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Enel Marketperformer


25.09.2002
LB Baden-Württemberg

Die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg bewerten die Aktie von Enel (WKN 928624) mit Marketperformer.

Der sich seit seinem Börsengang im November 1999 noch zu 68% im Staatsbesitz befindende italienische Versorger sei in Europa gemessen am Stromabsatz die Nr. 4. Im ersten Halbjahr 2002 habe aufgrund des geringeren Stromabsatzes eine leichte Einbuße beim Konzernumsatz auf nunmehr 14,4 Mrd. Euro hingenommen werden müssen. Die Umsätze im Telekommunikationsbereich hätten dagegen um 24,3% zulegen können. Das EBITDA sei von 4,4 Mrd. Euro auf rund 3,9 Mrd. Euro gesunken. Verantwortlich hierfür seien unter anderem die Tarifsenkungen in der Erzeugung und der Distribution gewesen, während sich die Personalkosten rückläufig entwickelt hätten. Durch hohe außerordentliche Erträge, bedingt durch die Einnahmen aus dem Verkauf des Kraftwerkparks Eurogen, als auch durch damit im Zusammenhang stehende äußerst niedrige Steuerzahlungen habe sich ein Plus beim Nettoergebnis nach Anteilen Dritter in Höhe von 41,3% auf 1,4 Mrd. Euro ergeben.


Der seit Mai agierende neue Vorstandsvorsitzende Paolo Scaroni habe nach der Bekanntgabe einer neuen Organisationsstruktur Mitte September nunmehr eine veränderte Unternehmensstrategie vorgestellt. Im Vordergrund stehe dabei die Verbesserung des Energiemix, verbunden mit einer Modernisierung der unzureichenden Infrastruktur. Zudem sollten die Aktivitäten im Bereich der erneuerbaren Energien ausgebaut werden.

Die angestrebte selektive Expansion nach Mittel- und Osteuropa beurteile man vor dem Hintergrund der Verschuldungslast und der bis jetzt gewonnenen geringen Erfahrung nach einigen Jahren der Liberalisierung eher zurückhaltend. Im Zusammenhang mit dieser Fokussierung würden die integrierten Telekommunikationsaktivitäten (Wind) nur noch als Finanzbeteiligung geführt. In etwa zwei Jahren plane Enel die Abgabe des Geschäftsfeldes. Dann dürfte nach Unternehmensangaben auch der Break-Even bezogen auf das Nettoergebnis erreicht sein.

Mit der Vorstellung der neuen Strategie kehre Enel zu seinen Wurzeln zurück und wappne sich für die voranschreitende Liberalisierung auf dem viertgrößten europäischen Strommarkt. Die schon unter dem alten Vorstandssprecher anvisierte (teilweise) Trennung von den Telekommunikationsaktivitäten dürfte nach Erachten der Analysten nunmehr forciert angegangen werden. Dies sollte aber nicht von den Schwächen wie einer hohen regulatorischen Einflussnahme beim Monopolisten Enel ablenken.

In Summa behalten die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg daher die Einstufung Marketperformer relativ zum EuroStoxx 50 Index für die Enel-Aktie bei.




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