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Schmack Biogas verkaufen 21.12.2007
SES Research
Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SES Research, Dr. Karsten v. Blumenthal, rät die Aktie von Schmack Biogas (ISIN DE000SBGS111 / WKN SBGS11) unverändert zu verkaufen.
Schmack Biogas habe heute bekannt gegeben, dass das Unternehmen einen Rahmenvertrag mit HgCapital über die Errichtung von 12 bis 15 Biogasanlagen (inkl. Gaseinspeisung) mit einer Gesamtleistung von rund 30 MW abgeschlossen habe. Der Vertrag habe einen Umfang von EUR 130 Mio. und laufe bis 2010. Der größte Teil des Umsatzes aus dem Vertrag (jeweils 40%) sollte in 2008 und 2009 generiert werden. Mit diesem Vertrag sichere sich Schmack vorläufig ca. 30% der geschätzten Umsätze der nächsten beiden Jahre.
Allerdings sei der Rahmenvertrag an bestimmte Bedingungen geknüpft: So sei HgCapital nur verpflichtet, Biogasanlagen zu übernehmen, wenn die jeweiligen Biogasanlagenstandorte eine bestimmte Rentabilität erreichen würden. Außerdem sei ein bestimmter Abnahmepreis für das erzeugte Gas vorgesehen. Dieser von Schmack nicht genau bezifferte Preis basiere auf Renditeberechnungen, die unterstellen würden, dass das von der Bundesregierung geplante Gaseinspeisegesetz und die EEG-Novellierung wie in den jeweiligen Referentenentwürfen vorgesehen verabschiedet würden.
Der Auftragsbestand von aktuell ca. 103 Mio. ändere sich vorerst nicht, da die Projekte erst nach Projektbeginn in den Bestand aufgenommen würden. Laufe die Projektabwicklung plangemäß, würden die EUR 130 Mio. sukzessive in den Auftragsbestand einfließen. Mit HgCapital habe Schmack einen finanzstarken Partner gefunden, der schon in der Vergangenheit in den Bereich Erneuerbare Energien investiert habe, insbesondere in Windparks. HgCapital sei ein Private-Equity-Investor, der Fondsmittel in Höhe von EUR 2,7 Mrd. verwalte. Bereits im März habe sich HgCapital bei der Aufwind Schmack GmbH, die von Ulrich Schmacks Bruder Ferdinand Schmack geführt werde, engagiert und in Biogasanlagenprojekte investiert. Aufwind Schmack projektiere Biogasanlagen und beziehe Anlagen von Schmack Biogas.
SES Research erhöhe die Schätzungen in der top line auf EUR 184,6 Mio. in 2008 (+8%) und EUR 241,8 Mio. in 2009 (+15%). In 2009 dürfte sich der zusätzliche Umsatz auch positiv in der bottom line niederschlagen, dagegen sei für 2008 keine Verbesserung des EBIT zu erwarten. Der wesentliche Grund dafür sei die technologische Umbruchsituation, die Schmack gegenwärtig bewältigen müsse. Lange Zeit habe Schmack kleine Biogasanlagen gebaut, die wesentliche Umsatz- und Ertragsbeiträge geliefert hätten.
Der Einbruch der landwirtschaftlichen Nachfrage und der Trend hin zu deutlich größeren Biogasanlagen im MW-Bereich zwinge das Unternehmen zu einem schnellen Umsteuern. Gegenwärtig baue Schmack daher große Biogasanlagen (1 bis 5 MW), ohne über eine entsprechende Erfahrung in diesem Bereich zu verfügen.
In großen Biogasanlagen würden andere Kräfte wirken, sie würden z.B. andere Rührwerke und Pumpen benötigen und die gesamte Anlagenkonfiguration müsse neu austariert werden. Die zusätzlichen Kosten der Entwicklung neuer großer Biogasanlagen trage Schmack, entsprechend hätten die 9-Monats-Zahlen Herstellungskosten aufgewiesen, die höher als der Umsatz gewesen seien.
Der Lernprozess beim Bau großer Anlagen sei bei weitem noch nicht abgeschlossen. Frühestens Mitte 2008 sei damit zu rechnen, dass Schmack bei der Standardisierung großer Biogasanlagen substanzielle Erfolge verzeichne und die Herstellungskosten wieder in den Griff bekomme.
Zwar sei der Rahmenvertrag für Schmack ein Erfolg, aber top line-Wachstum allein bestimme nicht über den Unternehmenserfolg. Auch dieses Jahr wachse Schmack kräftig im Umsatz - bei negativem EBIT. Für 2008 gehe SES Research weiterhin von einer schwachen EBIT-Marge (über 4%) aus. Enttäuschungen auf der Gewinnseite könnten in 2008 weiterhin nicht ausgeschlossen werden. Insbesondere die ersten beiden Quartale, die traditionell saisonal schwächer seien, dürften für Schmack eine Herausforderung darstellen.
SES Research erhöhe das Kursziel, das auf einem aktualisierten DCF-Modell basiere, von EUR 18,60 auf EUR 21,40. Nicht nur das DCF-Modell zeige eine deutliche Überbewertung von über 30% an, auch im Peer Group-Vergleich sei die Schmack-Aktie deutlich teurer als die Envitec oder die BKN BioKraftstoff Nord.
Die Analysten von SES Research empfehlen daher weiterhin, die Aktie von Schmack Biogas zu verkaufen. (Analyse vom 21.12.2007) (21.12.2007/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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