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Andreae Noris Zahn verkaufen 14.09.2000
Sal. Oppenheim
Die Analysten von Sal Oppenheim stufen die Aktien der Andreae Noris Zahn AG - Anzag - (WKN 504700) auf „Verkaufen“.
Nach Erfolgen in den achtziger Jahren als der größte deutsche Pharmagroßhändler habe Anzag in den neunziger Jahren wichtige Weichenstellungen verpasst. So sei weder der Prozess der Internationalisierung noch die rentable Vorwärtsintegration in den Einzelhandel angestoßen. Das magere Ergebnis sei an den Umsatz- und Ertragszahlen des Unternehmens abzulesen. Während der wichtigste Wettbewerber Gehe bereits frühzeitig diese Schritte gewagt habe und heute mit Wachstumsraten von jährlich über 10 % sowohl im Umsatz als auch im Ergebnis glänz, klammert sich Anzag an den traditionellen Geschäftsbereich des Pharmagroßhandels.
Für das Geschäftsjahr 2000 werde nunmehr auch nur mit einem Umsatzwachstum von einem Prozent und einem Jahresüberschuss auf Vorjahresniveau gerechnet. Eine expansive Strategie zur Internationalisierung des Geschäftes sei auch in der Zukunft nicht geplant. Dies würde ohne Zweifel auch den Missmut von Alliance Unichem hervorrufen, da das britische Unternehmen, welches zu etwa 10 % an Anzag beteiligt sei, selbst eine solche Strategie verfolge. Eigene Vorstellungen hinsichtlich der weiteren Strategie würden von dem guten Willen des britischen Unternehmens und natürlich der Sanacorp abhängig bleiben.
Anstelle der Internationalisierung oder Vorwärtsintegration wolle der seit Mai dieses Jahres amtierende Vorstandsvorsitzende Trimborn die Zusammenarbeit mit Sanacorp und Noweda auf eine breitere Grundlage stellen. Dazu gehöre seiner Meinung nach der gemeinsame Einkauf von sogenannten Ergänzungssortimenten und die gemeinsame Beschaffung von Investitionsgütern, Versicherungen und Energie. Nach Meinung der Analysten zufolge könne aber weder der gemeinsame Einkauf von sogenannten Over-the-Counter-Produkten (OTC) noch gemeinsame Investitionen das Dilemma des Großhändlers wirklich beenden.
Zum einen sei das Volumen der frei verkäuflichen OTC-Produkte als Anteil des Gesamtumsatzes der Apotheken relativ gering (in der Regel etwa 15 % des Gesamtumsatzes der Apotheken in Deutschland). Ein zweiter, wesentlicherer Faktor sei jedoch die geringere Marge bei den OTC-Produkten. Üblicherweise würden durch innovative und deshalb zumeist teurere Produkte die besseren Margen für die Großhändler erzielt.
Auch der gemeinsame Einkauf von Investitionsgütern und Versicherungen sei der falsche Schritt. Nach Meinung der Oppenheim-Analysten zufolge müssten sich die Anstrengungen der Pharmagroßhändler auf eine Verbesserung der operativen Margen konzentrieren. Dies gelinge aber nicht alleine durch preiswertere Versicherungen. Der einzige Weg, um dem anhaltenden Rabattwettbewerb zu entgehen, liege in der Steigerung der Kundenloyalität. Ein angekündigter Schritt in diese Richtung sei die Einführung von Partnerschaftsmodellen, welche den Apothekern die Analyse seiner Geschäftsentwicklung ermögliche. Dies sei aber kein neues Instrument in der Apothekenlandschaft, denn andere Großhändler bieten solche Dienstleistungen bereits ebenfalls erfolgreich an.
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