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DAX technische Analyse 23.12.2003
LRP
In Anbetracht der nahenden Feiertage wundert sich niemand, wenn der DAX keine massiven Erfolge mehr feiert, so der Analyst der LRP Landesbank Rheinland-Pfalz, Manfred Wolter.
Aber bei dem Erfolg seit einem Jahr (plus knapp 30%) werde es auch nicht viele Klagen geben. Und die Performance von knapp 80% seit dem Tiefpunkt im März stempele das Jahr 2003 bereits jetzt zum absoluten Ausnahmeereignis.
Zwischen 3.931 Punkten und 3.947 Punkten sei im Sommer 2002 mit mehreren Hoch- und Tiefpunkten ein markanter absoluter Bereich geschaffen worden, der nicht so einfach zu überspringen sei. Und die verlängerte Widerstandslinie aus verbundenen Höchstkursen seit dem Frühjahr 2000 verlaufe zwar inzwischen unter 3.900 Punkten, aber von einer signifikant geknackten Hürde dürfe bei den aktuellen Kursen noch nicht gesprochen werden.
An potenziellen Scheidepunkten würden sowohl die Umfragen nach der weiteren Entwicklung als auch möglichst extreme Prognosen erhöhte Aufmerksamkeit genießen, aber unter Chance-Risiko-Aspekten sollte jeder Investor gut überlegen, wie weit er sich an Schlüsselpunkten von der individuellen Benchmark des Portfolios entferne.
Auch bei Verzicht auf direkte sofortige Richtungsaussagen bleibe jedoch die Frage nach den nächsten wichtigen Marken bzw. potenziellen Zielen erhalten. Die drei großen US-Aktienindizes könnten diejenigen der Eurozone aufgrund anders gelagerter individueller Widerstände weiter nach oben ziehen - knapp 4% (Dow Jones) bis gut 8% (Nasdaq-Index) Potenzial bis zu den nächsten wichtigen Chartmarken würden in Anbetracht des DAX-Betas problemlos für den Weg deutlich über 4.000 Punkte reichen.
Eigentechnisch würden die Marken nach oben bei gut 4.200 Punkten (61,8%iges Fibonacci Retracement der Korrektur von 5.467 Punkten auf 2.189 Punkte), bei knapp 4.500 Punkten (Zwischenhoch aus dem Sommer 2002) und dann bei gut 4.700 Punkten warten (Zwischentief aus dem Februar 2002). Sollte dagegen jetzt eine Korrektur beginnen, so würden Unterstützungen bei knapp 3.680 Punkten (Zwischenhoch aus dem September 2003), bei gut 3.200 Punkten (Zwischentief aus dem Oktober 2003) und bei ca. 3.060 Punkten liegen (50%iges Fibonacci Retracement der Erholung von 2.189 Punkten auf 3.930 Punkte).
Betrachte man die Indikatoren des DAX, so würden die Oszillatoren zur Vorsicht mahnen, aber der MACD habe den negativen Schnitt aus dem Oktober auf Wochenbasis trotz des eher moderaten Momentums mit einem positiven Rebreak im November gekontert und das absolute Niveau lasse weiteren Raum nach oben.
Solange der DAX auf aktuellem Niveau klare Signale "verweigere", würden die Analysten risikoarme Positionen in der Nähe der Benchmark bevorzugen. Erfolgt später ein Wochenschluss oberhalb von 4.040 Punkten oder unter 3.800 Punkten, so sollte genügend frisches Potenzial für prozyklische Positionen entstehen.
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