|
 |
|
| |
|
 |
| Kurs |
Vortag |
Veränderung |
Datum/Zeit |
| - |
- |
0 |
0 % |
/ |
| |
| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
|
|
- |
- |
| |
|
|
| |
|
|
| |
Internationale Kapitalmärkte: aktuelle Anlagestrategie 09.11.2012
Weberbank
Berlin (www.aktiencheck.de) - Die US-Wahl ist entschieden: Barack Obama wurde als US-Präsident wiedergewählt, so die Analysten der Weberbank.
Bei der parallelen Abgeordnetenwahl zum Repräsentantenhaus hätten die Republikaner dagegen ihre Mehrheit verteidigt und dürften die gleiche Anzahl an Volksvertretern stellen wie bisher. Auch im Senat stünden keine Veränderungen an: Die Demokraten würden auch weiterhin mindestens 51 der 100 Senatoren stellen und könnten damit ihre knappe Mehrheit verteidigen. An den Machtverhältnissen in Washington habe sich damit nichts verändert. Die Unsicherheit über die "fiscal cliff" bzw. wie viele der auslaufenden Steuerentlastungen aus der Amtzeit von Bush verlängert und wie stark die Ausgaben gekürzt würden, bleibe somit weiter bestehen.
Angesichts der völlig unterschiedlichen Vorstellungen, wie die Haushaltssanierung und die Entschärfung der Schuldenbremse erfolgen sollten, sei mit einer schnellen Einigung der Parteien nicht zu rechnen. Letztendlich werde es zu einem Kompromiss kommen, da keiner ein Abrutschen in eine Rezession riskieren werde.
Die Konjunkturdaten aus Amerika hätten sich zuletzt mehrheitlich verbessern können. Die US-Wirtschaft sei im dritten Quartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,0% gewachsen. Verantwortlich dafür seien vor allem höhere private Konsumausgaben, höhere Staatsausgaben sowie die Belebung beim Wohnungsbau gewesen.
Überraschend positiv sei auch der Arbeitsmarktbericht ausgefallen: Außerhalb der Landwirtschaft seien im Oktober 171.000 neue Stellen geschaffen worden. Auch die vielbeachteten Einkaufsmanagerindices für das Verarbeitende Gewerbe und für Dienstleistungen würden wieder oberhalb der Wachstumsschwelle liegen und eine Belebung im Industrie- und Dienstleistungssektor anzeigen. Zusätzlich sei das Konsumentenvertrauen auf den höchsten Stand seit über vier Jahren gestiegen, und die Verbraucher hätten sich auch wieder etwas ausgabefreudiger gezeigt.
Die Fortschritte am Arbeitsmarkt, Stabilisierungstendenzen am Immobilienmarkt sowie anziehende Konjunkturfrühindikatoren würden auf eine Aufhellung der amerikanischen Wirtschaft hindeuten, wenn auch nicht mit einem überdurchschnittlichen Wachstum zu rechnen sei.
Im Gegensatz zu den USA seien die europäischen Konjunkturindikatoren enttäuschend. Die Einkaufsmanagerindices hätten weiter nachgegeben und würden sogar auf einen beschleunigten Abwärtstrend in der Industrie hindeuten. Immer deutlicher zeige sich, dass die Krise in den Peripherieländer die beiden größten Volkswirtschaften der Eurozone, Deutschland und Frankreich, in Mitleidenschaft ziehe. Dies hätten auch das Industrievertrauen und das Geschäftsklima bestätigt, welche wesentlich schlechter ausgefallen seien, als von den Volkswirten erwartet worden sei. Angesichts der sich verschärfenden Eintrübung der Konjunktur sei für das vierte Quartal mit einer Fortsetzung der Rezession im Euroraum zu rechnen.
Die unverändert trüben Konjunkturaussichten in Europa, die Diskussionen um das weitere Vorgehen in Griechenland sowie die Angst vor der "fiscal cliff" in Amerika würden den Rentenmärkten weitere Unterstützung geben und zur Zeit wenig Spielraum für eine Trendwende am Zinsmarkt lassen. Solange sich ein Verhandlungsabschluss zwischen Griechenland und den Kreditgebern bzw. der Hilfsantrag Spaniens beim ESM hinziehe, würden sichere Häfen wie deutsche Anleihen gut unterstützt bleiben.
Die europäischen Aktienmärkte würden sich weiterhin in der Seitwärtsphase befinden. Hätten noch erfreuliche Wirtschaftsdaten aus den USA und den Schwellenländern sowie überraschend positive Quartalszahlen - insbesondere von deutschen Unternehmen - die Kurse treiben können, setze zum Ende der Woche wieder Ernüchterung ein.
Die Berichtssaison in den USA neige sich langsam dem Ende zu. Mittlerweile hätten 428 der im S&P 500 (ISIN US78378X1072 / WKN A0AET0) enthaltenen Unternehmen ihre Ergebnisse für das dritte Quartal 2012 vorgelegt. Das Ergebnis sei als enttäuschend zu bezeichnen. Das Verhältnis der Unternehmen, welche die Gewinnerwartungen der Analysten übertreffen würden, habe sich zwar auf 71% verbessern können, liege damit aber immer noch historisch gesehen unterhalb des langfristigen Durchschnitts.
Bei den Umsatzerwartungen sei das Bild sogar deutlich negativer. Hier würden nur gerade 39% der Unternehmen die Erwartungen des Marktes schlagen. Erstmals seit dem dritten Quartal 2009 seien die aggregierten Gewinne im Vergleich zum Vorjahresquartal rückläufig. Dies wecke Befürchtungen, dass die Unternehmensgewinne ihren Höhepunkt überschritten haben könnten und die Gewinnerwartungen der Analysten zu optimistisch seien.
Ganz anders sehe es in Deutschland aus. Hier hätten die Unternehmen bislang mehrheitlich die Gewinn- und Umsatzerwartungen übertreffen können. Zusätzlich hätten sogar einige Unternehmen wie aus der Finanzbranche ihre Ausblicke angehoben.
Nach Meinung der Analysten hätten die Aktienmärkte noch weiteres Aufwärtspotenzial. Die bereitgestellte Liquidität der Notenbanken, die moderate Bewertung gemessen am KGV sowie die relativ hohen Risikoprämien würden darauf hinweisen, dass die Aktienmärkte zur Zeit noch gut unterstützt seien. Allerdings sollten die Fiskalprobleme sowie die Konjunktureintrübung in der Eurozone nicht außer Acht gelassen werden. Die Analysten würden daher empfehlen, die Stopp-Loss-Limite für die Aktienmärkte zu erhöhen. (09.11.2012/ac/a/m)
|
 |
|
|
 |
|
|
| |
|