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Procter & Gamble Produktpreisanpassungen stehen vor der Tür


01.06.2011
Raiffeisen Centrobank

Wien (aktiencheck.de AG) - Christine Nowak, Analystin der Raiffeisen Centrobank, rät die Aktie von Procter & Gamble (ISIN US7427181091 / WKN 852062) nach wie vor zu halten.

Positiv zu werten sei der Verkauf der bekannten Chipsmarke Pringles an Diamond Foods (ISIN US2526031057 / WKN A0EASU) (US-Popcorn- und Kartoffelchipshersteller) (Konzentration auf Kernbereiche) sowie die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem weltgrößten Generikahersteller Teva (ISIN US8816242098 / WKN 883035) zur Stärkung der Position mit nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten in einem USD 200 Mrd. schweren Hoffnungsmarkt. Das gemeinsame Unternehmen werde für den Vertrieb von Medikamenten außerhalb Nordamerikas zuständig sein.

Das organische Umsatzwachstum habe im dritten Geschäftsquartal 2010/11 mit +4% im Rahmen der Erwartungen gelegen. Der mengenmäßige Absatz sei um fünf Prozent gestiegen. Mit minus zwei Prozentpunkten sei der Produkt-/Preismix nach wie vor unbefriedigend ausgefallen. Der Gewinn pro Aktie von USD 0,96 sei hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Um den hohen Rohmaterialkosten entgegenzuwirken, habe Procter & Gamble die Produktion von Flaschen für Haarpflegeprodukte aus pflanzenbasiertem Kunststoff (Zuckerrohr) aufgenommen.


Die Rohstoffkostenbelastung werde sich für das Geschäftsjahr 2010/11 auf USD 1,8 Mrd. belaufen. Allein im Märzquartal sei die Belastung um USD 400 Mio. höher gewesen als zum vergleichbaren Vorjahresquartal. Zusätzlich erhöhte Werbeausgaben hätten die operative Marge neuerlich um 201 Basispunkte auf 18,6% einbrechen lassen. Waschmittel- und Reinigungsprodukte seien einem starken Konkurrenzkampf ausgesetzt. Preiserhöhungen seien daher schwer durchsetzbar.

Die Quartalszahlen des US-Konsumgüterherstellers hätten nicht ganz den Markterwartungen entsprochen. Nach wie vor seien es nur die Emerging Markets, die dem Konzern die Volumensteigerungen bescheren würden. Procter & Gamble sei allerdings zuversichtlich, dass sich im weiteren Geschäftsverlauf die Kernabsatzmärkte erholen würden. Durch neue innovative Produkte werde versucht, zusätzliche Marktanteile zu gewinnen. Aufgrund der hohen Rohstoffkostenbelastung in einigen Produktbereichen habe der Konzern für Juni und Juli Preiserhöhungen angekündigt. Diese könnten allerdings zulasten der Volumenentwicklung gehen. Auch wenn Procter & Gamble versuche, mittels Alternativrohstoffen die Rohstoffkostenbelastung zu senken, werde das nicht von heute auf morgen passieren.

Die Analysten der Raiffeisen Centrobank sehen daher vorerst keine Veranlassung, ihre "halten"-Einschätzung für die Aktie von Procter & Gamble zu ändern. (Analyse vom 01.06.2011) (01.06.2011/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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