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Aktienmärkte: Vorschläge für eine Positionierung nach der FED-Entscheidung


14.09.2012
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Während der vergangenen Monate haben wir an dieser Stelle mehrfach deutlich gemacht, dass wir mittelfristig eine weitere Ausweitung der gesamtwirtschaftlichen Liquidität durch die internationalen Notenbanken erwarten, so Ekkehard Link, Analyst der National-Bank AG.

In der vergangenen Woche habe die Europäische Zentralbank (EZB) einen strategischen Schwenk vollzogen und ihre Absicht prinzipiell unbegrenzter Ankäufe von Staatsanleihen aus der europäischen Peripherie bekannt gegeben ("Dicke Bertha").

Der gestrige Tag habe in den USA die erwartete weitere Ausweitung dieser Politik gebracht. Die US-amerikanische Notenbank habe eine neue Runde ihrer als "quantitative Lockerung" bezeichneten Geld- und Kreditpolitik eingeläutet, mittlerweile die dritte seit Beginn von Finanz- und Fiskalkrise. Die ebenfalls martialische Begriffsfindung für diese Aktion ("Bazooka") kennzeichne Wesen und Vorgehen der US-Notenbank: Die Währungshüter würden mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln dabei helfen wollen, das schleppende Wirtschaftswachstum zu beschleunigen und die Stagnation am US-Arbeitsmarkt zu durchbrechen.

Zu diesem Zweck sollten auf unbestimmte Zeit jeden Monat hypothekarisch besicherte Wertpapiere im Gegenwert von 40 Mrd. USD von der Notenbank angekauft werden. Der zu erwartende Liquiditätsimpuls erreiche bis zum Jahresende 2012 eher ca. 85 Mrd. USD je Monat, da in der Vergangenheit beschlossene liquiditätssteigernde Maßnahmen ebenfalls fortgeführt würden. Dazu würden die "Operation Twist" genannte Veräußerung kurz laufender und der Erwerb lang laufender Staatsanleihen durch die Notenbank ebenso wie die Neuanlage des Gegenwertes fälliger Staatsanleihen zählen. Zudem hätten die US-Währungshüter bekannt gegeben, dass der Leitzins (Federal Funds Target Rate) nunmehr bis Mitte 2015 auf einem "extrem niedrigen Niveau" gehalten werden solle. Bislang habe hier das Jahr 2014 als Limit gegolten.

Es falle auf, dass die US-Währungshüter gleich drei Verhaltensweisen an den Tag legen würden, die sie noch nie zuvor hätten beobachten lassen und die ahnen lassen würden, wie ernst es ihnen sei, der US-Wirtschaft durch Liquiditätszufuhr weiter aufzuhelfen. Zum ersten sei das beschriebene Programm zum Ankauf von hypothekarisch besicherten Wertpapieren weder zeitlich noch betragsmäßig begrenzt. Mehr noch als das, die FED habe in Aussicht gestellt, dass sie "weitere geld- und kreditpolitische Instrumente" nutzen werde, und zwar so lange, wie sich die US-amerikanische Wirtschaft nur unterdurchschnittlich entwickele. Diese Aussage stehe mit jener der "Dicken Bertha" der EZB auf Augenhöhe.

Ein zweites Novum stelle die Bedingtheit der Maßnahmen in ihrer Wirkung auf den Arbeitsmarkt dar: Die Notenbank habe ihre Absicht bekundet, ihre Politik so lange in der geschilderten Weise fortzuführen, bis der US-Arbeitsmarkt eine "substantielle Erholung" zeige. Eine solche explizite Verknüpfung zwischen Geld- und Kreditpolitik einerseits und Beschäftigungslage andererseits habe es bislang ebenfalls noch nie gegeben.

Das dritte Novum zeige sich schließlich darin, dass die monetäre Expansion über eine beginnende Beschleunigung der US-Konjunktur hinaus beibehalten werde. Und der Arbeitsmarkt reagiere auf eine wirtschaftliche Erholung üblicherweise mit einer deutlicheren Verzögerung.


An der "Inflationsfront" würden sich die US-Notenbanker hingegen unbeeindruckt zeigen: Die mittel- und langfristigen Inflationserwartungen hätten sich als unverändert "wohl verankert auf niedrigem Niveau" gezeigt.

An diesem Punkt angelangt, bedürfe es nur mehr wenig Phantasie, um auch für Japan eine weitere Lockerung der Geld- und Kreditpolitik vorauszusagen. Die japanische Zentralbank befinde sich seit Monaten unter Druck der Regierung, der hartnäckigen Deflation in Japan entgegenzuwirken. Dieser Druck verstärke sich jetzt noch dadurch, dass der Japanische Yen im Zuge der Aktionen von EZB und FED weiter aufwerte. Dadurch werde den ohnehin mit Schwierigkeiten im Exportgeschäft kämpfenden japanischen Unternehmen das Leben noch schwerer gemacht als bislang.

Die japanische Regierung habe soeben ihre Wachstumsschätzungen zum zweiten Mal binnen zweier Monate reduziert und vor der Gefahr eines Einbruchs des schon niedrigen Expansionstempos gewarnt. Während der kommenden Wochen werde die Bank of Japan mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf reagieren. Interventionen gegen den zunehmenden Außenwert des Yen seien ebenso wahrscheinlicher geworden wie die Vornahme einer japanischen Form der "mengenmäßigen Lockerung" nach FED- bzw. EZB-Vorbild.

Mit der Öffnung der "monetären Schleusen" rund um den Globus sei eine der wesentlichen notwendigen Bedingungen für das mittelfristige Anziehen der Aktienkurse erfüllt. Zwar würden die bekannten Störfaktoren (europäische bzw. globale Fiskalkrise, G3-Wachstumsschwäche) erhalten bleiben. Aber die geschilderte Entwicklung stelle einen an Bedeutsamkeit kaum zu überschätzenden Beitrag dar, die globale Wachstumsschwäche mittelfristig zu überwinden und damit den G3-Aktienmärkten ihr Kurspotential zu bewahren, bzw. es möglicherweise sogar zu erhöhen.

Aus heutiger Sicht dürfte einem Anstieg der G3-Aktienindices auf ihre historischen Höchstständen während der kommenden sechs bis zwölf Monate nun kaum noch etwas im Wege stehen.

Bevor allerdings neue "All-Time Highs" in den Blick des Möglichen geraten würden, müsse die Politik der jeweils betroffenen Länder "liefern": Die als notwendig erachteten Schritte zur Überwindung insbesondere der europäischen Fiskalkrise müssten vollzogen werden. Die USA und Japan müssten Wege finden, um den viel zitierten "Sturz über die Fiskalklippe" zu vermeiden, denn auch hier würden jeweils Fiskalkrisen drohen, die jener in Europa nicht unbedingt unähnlich erschienen hätten. Und die Weltkonjunktur müsse ihre seit Beginn der Fiskalkrisen beklagte Schwäche überwinden. An diesen genannten "Fronten" würden sich allenfalls erste Lösungsansätze zeigen.

Deshalb würden die Analysten aus heutiger Sicht den Rat bekräftigen, Aktienpositionen bei Annäherung an die bzw. Erreichen der All-Time-Highs der Aktienindices aufzulösen (S&P 500-Index (ISIN US78378X1072 / WKN A0AET0): 1.580 Punkte, DAX-Index (ISIN DE0008469008 / WKN 846900): 8.100 Punkte).

Für den risikoaverseren Anleger empfehle sich die Konzentration auf Werte mit hoher abgesicherter Dividendenrendite oder der Erwerb entsprechender Fonds. Auch die Aktien familiengeführter Gesellschaften würden empfehlenswert erscheinen, da sie ein ähnliches Chance-Risiko-Profil aufweisen würden. Der risikogeneigtere Anleger sollte ein Engagement in den Emerging Markets in seine Überlegungen einbeziehen, vorzugsweise über geeignete Fonds. (14.09.2012/ac/a/m)




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