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Vortag |
Veränderung |
Datum/Zeit |
| 9,20 € |
9,82 € |
-0,62 € |
-6,31 % |
23.04/17:37 |
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| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
| DE0007193500 |
719350 |
- € |
- € |
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Koenig & Bauer Downgrade 11.04.2007
Bankhaus Lampe
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Roland Könen, Analyst vom Bankhaus Lampe, nimmt für die Aktie von Koenig & Bauer (ISIN DE0007193500 / WKN 719350) ein Downgrade von "kaufen" auf "halten" vor.
Die Geschäftszahlen 2006, die die Gesellschaft Ende März vorgestellt habe, hätten umsatzseitig im Rahmen, in Bezug auf das operative Ergebnis jedoch unter den Schätzungen der Analysten gelegen. Umgesetzte Kosteneinsparungen sowie Produktivitätsgewinne hätten die Belastungen von der Währungsseite, den gestiegenen Rohstoffkosten, insbesondere Stahl und Energie, sowie höhere Tariflöhne nicht ausgleichen können. Aufgrund eines besser als erwarteten Finanzergebnisses sowie einer geringeren Steuerquote habe der Jahresüberschuss hingegen die Planzahlen der Analysten nahezu erreicht.
Der Konzernumsatz sei um 7,5% auf 1,742 Mrd. EUR gestiegen (die Erwartungen der Analysten: 1,745 Mrd. EUR). Das Betriebsergebnis (EBIT) habe sich auf der einen Seite zwar um fast 40% auf 46 Mio. EUR erhöht, habe auf der anderen Seite jedoch deutlich von den Planungen der Analysten (56 Mio. EUR) entfernt gelegen. Die Analysten vom Bankhaus Lampe würden dies insbesondere auf die unbefriedigende Ergebnissituation im Segment Bogenoffset zurückführen. Der Jahresüberschuss sowie der Gewinn je Aktie seien um jeweils 85% auf 34 Mio. EUR gestiegen (die Erwartung der Analysten: 35 Mio. EUR) bzw. 2,11 EUR (die Erwartung der Analysten: 2,16 EUR). Auch die avisierte Dividende in Höhe von 0,50 EUR liege unter den Schätzungen der Analysten von 0,60 EUR je Aktie.
Bei den Auftragseingängen habe der Konzern ein Minus von 7% auf 1,650 Mrd. EUR hinnehmen müssen, was angabegemäß vor allem auf ein schwächeres Tiefdruckgeschäft sowie deutlich zurückgegangene Großprojekte im Zeitungsdruck zurückzuführen sei (Rollenmaschinen: -16% auf 785 Mio. EUR). Bei den Bogenoffsetmaschinen habe Koenig & Bauer ein Orderplus von 4% auf 864 Mio. EUR verbuchen können. Entsprechend sei auch der Auftragsbestand um 9% auf 949 Mio. EUR gesunken.
Ausgehend von den aktuell vorgelegten Daten sowie den Kommentaren des Managements hätten die Analysten vom Bankhaus Lampe ihre Gewinnreihen angepasst. Auf der Umsatzseite rechne man für 2007 aktuell nur noch mit Erlösen von 1,76 Mrd. EUR (zuvor: 1,81 Mrd. EUR) sowie für 2008 von 1,81 Mrd. EUR (zuvor: 1,87 Mrd. EUR). Für das Vorsteuerergebnis gehe man nun von 49 Mio. EUR (EBT-Marge: 2,8%) aus. Bislang habe die Schätzung der Analysten hier bei 62 Mio. EUR (EBT-Marge: 3,4%) gelegen.
Für 2008 würden die Analysten ihre Erwartungen im EBT von 67 Mio. EUR (Marge: 3,6%) auf 57 Mio. EUR (Marge: 3,1%) reduzieren. Damit würde die Gesellschaft noch weit von ihrer mittelfristigen Zielmarge von 5% entfernt liegen. In der aktuellen Marktverfassung (starker Euro, Preisdruck, hohe Rohstoffkosten, steigende Personalkosten) erscheine dieses Ziel nach Erachten der Analysten jedoch auch sehr ambitioniert, so dass man nicht davon ausgehe, dass Koenig & Bauer diese Marke mittelfristig erreichen dürfte.
Insgesamt würden die Analysten ihre Gewinnschätzung je Aktie für 2007 von 2,49 EUR auf 2,10 EUR sowie für 2008 von 2,69 EUR auf 2,51 EUR reduzieren. Analog würden sie auch ihre Dividendenschätzungen (2007: 0,50 EUR nach 0,70 EUR; 2008: 0,60 EUR nach 0,75 EUR) senken, wobei die Ausschüttung bei einer Rendite von 2% ihres Erachtens nur ein untergeordnetes Investitionskriterium darstelle.
Die vorgelegten Daten sowie der Ausblick hätten die Analysten insgesamt enttäuscht. Die Aktie erscheine mit einem KGV von rund 13 (2007) bzw. 11 (2008), einem Umsatzmultiplikator bezogen auf die Marktkapitalisierung von lediglich 0,25 sowie einem aktuellen Kurs knapp unterhalb des Buchwertes unverändert günstig. Zudem würden die Analysten glauben, dass der Konzern aufgrund seiner Marktstellung sowie der Strategie, zahlreiche Produkte in Nischenmärkten (z.B. Wertpapierdruck) anzubieten, aktuell gut aufgestellt sei.
Dennoch müsse nach Erachten der Analysten auch gesehen werden, dass der Konzern seit 2001 seine Eigenkapitalkosten nicht mehr habe verdienen können. So habe die Eigenkapitalrentabilität zuletzt 2000 im zweistelligen Bereich gelegen (2004: 2,7%; 2005: 4,1%; 2006: 7,2%). Unverändert müsse zudem bei einer Anlage in den Wert beachtet werden, dass die Liquidität an der Börse sowie die Aufmerksamkeit der Investoren deutlich geringer sei als beispielsweise beim im MDAX notierten Wettbewerber Heideldruck.
Die Analysten würden daher insgesamt glauben, dass das Rückschlagspotenzial der Aktie zwar deutlich reduziert sei, jedoch in der aktuellen Verfassung auch die Fantasie für entsprechend höhere Kurse fehle.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe stufen die Aktie von Koenig & Bauer daher von "kaufen" auf "halten" zurück und reduzieren ihr Kursziel von 33,00 EUR auf 30,00 EUR. (Analyse vom 11.04.2007) (11.04.2007/ac/a/nw)
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