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OMV von Unruhen in Afrika betroffen 25.02.2011
Erste Bank
Wien (aktiencheck.de AG) - Die Analysten der Erste Bank raten die Aktie von OMV (ISIN AT0000743059 / WKN 874341) weiterhin zu kaufen.
Die Nachrichtenlage aus Libyen habe die OMV-Aktie seit dem Ende letzter Woche schwer unter Druck gebracht. Das Übergreifen der Unruhen auf den nordafrikanischen Staat habe dazu geführt, dass die Öl- und Gasproduktion des Landes dramatisch gesunken sei. Aus Sicherheitsgründen sei das Personal abgezogen und in Sicherheit gebracht worden. Die OMV habe ihre Mitarbeiter außer Landes gebracht und einen starken Rückgang der Produktionsrate hinnehmen müssen.
Bis zu den Aufständen habe der österreichische Energiekonzern etwa 34.000 Fass Rohöl pro Tag in Libyen produziert, das seien ungefähr 10% der gesamten Öl- und Gasproduktion des Konzerns. Als Reaktion auf diese Entwicklung habe die Aktie bis Mittwoch 13% an Wert verloren, was den Schluss zulasse, dass Marktteilnehmer weit mehr als temporäre Produktionsausfälle, nämlich einen Verlust der gesamten OMV Ölproduktion und Reserven in Libyen befürchtet hätten. Zum Vergleich: die Lagerstätten in Nordafrika (Libyen und Tunesien) würden ungefähr 10 bis 12% der gesamten Öl- und Gasreserven der OMV umfassen.
Nach Aussagen des Managements könne die Produktion bis zur vollen Kapazität schnell wieder aufgenommen werden, sobald die Sicherheit der Mitarbeiter gewährleistet werden könne. Betroffen von der Krisensituation in Libyen sei hauptsächlich der Bereich Exploration & Produktion (E&P). Obwohl die OMV-Raffinerien im vergangenen Jahr viel Rohöl aus Libyen verarbeitet hätten, stelle ein Umstieg auf andere Ölsorten kein großes Problem dar, Alternativen seien verfügbar.
In Tunesien, wo die OMV ebenfalls Öl und Gas produziere (aber weit weniger als in Libyen), habe sich die Lage entspannt, das neue Regime sei nach Angaben des OMV Managements ausländischen Investoren freundlich gesinnt. Der Jemen, in dem der österreichische Konzern ebenso Öl und Gas fördere (die Mengen seien mit jenen aus Tunesien vergleichbar), sei ebenfalls von Unruhen erfasst. Politische Instabilität in allen anderen Ländern der Region sollte keinen negativen Effekt auf die OMV haben, da dort nicht produziert werde. Im Gegenteil: Sollten sich Aufstände auf weitere Erdöl produzierende Staaten ausbreiten, könnte dies die weltweite Angebots- und Nachfragelage in Ungleichgewicht bringen und zu weiteren Ölpreisanstiegen führen, was sich wiederum positiv auf die Erträge der OMV auswirken würde. Eine besondere Gefahr diesbezüglich stelle Saudi-Arabien, der zweitgrößte Ölproduzent der Welt, dar.
Zwischen den Meldungen über die Lage in Libyen sei auch das Quartalsergebnis der letzten Periode 2010 und somit auch das Jahresergebnis veröffentlicht worden. Die Markterwartungen seien jedoch nicht erfüllt worden, zusätzlicher Ballast für den fallenden Aktienkurs. Das CCS EBIT (EBIT bereinigt um ölpreisbedingte Lagereffekte) vor Sondereffekten sei mit EUR 567 Mio. um 37% höher ausgefallen als in der Vergleichsperiode 2009. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr lasse sich vor allem durch den gestiegenen Ölpreis erklären. Der CCS-Periodenüberschuss vor Sondereffekten und nach Minderheiten habe sich auf EUR 216 Mio. belaufen, im Q4 2009 seien es EUR 117 Mio. gewesen. Im Vergleich zum guten Ergebnis im Vorquartal (3Q10) sei das von Einmaleffekten bereinigte Nettoergebnis des Energiekonzerns deutlich gesunken (von EUR 290 Mio.). Für das Gesamtjahr bedeute das einen CCS-Nettogewinn vor Sondereffekten von EUR 1.118 Mio. (88% über dem Vorjahr) und EUR 3,74 pro Aktie.
Der nicht bereinigte Nettogewinn pro Aktie habe sich auf EUR 3,08 belaufen. Mit einem Dividendenvorschlag von EUR 1 pro Aktie werde sich das Management an die Hauptversammlung wenden, dies entspreche der Erwartung der Analysten. In Bezug auf die langfristige Finanzierung der letzten beiden Akquisitionen (54% von Petrol Ofisi (ISIN TRAPTOFS91E6 / WKN 893075) sowie Exploration und Produktion in Tunesien) habe sich das Unternehmen noch nicht festgelegt, alle Optionen (inkl. Kapitalerhöhung) würden offen bleiben. Der Nettoverschuldungsgrad der OMV habe sich jedenfalls mit dem Erwerb der Anteile des türkischen Tankstellenbetreibers erheblich erhöht, auf 46% zum Ende des Jahres. Investitionen sollten 2011 EUR 2.7bn betragen.
Die Analysten würden bei ihrer Kaufempfehlung bleiben, die Aktie sei unterbewertet. Sie würden jedoch zur Vorsicht mit einem Blick auf die Entwicklung der Krise in Libyen raten. Wie oben angemerkt sei die Aktie bereits so sehr abgestraft worden, dass sie zeitweise quasi ex-Libyen gehandelt worden sei. Die Analysten würden das nach derzeitigem Informationsstand für übertrieben halten. Allerdings seien Marktbewegungen oft nicht rational und sollte sich die Lage weiter verschlechtern (etwa dass Infrastruktur oder Bohrtürme zerstört werden), sei es denkbar, dass Investoren weiter verkaufen würden.
Während die Analysten ein Szenario des totalen Wegfalls der libyschen Assets im schlimmsten Fall nicht ausschließen könnten, sei es durchaus denkbar, dass das Land innerhalb der nächsten Wochen und Monate zurück zu politischer Stabilität finde. In einem solchen Fall wären die Verluste sehr viel geringer und die Aktie könnte sehr schnell wieder gutmachen, was verloren worden sei. Das Kursziel bleibe unverändert, die Schätzungen sollten sich auch beim nächsten Update nicht gravierend ändern. Allerdings würden weder die Schätzungen der Analysten noch die Bewertung Verluste aus dem Produktionsstopp in Libyen beinhalten. Sie würden mehr Klarheit brauchen, um abschätzen zu können, wie groß der Schaden sei.
Die Analysten der Erste Bank bleiben bei ihrer Kaufempfehlung für die Aktie von OMV. Das Kursziel werde bei 44,50 EUR gesehen. (Analyse vom 25.02.2011) (25.02.2011/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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