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ASML spekulativer Kauf


20.02.2003
ING BHF-BANK

Dem spekulativ ausgerichteten Anleger empfehlen derzeit die Analysten der ING BHF-BANK die Aktien von ASML Holding (WKN 894248) zum Einstieg.

ASML stelle Lithographie-Maschinen zur Produktion von Halbleitern (Microchips) her. Lithographie-Maschinen seien ein wesentlicher, qualitätsbestimmender Faktor bei der Halbleiterproduktion und bei Qualitätsstandards würden ASML-Anlagen die weltweit führende Position einnehmen.

ASML habe mit den für das zweite Halbjahr 2002 vorgelegten Zahlen positiv überrascht, der schwache Auftragsbestand zum 31. Dezember 2002 und ein fehlender Ausblick für das Jahr 2003 hätten jedoch enttäuscht. Von Juli bis Dezember habe ASML mit 127 Systemen deutlich mehr Lithographie-Maschinen als erwartet (ca. 100) verkauft. Damit habe auch der Umsatz des Konzerns mit 1,17 Milliarden Euro etwa 100 Millionen Euro über den Konsensus-Schätzungen gelegen.

Überwiegend begründet durch Kostensenkungsmaßnahmen (Mitarbeiterabbau, Kapazitätsreduzierungen, Aufgabe von Geschäftsbereichen) habe das Unternehmen einen Nettoverlust von 110 Millionen Euro oder 0,23 Euro je Aktie verzeichnet. In diesen Ergebnissen seien 136 Millionen Euro o.g. Restrukturierungskosten enthalten.


Ohne Restrukturierungskosten und unter Ausklammerung der nicht mehr fortzuführenden Aktivitäten wäre ASML leicht profitabel gewesen. Positiv zu vermelden bleibe, dass durch strenges Kostenmanagement und Reduzierungen des Nettoumlaufvermögens der Liquiditätsbestand auf 669 Millionen Euro gesteigert worden sei und ein Liquiditätsengpass mittelfristig mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden könne.

Der Auftragsbestand per 31. Dezember 2002 habe bei 103 Maschinen bzw. 1,1 Milliarden Euro nach 1,57 Milliarden Euro zum 30. Juni 2002 gelegen. Damit sei der Auftragsbestand deutlich hinter den Erwartungen (ca. 130 Systeme) zurückgeblieben und mache deutlich, dass kurzfristig nicht mit einer schnellen Erholung der Geschäftslage von ASML zu rechnen sei.

Noch immer würden die Überkapazitäten der Halbleiterhersteller die Investitionen in neue Kapazitäten bremsen. Dieser Trend sei zuletzt auch bei Vorlage der Zahlen von Applied Materials, dem weltgrößten Halbleiter-Equipment-Hersteller, deutlich geworden. Wann sich dieser Zustand verbessere, bleibe offen, so dass ASML keinen Ausblick auf das Jahr 2003 gegeben habe.

Die ING BHF-BANK glaube, dass ASML trotz geringer Orderbestände die Gewinnschwelle im Jahr 2003 überschreiten könne, eine deutlichere Ertragserholung auf alte Profitabilitätsniveaus sei aber nicht zu erwarten.

Mit den Absatzzahlen des zweiten Halbjahres habe ASML die Marktführerschaft im Lithographie-Markt erreicht (vor Nikon und Canon) und die technologische Spitzenposition belegt. Die ING BHF-BANK glaube nach wie vor, dass ASML bei einem Aufschwung der Halbleiterindustrie wieder deutlich profitieren werde. Wann dieser Aufschwung einsetze, bleibe aber noch unklar.

Dennoch halten die Analysten der ING BHF-BANK auf dem derzeitigen Kursniveau die Aktie von ASML als langfristiges Investment für interessant, so dass an dem Rating "outperform“ bei hohem Risiko festgehalten werde.




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