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China: Finanzmarkt im Fokus der Stützungsmaßnahmen 09.08.2012
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.aktiencheck.de) - Chinas BIP-Wachstum verlangsamte sich in Q2 ein wenig mehr als erwartet auf 7,6% p.a. (Bloomberg Marktkonsensus: +7,7% p.a.), auf Quartalsbasis wuchs die Wirtschaft dagegen mit 1,8% p.q. ein wenig stärker als angenommen (+1,6% p.q.), so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.
Der Gesamtrückgang sei auf einen starken Rückgang des Wachstums im sekundären Sektor zurückzuführen, dieser habe ein Wachstum von nur 8,3% p.a. gegenüber 9,1% p.a. in Q1 verzeichnet. Die anderen Sektoren hätten dagegen leicht zugelegt.
Im Kampf gegen diesen Wachstumsrückgang hätten die chinesischen Behörden derzeit die Stützung der chinesischen Aktienmärkte im Fokus der Reformen. Der Shanghai Composite-Index habe seit seinem letzten Höchststand Anfang Mai bis Ende Juli 13,9% verloren, der Hang Seng China Enterprises-Index (ISIN HK0000004330 / WKN 145734) sogar 18,7%.
Als erste Maßnahme habe die China Securities Regulatory Commission eine weitere Reduktion der Transaktionskosten für Aktienhandel um 20% ab 1. September verkündet. Das wäre die dritte Reduktion in diesem Jahr. Schon im Juni seien die Transaktionskosten für A-Shares um 25% und die Provisionskosten für Termingeschäfte um 30% gesenkt worden. Im Juli sei dann eine Reduktion der Regulierungsgebühren für den Wertpapierhandel gefolgt, jene für "Securities Investment Funds" und Anleihen seien gänzlich abgeschafft worden. Auch eine Reduktion der Stempelgebühr sei in Aussicht gestellt, ein genauer Zeitpunkt jedoch nicht erwähnt worden.
Der zweite Schritt sei ein Entwurf eines "employee stock ownership plan" gewesen. Laut diesem könnten sich Angestellte öffentlich gelisteter Unternehmen bis zu 30% ihrer Barabfindung der letzten zwölf Monate in Form von Aktien der eigenen Firma auszahlen lassen. Diese Aktien müssten dann mindestens 36 Monate gehalten werden. So solle die Produktivität der Unternehmen gesteigert werden.
Als dritte Maßnahme sei der OTC-Markt ausgeweitet worden, um die Finanzierungsmöglichkeiten kleinerer Unternehmen zu vergrößern. Das OTC-Versuchsprogramm sei in Peking gestartet und nun um drei weitere High Tech-Zonen in den Städten Shanghai, Wuhan und Tianjin erweitert worden. Dieser Schritt habe die Aktientitel der High-Tech-Unternehmen in diesen Regionen beflügelt. Generell hätten der SHCOMP Index und der HSCEI Index in letzter Zeit Boden gutmachen (HSCEI +9,8% seit 25.07 und SHCOMP +3,6% seit 31.07) können, unterstützt auch durch die guten Arbeitsmarktzahlen in den USA und den Erwartungen von Stimulus-Maßnahmen in der Region, sowie in Europa und den USA.
Zu guter Letzt sei Reuters zufolge drei lokalstaatlichen Investmentgesellschaften erlaubt worden, Asset-backed Securities (ABS) auszugeben. Dieser Schritt solle die Finanzierung lokaler Infrastrukturprojekte sicherstellen. Lokalen Behörden sei die selbständige Ausgabe von Anleihen oder die Kreditaufnahme bei Banken untersagt, weshalb zu Finanzierungszwecken lokalstaatliche Investmentgesellschaften herangezogen würden.
In der Zwischenzeit habe die People's Bank of China verkündet, dass sie die Feinabstimmung der Geldpolitik im zweiten Halbjahr verstärken wolle. Somit steige die Wahrscheinlichkeit, dass dem Markt mehr Liquidität zur Verfügung gestellt werde. Auch die niedrige Inflation und die Daten für Industrieproduktion, Sachanlageinvestitionen und Einzelhandelsumsätze für Juli würden dafür sprechen. Der Verbraucherpreisindex habe sich auf 1,8% p.a. (Bloomberg Konsensusschätzung: 1,7% p.a.) belaufen und verzeichne somit den vierten Monat in Folge einen Rückgang.
Die anderen heute veröffentlichten Zahlen seien schlechter ausgefallen als erwartet, insbesondere die Industrieproduktion sei weiter (auf 9,2% p.a. von 9,5% p.a.) gefallen, obwohl ein Anstieg (9,7% p.a.) erwartet worden sei. Sie bleibe damit den vierten Monat in Folge unter 10% p.a. Sachanlageinvestitionen würden mit einem Wachstum von 20,4% p.a. gleich wie im Vormonat bleiben - 20,6% p.a. seien erwartet worden. Die Einzelhandelsumsätze hätten einen stärkeren Rückgang als erwartet verzeichnet: von 13,7% p.a. im Vormonat auf 13,1% im Juli (Bloomberg Konsensusschätzung: 13,5% p.a.).
Hoffnungsvoll stimme der schon letzte Woche veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe. Zwar sei der von offizieller Stelle gerechnete Index um 0,1 Punkte auf 50,1 gefallen, der von HSBC gerechnete Index habe aber einen Anstieg von 48,2 auf 49,3 Punkte verzeichnen können. Außerdem hätten die Subindices Neuaufträge, neue Exportaufträge und Produktion zulegen können. (09.08.2012/ac/a/m)
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