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Royal Dutch Marketperformer


23.12.2002
Stadtsparkasse Köln

Die Analysten der Stadtsparkasse Köln stufen die Royal Dutch-Aktie (WKN 907505) als Marketperformer ein.

Besonders der Upstream-Bereich (Ölförderung), der eng mit dem Ölpreis korreliere, sei ein dominierender Faktor für die Ertragslage des Konzerns. Der Netto-Gewinn im 3. Quartal des laufenden Geschäftsjahres sei gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 17% auf 2,241 (2,686) Mrd. USD gefallen. Die Öl- und Gasproduktion habe im Berichtszeitraum, auch aufgrund der Akquisition von Enterprise Oil, um 9% gesteigert werden können. Belastend hätten sich die nach wie vor niedrigen Raffineriemargen ausgewirkt, unter denen derzeit alle Großkonzerne der Branche leiden würden. Insgesamt habe das Zahlenwerk über den Erwartungen gelegen.

Rückwirkend zum 01.07.2002 gehe die bisherige 50%-Beteiligung des deutschen Energieversorgers RWE an der Shell Dea Oil GmbH komplett an Shell über. Der erst im Juli nächsten Jahres fällige Kaufpreis würde bei 1,35 Mrd. USD liegen und damit deutlich unter dem eigentlichen Unternehmenswert. Als Grund für diesen Umstand sei die Übernahme aller fälligen Restrukturierungskosten durch Shell genannt worden. Shell werde mit nun 3.200 Tankstellen zum größten Tankstellenbetreiber in Deutschland.


Für 2,9 Mrd. USD habe das Unternehmen den US-Öl- und Ölproduktkonzern Pennzoil Quaker übernommen. Royal Dutch erwarte jährliche Synergien von 140 Mio. USD. Mit der Übernahme werde der Konzern zum Weltmarktführer bei der Herstellung von Schmierölen. Für 7 Mrd. Euro habe der Konzern die britische Enterprise Oil übernommen. Mit der Akquisition verstärke Royal Dutch seine Marktposition in Großbritannien, Italien und Brasilien erheblich und erhalte darüber hinaus Zugang zu neuen Gasfeldern in Irland und Italien. Die erwarteten jährlichen Synergieeffekte würden auf 300 Mio. USD geschätzt. Die Übernahme sei ein wichtiger Schritt zur Verstärkung des Upstream-Sektors.

Gemeinsam mit Exxon Mobil und der russischen Gazprom sei ein Rahmenvertrag über eines der größten Infrastrukturprojekte Chinas geschlossen worden: Im äußersten Westen des Landes sollten für 20 Mrd. USD Erdgasfelder erschlossen werden. Zudem entstehe eine 4.000 km lange Pipeline bis zur Ostküste nach Schanghai. Die genannten Unternehmen seien mit jeweils 15% an dem Projekt beteiligt, 50% übernehme der chinesische Ölkonzern Petrochina, 5% der Raffineriekonzern Sinopec.

Gemeinsam mit dem chinesischen Partner CNOOC (China National Offshore Oil Corp.) errichte der Konzern in Südchina ein Petrochemiewerk mit einem Investitionsvolumen von 4,3 Mrd. USD. Die Anlage solle die größte ihrer Art in China werden und ab 2005 jährlich 2,3 Mio. Tonnen chemische Ausgangsstoffe produzieren. Der Konzern erwarte einen zusätzlichen Jahresumsatz in Höhe von ca. 1,7 Mrd. USD.

Das Unternehmen leide nach wie vor unter dem anhaltend schwierigen Branchenumfeld. Der gestiegene Ölpreis, von dem der Konzern profitieren sollte, werde derzeit durch die USD-Schwäche sowie die historisch niedrigen Margen im Raffineriegeschäft überkompensiert. Positiv würden die Analysten die Übernahme der britischen Enterprise Oil sehen, wodurch Royal Dutch seine gute Positionierung im Weltmarkt ausbaue. Auf Basis der Gewinnschätzungen für das kommende Geschäftsjahr würden die Analysten die Aktie derzeit angemessen bewertet sehen.

Die Analysten der Stadtsparkasse Köln bestätigen daher ihre Marketperformer-Einschätzung, für die Aktie von Royal-Dutch.




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