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DAX notiert unter 3.000 Zählern 20.12.2002
DZ BANK
Erstmals seit seiner Erholung vom zyklischen Tiefstand bei 2.533 Punkten am 9. Oktober notiert der DAX wieder unter der Marke von 3.000 Zählern, berichten die Analysten der DZ BANK.
Gewinnmitnahmen hätten sich fortgesetzt. Bis dato habe der Index im Dezember ein Minus von rund 400 Punkten verzeichnen müssen. Mehrere Faktoren würden derzeit die Kurse drücken. Zum einen belaste die Möglichkeit eines Irak-Krieges, was derzeit vor allem am Ölpreis zu spüren sei, der wieder bei knapp 30 US-Dollar pro Barrel notiere. Zum anderen sei es die labile Situation der deutschen Wirtschaft, die auf die Kurse drücke. Der erneute Rückgang des Ifo-Geschäftsklima-Index, der siebte in Folge, zeige, dass mit einer Dynamisierung der konjunkturellen Entwicklung nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2003 zu rechnen sei. Die Unsicherheit der Marktteilnehmer drücke sich vor allem in der gestiegenen Volatilität der DAX-Titel aus. So sei der VDAX seit Monatsanfang wieder deutlich von rund 32% auf 45% angestiegen.
Auch für Anfang 2003 könne man Kursrückgänge nicht ausschließen. Vor allem das Risiko einer erneuten militärischen Auseinandersetzung im Nahen Osten könnte nach dem Ende des Ramadan und der christlichen Feiertage per Ende Dezember im Januar und Februar 2003 zu einer weiterhin überdurchschnittlich hohen Volatilität der Kurse führen. Während der Irak-Krise 1990/91 habe auch der DAX erhebliche Kursverluste verzeichnet. Im Zeitraum 2. August 1990 (Einmarsch der Iraker in Kuwait) bis zum 17. Januar 1991 (Offensive der Alliierten) sei der DAX um 29,2% gefallen. Und der Preis für Rohöl sei in dieser Phase auf bis zu 42 US-Dollar pro Barrel angestiegen.
Obwohl die Analysten in ihrem Hauptszenario von einer friedlichen Lösung des Irak-Konfliktes ausgingen, seien für den Fall eines Krieges im Nahen Osten deutliche Kursrückgänge an den Aktienmärkten nicht auszuschließen. Im Falle schneller Erfolge der USA stünden die Chancen jedoch gut, dass die Kurse nur kurzfristig korrigieren würden. Sollten militärische Auseinandersetzungen jeglicher Form vermieden werden können, ergebe sich für die Aktienmärkte kurzfristig ein erhebliches Rallypotenzial, da der neben der schwachen Konjunkturentwicklung größte psychologische Belastungsfaktor wegfallen würde.
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