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Aktienmarkt: Risikoaversion auf dem Rückzug


22.10.2012
Union Investment

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - In der vergangenen Woche zeigten sich Aktienmarktinvestoren rund um den Globus risikofreudig, so die Experten von Union Investment.

Die wichtigsten Börsen hätten teils sehr deutlich zulegen können. Während US-amerikanische Aktien nur moderate Kursgewinne ausgewiesen hätten (der S&P 500 (ISIN US78378X1072 / WKN A0AET0) sei um 0,3 Prozent gestiegen), sei der deutsche DAX (ISIN DE0008469008 / WKN 846900) vorübergehend bis auf 7.448 Punkte vorgerückt. Auf Wochensicht sei ein Zuwachs von zwei Prozent gelungen. Noch gefragter seien nur europäische und besonders japanische Aktien gewesen. Der MSCI World habe 1,3 Prozent (in lokaler Währung) gewonnen.

Neben Konjunkturdaten und Unternehmensergebnissen zum dritten Quartal spiele die europäische Staatsschuldenkrise weiterhin eine wichtige Rolle an den Aktienmärkten. Dass man an ein Fortbestehen der Eurozone glaube, spiegele das große Interesse der Anleger an genau jenen Papieren, die sie zuvor krisenbedingt besonders stark gemieden hätten - wie beispielsweise griechische Aktien. Das Bekenntnis der deutschen Regierung zu Griechenland vergangene Woche sei sicher ein Grund für das Plus der Athener Börse von mehr als acht Prozent gewesen. Gleiches gelte für Papiere europäischer Finanz- und Versicherungsinstitute, die ebenfalls einen Teil ihrer Verluste hätten aufholen können.


Ganz weit weg scheine die Krise derzeit für den MDAX (ISIN DE0008467416 / WKN 846741), den "kleinen Bruder" des DAX, zu sein. Der Index für MidCaps, also mittelgroße Werte inklusive dem hoch gelobten deutschen Mittelstand, habe sich vergangene Woche zu Rekordhöhen aufgeschwungen. In der Spitze habe er bei 11.556 Punkten gelegen und somit über seinem bisherigen Rekord aus dem Vorkrisenjahr 2007. Auf Wochensicht sei ein Plus von immerhin 2,2 Prozent geblieben und damit ein Punktsieg vor dem großen Bruder.

Zu den Favoriten im MDAX hätten vergangene Woche zum Beispiel der Handelskonzern Douglas (ISIN DE0006099005 / WKN 609900) (plus 7,5 Prozent), das Bauunternehmen HOCHTIEF (ISIN DE0006070006 / WKN 607000) (plus 8,3 Prozent) und Wincor Nixdorf (ISIN DE000A0CAYB2 / WKN A0CAYB) (plus 11,4 Prozent) gehört. Ähnlich wie im DAX würden im MDAX jene Unternehmen zu den Spitzenreitern gehören, die einen wesentlichen Teil ihres Umsatzes außerhalb der Eurozone generieren, also auf den Export setzen würden.

Wenig Grund zur Freude hätten Aktieninvestoren derweil mit Technologie-Werten aus den USA gehabt, deren teils sehr kräftige Verluste auch den Dow Jones (ISIN US2605661048 / WKN 969420) und den S&P 500 deutlich negativ beeinflusst hätten. Auf Indexebene sei das Minus der Technologiebörse NASDAQ (ISIN XC0009694271 / WKN 969427) mit 1,3 Prozent noch vergleichsweise gering ausgefallen.

Stärker abwärts habe es Microsoft (ISIN US5949181045 / WKN 870747) (minus 2 Prozent), Google (ISIN US38259P5089 / WKN A0B7FY) (minus 8,5) und vor allem den Chiphersteller AMD (ISIN US0079031078 / WKN 863186) gezogen, dessen Aktie satte 20,4 Prozent an Wert verloren habe. Alle drei Konzerne hätten schwache Unternehmensbilanzen vorgestellt. Bei Microsoft und AMD habe der schrumpfende Absatz von herkömmlichen Computern belastet. Beim Softwareriesen Microsoft habe dieser mit zu einem Gewinneinbruch um 22 Prozent beigetragen. Die Quartalszahlen des Internetriesen Google hätten ebenfalls enttäuscht, außerdem habe die Veröffentlichung vor Handelsschluss die Anleger zusätzlich verärgert. Allen drei traditionellen Hightech-Unternehmen mache der Trend zu mobilen Endgeräten zu schaffen, welchem sie ihr Angebot erst noch anpassen müssten. (22.10.2012/ac/a/m)




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