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Balda verkaufen


16.04.2008
SES Research

Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SES Research, Jochen Reichert, stuft die Aktie von Balda (ISIN DE0005215107 / WKN 521510) weiterhin mit "verkaufen" ein.

Balda veröffentliche am 22.04.2008 den Geschäftsbericht für das abgelaufene Geschäftsjahr 2007. Aufgrund eines kurzfristigen Liquiditätsengpasses sowie der Reintegration des Europa-Geschäfts sei die für März geplante Veröffentlichung verzögert worden.

Bisher hätten die Erwartungen (Umsatz EUR 290 Mio.; EBIT EUR 16 Mio.) für das Geschäftsjahr 2007 ex Europa-Geschäft basiert. Da nicht absehbar sei, ob und wann Balda eine Veräußerung des Europa-Geschäfts gelinge, werde dieses neu in den 2007er Prognosen berücksichtigt. Auf EBIT-Ebene werde ein EBIT-Beitrag von minus EUR 30 Mio. erwartet. Daher ergebe sich eine neue EBIT-Schätzung von minus EUR 12,4 Mio. (alt EUR 16 Mio.). Die Prognosen 2008 und 2009 würden nach Vorlage des Geschäftsberichts angepasst.

Die Vorlage des Geschäftsberichts sowie die stattfindende Analystenkonferenz sollte insbesondere Aufschluss über folgende Punkte geben:

Höhe des Verlustbeitrags der Europa-Aktivitäten (insbe-sondere Balda Solutions): Nach Medienberichten könnten die zeitweilig dekonsolidierten Europa-Aktivitäten einen Verlust von bis zu EUR 40 Mio. erwirtschaftet haben (SESe: EUR 25 Mio.).

Zum Hintergrund: Die Europa-Aktivitäten seien von Balda Ende letzten Jahres für verkauft erklärt worden. Aufgrund von Gewinnabführungsverträgen hätte Balda trotz des Verkaufs die Verluste der Balda Solutions decken müssen. Aus diesem Grund seien die Gesellschaften wieder in den Balda-Konzern reintegriert worden, was zeitweilig zu einem Liquiditätsengpass geführt habe. Bei den zurückerworbenen Gesellschaften handle es sich um Restrukturierungsfälle, die die Liquidität in 2008 weiter belasten dürften.

Liquiditätssituation: Die Finanzverbindlichkeiten dürften bei rund EUR 120 Mio. liegen. Cash dürfte in der Gesellschaft kaum noch vorhanden sein. Betreffend des Touch-Geschäfts seien umfangreiche Expansionspläne bekannt gegeben worden (CAPEX ca. EUR 40 Mio.). Bisher verfüge Balda im Gehäusegeschäft ausschließlich über eigene Produktionskapazitäten im Plastikbereich. Jedoch würden mehr und mehr Metallgehäuse nachgefragt. Entsprechend müsse Balda Produktionskapazitäten in diesem Bereich aufbauen.

Hierfür dürfte ein CAPEX-Volumen von EUR 15 Mio. anfallen. Im ersten Quartal 2008 sei mit einem verhaltenen Quartal und mit einem negativen Cashflow von bis zu EUR 9 Mio. zu rechnen. Zudem werde in 2008 mit hoher Wahrscheinlichkeit weitere Liquidität zur Restrukturierung des Europageschäfts benötigt.


Eine weitere Aufnahme von FK erscheine nicht möglich. Im Gegenteil: Es stelle sich eher die Frage, ob Banken tatsächlich von möglichen Sonderkündigungsrechten für Kredite zukünftig Gebrauch machen würden, wenn Balda auch in 2008 operativ nicht überzeugen könne. Vor diesem Hintergrund sei mit hoher Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, dass Balda eine weitere Kapitalerhöhung durchführe oder Expansionspläne kürze.

Operative Performance: Zwar sollte die Auslastung der Produktionskapazitäten im Touch-Bereich im vierten Quartal 2007 über 60% gelegen haben. Dies sei aber allein auf das starke Weihnachtsquartal zurückzuführen. Im ersten Quartal 2008 sei mit einer deutlich geringeren Produktionsauslastung zu rechnen. Ohne weitere Neukunden sollte das Touch-Geschäft auch in 2008 enttäuschend bleiben.

Es sei davon auszugehen, dass Balda die gegebene EBT-Guidance in Höhe von EUR 24 Mio. für 2008 derzeit nicht revidieren werde. Jedoch erscheine eine Revision aufgrund der Reintegration des Europa-Geschäfts wahrscheinlich.

Das Kursziel von EUR 2,50 basiere auf folgendem Ansatz: Es werde ein "Zerschlagungsszenario" unterstellt: Dabei setze sich der Wert des Eigenkapitals wie folgt zusammen: Wert des Plastikgeschäfts, Wert des Touch-Geschäfts, Nettofinanzverbindlichkeiten und Cash-Abfluss an KS Plastics in 2007. Unberücksichtigt würden weitere Risiken aus KS Plastics wie z. B. zusätzliche Cash-Belastung in 2008 bleiben.

Wert des Plastik-Geschäfts: Im Geschäftsjahr 2008 werde ein Umsatz von EUR 250 Mio. bzw. ein EBIT von EUR 17 Mio. erwartet (SESe). Unter der Annahme, dass für das Commodity-Geschäft ein EV/EBIT-Multiplikator von 5 als fair zu betrachten sei, liege der faire Wert des Plastikgeschäfts bei EUR 85 Mio.

Wert des Touch-Geschäfts: TPK sollte in 2008 ein EBIT in Höhe von EUR 22 Mio. erzielen. Davon würden knapp EUR 11 Mio. auf den Balda-Anteil am Joint Venture entfallen. Aufgrund des erwarteten hohen weltweiten Wachstums bei touchfähigen Endgeräten und dem damit verbundenen Potenzial für TPK sollte ein EV/EBIT von 17 gerechtfertigt sein. Daraus folge ein Wert des Balda-Anteils an TPK von knapp EUR 187 Mio.

Cash-Abfluss an KS Plastics sowie Nettofinanzverbindlichkeiten: Per Ende 2007 dürften die Nettofinanzverbindlichkeiten bei ca. EUR 120 Mio. gelegen haben. Die Verpflichtungen aus den Verlusten der KS Plastics Gruppe würden auf EUR 25 Mio. beziffert (SESe).

Die Aktie notiere derzeit unter dem Kursziel.

Die Balda-Aktie bleibt trotzdem mit "verkaufen" eingestuft, da in der Bewertung Cash-Abflüsse aus der Restrukturierung des Europa-Geschäfts noch nicht berücksichtigt sind, derzeit die Liquidität fehlt, um die Expansionspläne umzusetzen und entsprechend eine Kapitalerhöhung als notwendig erscheint, eine Revision der Guidance für das laufende Geschäftsjahr erfolgen dürfte und ein weiterer Liquiditätsengpass nicht ausgeschlossen werden kann, so die Analysten von SES Research. (Analyse vom 16.04.2008) (16.04.2008/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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