12.01.2011) (12.01.2011/ac/a/a)
|
 |
|
|
 |
|
|
| |
|