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OMV Q1-Ergebnisses hinter Markterwartungen zurückgeblieben


13.05.2011
Erste Bank

Wien (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der Erste Bank, Thomas Unger, stuft die OMV-Aktie (ISIN AT0000743059 / WKN 874341) unverändert mit dem Rating "kaufen" ein.

Mit der Veröffentlichung des Ergebnisses zum ersten Quartal 2011 sei die OMV beim Nettogewinn leicht hinter den Markterwartungen zurückgeblieben. Das CCS-EBIT (EBIT bereinigt um ölpreisbedingte Lagereffekte) vor Sondereffekten sei mit EUR 726 Mio. stark ausgefallen, um 12% höher als in der Vergleichsperiode 2010, wo man ein CCS-EBIT von EUR 647 Mio. verzeichnet habe. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr lasse sich durch den kräftig gestiegenen Ölpreis (der durchschnittliche Brent-Preis habe sich vom 1Q10 um 38% erhöht) erklären, der die Produktionsausfälle in Libyen und dem Jemen mehr als kompensiert habe.

Die Erholung der OMV-Referenz- Raffineriemarge habe sich aufgrund des hohen Ölpreises im ersten Quartal nicht fortgesetzt (-21%). Letztere bleibe auch langfristig betrachtet auf einem niedrigen Niveau. Der CCS-Periodenüberschuss vor Sondereffekten und nach Minderheiten habe sich auf EUR 272 Mio. belaufen, im Q1 2010 seien es EUR 297 Mio. gewesen. Im Vergleich zum schwachen Ergebnis im Vorquartal (4Q10), das von Einmaleffekten belastet worden sei, sei der Nettogewinn wieder deutlich gestiegen. Dennoch sei der bereinigte Periodenüberschuss deutlich hinter der Erwartung der Analysten von EUR 308 Mio. gewesen, was auf Verluste durch Wechselkursschwankungen im Finanzergebnis zurückzuführen sei.


Auf Segmentebene dominiere weiterhin der Bereich Exploration und Produktion (E&P). Das "upstream" EBIT vor Sondereffekten sei gegenüber 1Q10 um 22%, auf EUR 677 Mio. angestiegen. Der Bereich Raffinerien und Marketing (R&M) habe ein wenig enttäuscht, denn mit EUR 11 Mio. habe das CCS-EBIT vor Sondereffekten im abgelaufenen Quartal trotz Konsolidierung der türkischen Petrol Ofisi unter dem Vorjahresniveau (EUR 27 Mio.) und den Erwartungen gelegen. Dies sei insbesondere durch gesunkene Raffineriemargen und das (saisonalbedingt) schwache Marketinggeschäft (Tankstellen) zu erklären gewesen, während sich das Petrochemiegeschäft sehr gut entwickelt habe. Gas & Power (G&P) habe nach einer kurzen Erholung im Vorquartal wieder unter Margendruck gelitten, daher habe mit einem EBIT vor Sondereffekten von EUR 73 Mio. das Vorjahresniveau nicht gehalten werden können.

Der Ausblick bei der Produktionsrate sei nach den Produktionsausfällen nach unten revidiert worden, das Niveau von 2010 solle 2011 nicht erreicht werden. Bei der Frage nach der langfristigen Finanzierung der letzten Akquisitionen habe sich das Management noch nicht festgelegt, alle Optionen würden weiterhin offen bleiben (auch eine Kapitalerhöhung sei möglich). Das hier noch keine Entscheidung gefallen sei, sei ein wenig enttäuschend, Investoren könnten aber davon ausgehen, dass dies bis Ende Juni passieren werde. Ein Verkauf des Borealis-Anteils (ISIN CA0997201045 / WKN 865651) scheine nicht unmittelbar bevorzustehen, da diesbezüglich im Moment keine Gespräche mit dem Mehrheitseigentümer (IPIC) geführt würden.

Der Nettoverschuldungsgrad der OMV sei zuletzt klar über der langfristigen Zielmarke von 30%, bei 46,9% gewesen, daher seien baldige Maßnahmen notwendig. Insgesamt sei das Ergebnis als solide zu betrachten. Das Ergebnis im E&P sei sehr erfreulich gewesen, die Produktionsausfälle seien gut weggesteckt worden. Der Ölpreis stehe noch immer auf einem sehr hohen Niveau (trotz derzeit heftiger Fluktuationen) und sollte der OMV auch im nächsten Quartalsergebnis helfen. Zudem werde das R&M-Segment durch den Beginn der "driving season" unterstützt.

Die Analysten der Erste Bank bleiben bei ihrer "kaufen"-Empfehlung für die OMV-Aktie. Das Kursziel werde bei EUR 44,50 gesehen. (Analyse vom 13.05.2011) (13.05.2011/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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