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Europas Aktienmärkte im Zeichen der Berichtssaison


02.11.2012
LB Baden-Württemberg

Stuttgart (www.aktiencheck.de) - Der Hurrikan Sandy hat zwar die US-Börsen für zwei Handelstage lahmgelegt und auch den US-Wahlkampf beeinflusst. In Europa stand das Geschehen an den Aktienmärkten diese Woche dennoch ganz im Zeichen der Berichtssaison, so die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg.

In Summe hätten die bisher veröffentlichten Ergebnisse der EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145 / WKN 965814)-Konzerne leicht unter dem Konsens gelegen. Gewinnrückgänge hätten vor allem Automobiltitel vermeldet. Auch Chemie- und Telekomwerte hätten angesichts der Konjunkturschwäche erste Ermüdungserscheinungen gezeigt. Während bei den Versicherern Ergebnisverbesserungen zu verzeichnen gewesen seien, sei die Erholung der Bankengewinne durch eine steigende Risikovorsorge konterkariert worden.


Dass die Zeiten härter geworden seien, hätten die Aussagen über die zukünftigen Perspektiven gezeigt: Die Mehrzahl der Unternehmensausblicke sei von Zurückhaltung und Vorsicht geprägt gewesen. Umso positiver seien die ermutigenden Signale für die Weltwirtschaft aus den wichtigsten Schwellenländern Asiens von den Märkten aufgenommen worden. So habe der chinesische Einkaufsmanagerindex im Vormonatsvergleich um 0,4 Punkte auf 50,2 Zähler zugelegt und sei damit erstmals seit drei Monaten wieder über die wichtige Expansionsschwelle geklettert.

Aufwärts sei es darüber hinaus in Indien gegangen, wo der HSBC-Einkaufmanagerindex um 0,1 Punkte auf 52,9 Zähler gestiegen sei. Auftrieb hätten die Börsen auch aus Spanien bekommen, wo sich die Wirtschaft besser als erwartet entwickelt habe. Nicht zuletzt habe eine Reihe zahlreicher positiver US-Konjunkturdaten wie etwa die besser als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktzahlen der privaten Arbeitsvermittlung ADP oder der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe die Märkte beflügelt.

Mit einer deutlichen Trendwende an den Börsen in den nächsten Wochen würden die Analysten dennoch nicht rechnen. Zu groß seien die Unwägbarkeiten an den Finanzmärkten. Dazu würden sicherlich kürzerfristig der ungewisse Ausgang der US-Wahlen und die Frage, ob Amerika den Sturz von der "Fiskalklippe" in die Rezession verhindern könne, gehören. Unsicher bleibe auch, ob an Griechenland die nächste Kredittranche zur Abwendung des Staatsbankrotts ausgezahlt werde. "Abwarten und Tee trinken" laute deshalb die Empfehlung der Analysten für die dunkle Jahreszeit. (02.11.2012/ac/a/m)




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