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US-Aktien als "sicherer Hafen"?


06.06.2012
Berenberg Bank

Hamburg (www.aktiencheck.de) - Weltweit beschäftigt Anleger die Frage, wie sie sich vor einer Reihe kommender Weichenstellungen in Europa positionieren sollen, so die Analysten der Berenberg Bank.

Edelmetalle hätten mit der jüngsten US-Dollar-Stärke ihren Trend verloren und seien volatil. Renten würden Bonitätsrisiken bergen, sollte es wirtschaftlich schlecht laufen, und Kursrisiken, wenn es gut laufe und die Zinsen wieder einmal steigen sollten. Was hingegen seit Beginn der europäischen Schuldenkrise erstaunliche Stärke bewiesen habe, seien US-amerikanische Aktien.

Seit dem Tiefpunkt der Finanzkrise im Jahr 2009 habe der S&P 500-Index (ISIN US78378X1072 / WKN A0AET0) beispielsweise bis heute um 87% zugelegt. Über den gleichen Zeitraum liege der STOXX Europe 600 mit 47% im Plus, der bankenlastige EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145 / WKN 965814) mit gerade einmal 13%.


Seit Ausbruch der europäischen Verschuldungskrise Anfang 2010 habe der S&P 500-Index 14% gewonnen, während der STOXX Europe 600 nahezu 8% verloren habe und der EURO STOXX 50 mit 30% im Minus liege. Der umfassendere Chart-Vergleich zeige: Dem S&P 500 würden noch gut 15% bis zu seinem alten Hoch vor der Finanzkrise (also seit Mitte 2007) fehlen, beim EURO STOXX 50 habe sich der Abstand dagegen auf jetzt 56% vergrößert.

Der starke Kurstrend sei nicht nur durch die von Notenbanken initiierte Geldschwemme verursacht worden. Die Gewinn-Bewertung der S&P 500-Unternehmen habe sich bei steigenden Kursen sogar weiter zurückgebildet. Seit Beginn der Finanzkrise seien sowohl laufende als auch künftige Kurs-Gewinn-Verhältnisse auf Niveaus gesunken, die in etwa dem langfristigen Schnitt der vergangenen 30 Jahre entsprechen würden.

Die günstigen Bedingungen des US-Aktienmarktes dürften weiter andauern. Während in Europa das Wachstum wohl noch bis weit in das Jahr 2013 hinein gedämpft bleiben werde, gleite die US-Wirtschaft im Wahljahr 2012 auf einer "perfekten Welle" aus großzügiger Geldpolitik und wenig ernsthaften Sparmaßnahmen. Zudem hätten die von der Immobilienkrise betroffenen Haushalte ihre Verschuldung bereits wieder auf ein verkraftbares Niveau zurückgeführt. Der Konsum in den USA sei auf bestem Weg, wieder zu alter Dynamik zurückzufinden und so zu einem relativ stetigen Gesamtwachstum der US-Wirtschaft von 2 bis 3% beizutragen.

Die USA würden mit ihrem robust abgestützten Wachstum und ihrer Gewinndynamik eine attraktive Alternative zu den derzeit schwer kalkulierbaren Risiken in Europa bieten. (06.06.2012/ac/a/m)




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