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Telefónica-Aktie: Schuldenlast drückt schwer 09.07.2012
Sarasin Research
Zürich (www.aktiencheck.de) - Ute Haibach, Analystin von Sarasin Research, stuft die Aktie von Telefónica (ISIN ES0178430E18 / WKN 850775) weiterhin mit "neutral" ein.
Im 1Q 12 habe Telefónica eine Nettoverschuldung zu OIBDA (operativer Gewinn vor Abschreibungen und Amortisation) von 2,55 ausgewiesen, klar oberhalb der für 2012 selbst gesteckten Zielmarke von weniger als 2,35. Vor allem die Schwäche in Spanien belaste. Für Telefónica (253%) werde im Konsens für 2012 das zweithöchste Verhältnis von Nettoverschuldung zu Eigenkapital im Sektor (153%) erwartet. Schon im Mai habe Telefónica Gegenmaßnahmen angekündigt, wie ein teilweiser Börsengang des Deutschland- und Lateinamerika-Geschäfts, den Verkauf von Randaktivitäten sowie eine veränderte Ausschüttung. Die Verbindlichkeiten 2012 seien bereits komplett refinanziert. Für 2013 sei der Refinanzierungsbedarf zu über 40% erneuert (Stand: Publikation 1Q12 Zahlen). Eine Entschuldung Telefónicas sei notwendig, denn Telefónica habe bereits Ratingherabstufungen erlitten und einer Marktkapitalisierung von EUR 46 Mrd. stehe eine Nettoverschuldung von EUR 58 Mrd. (2011) gegenüber.
Im Problemmarkt Spanien, der zweitwichtigsten Region, sei Telefónica mit einem Marktanteil von 40% im Mobilfunk und 50% bei Breitbandanschlüssen (je 2011) Marktführer. Sparmaßnahmen und eine hohe Arbeitslosigkeit würden das Konsumumfeld belasten und die Preissensitivität der Kunden erhöhen. Das Engagement in Lateinamerika (LatAm) habe Telefónica in der Vergangenheit ein überdurchschnittliches Umsatzwachstum beschert (2004 bis 2011: +12% p.a. vs. +6% p.a. Sektorschnitt). 2011 sei Telefónicas LatAmUmsatz um 14% zum Vorjahr gewachsen (Gruppe: +3,5%). LatAm werde mittelfristig der Wachstumstreiber von Telefónica bleiben. Im übrigen Europa sei Deutschland 2011 der Wachstumstreiber gewesen. Nahezu alle anderen Länder (England, Irland, Tschechische Republik und Slowakei) seien stabil bzw. rückläufig gewesen. Das deutsche O2-Geschäft, was noch Marktanteile gewinne, werde am Markt mit bis zu EUR 8 Mrd. taxiert und könne somit zur Schuldenreduktion beitragen.
Für 2012 erwarte Telefónica ein Umsatzwachstum von über 1% zum Vorjahr sowie eine Erosion der OIBDA-Marge von weniger als 200 BP. Im Konsens werde zwar ein Umsatzrückgang um 0,2% aber auch eine Margenverbesserung um 340 BP prognostiziert. Daher dürften zumindest die OIBDA-Schätzungen abwärts revidiert werden. Der Konsens reflektiere den Dividendenausblick Telefónicas adäquat.
Die Schuldenlast drücke schwer auf Telefónica. Zwar habe Telefónica bereits Gegenmaßnahmen eingeleitet, es bleibe jedoch abzuwarten zu welchen Preisen das "Tafelsilber" veräußert werden könne. Zudem müsse eine Anpassung der Dividende für 2013 erfolgen. Denn der Verkauf von künftigem Wachstum und Cashflows zugunsten von Ausschüttungen könne trotz einer geringeren Zinslast nicht im Sinne des Unternehmens sein. Sollte Telefónica mit dem Schuldenabbau nicht wie geplant reüssieren und eine weitere Ratingherabstufung erfolgen, würden die Analysten eine deutlich negative Kursreaktion erwarten. Hingegen könnte eine schneller als erwartete Entschuldung oder der Verkauf von Vermögenswerten zu unerwartet hohen Preisen als positiver Kurstreiber wirken. Dies erscheine ihnen im aktuellen Umfeld weniger wahrscheinlich.
Aufgrund des hohen Risikoprofils, welches bewertungstechnisch nur ausreichend reflektiert wird, stufen die Analysten von Sarasin Research die Telefónica-Aktie weiterhin mit "neutral" ein. (Analyse vom 05.07.2012) (09.07.2012/ac/a/a)
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