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23,45 € |
-0,15 € |
-0,64 % |
24.04/17:35 |
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| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
| DE0005545503 |
554550 |
- € |
- € |
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Drillisch gravierende Vorwürfe - Hintergründe nicht klar 09.11.2011
Warburg Research
Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von Warburg Research, Jochen Reichert, stuft die Aktie von Drillisch (ISIN DE0005545503 / WKN 554550) weiterhin mit "kaufen" ein.
Die Vorwürfe der Deutschen Telekom (ISIN DE0005557508 / WKN 555750) gegen Drillisch seien gravierend: "Betrug und die Aktivierung von Scheinkunden."
Drillisch verfolge seit längerem die Strategie, die Rohwaren Minuten- und Datenvolumen von Netzbetreibern einzukaufen, mit eigenen Tarifen zu veredeln und unter eigener Marke sowie auf eigene Rechnung zu vermarkten. Im Gegenzug zu den guten Einkaufskonditionen werde auf Provisionsvereinbarungen verzichtet.
Gemäß Aussagen von Drillisch bestünden sehr gute Einkaufskonditionen mit Vodafone (ISIN GB00B16GWD56 / WKN A0J3PN) und O2 (ISIN GB00B05KYV34 / WKN A0DQLC), jedoch nicht mit der Deutschen Telekom. Vielmehr würde mit der Deutschen Telekom noch auf Basis einer klassischen Netzbetreiber-Mobilfunk Service Provider Beziehung gearbeitet, bei der Provisionszahlungen eine wichtige Erlöskomponente darstellen würden.
Entsprechend werde ein Großteil des Neukundengeschäfts auf Basis des O2 oder Vodafone-Netzes betrieben. In Drillisch's SIM-Kartenbestand von ca. 2,5 Mio. Karten dürften sich rund 0,5 Mio. Karten befinden, die noch dem Telekom-Netz zuzuordnen seien. Drillisch dürfte bereits ca. über 200 Tsd. SIM-Karten aus dem Telekom-Netzwerk in das O2-Netzwerk transferiert haben. Entsprechend seien der Telekom 200 Tsd. Teilnehmer verloren gegangen.
Somit gebe es aus Sicht von Warburg Research fünf theoretisch mögliche Hintergründe der Vorwürfe: Aggressives Verhalten der Telekom, weil ein langjähriger wichtiger Kooperationspartner kein Neugeschäft mehr mache und zusätzlich den Kundenbestand von T-Mobile attackiere; Überreaktion, da die Deutsche Telekom wegen Compliance und Datenschutz selbst immer wieder in der Kritik stehe; Fehlverhalten eines einzigen Vertriebspartners von Drillisch; Betrügerisches System innerhalb der Drillisch-Gruppe zur Optimierung des SIM-Kartenbestands und der Erlöse; Unterschiedliche Auslegung der Verträge zwischen Drillisch und Deutsche Telekom.
In den ersten drei Fällen wären die Auswirkungen auf Drillisch vernachlässigbar - im schlimmsten Fall wäre eine Strafzahlung in der Höhe des entstandenen Schadens zu entrichten. Die Verwicklung der kompletten Drillisch-Gruppe in ein Betrugssystem für Provisionen in Höhe von EUR 1,4 Mio. erscheine wenig rational - der Drillisch-Konzern erwirtschafte ein EBITDA von über EUR 50 Mio. p.a. Daher wäre eine Verwicklung der gesamten Drillisch-Gruppe in systematischen Betrug nur dann logisch und wirtschaftlich erklärbar, wenn das betrügerische Verhalten eine deutlich höhere wirtschaftliche Auswirkung auf die Ergebnisse hätte.
Zudem hätten die Netzbetreiber O2 und Vodafone bekannt gegeben, dass in ihren Kundenbeständen im Zusammenhang mit Drillisch keine Ungereimtheiten festgestellt worden wären. Allerdings hätten beide Unternehmen keine Geschäftsbeziehungen mit der Marke Simply, gegen die die Betrugsvorwürfe hauptsächlich ausgesprochen worden seien.
Vertrauen könnte insbesondere dann zurückgewonnen werden, wenn z.B. der Vorstand und Aufsichtsrat in Drillisch-Aktien investieren würde (derzeit Sperrfrist wegen Reporting-Zeit).
Die Aktie handle derzeit mit einem EV/EBITDA 2012e von ca. 3, sowie einer Dividenden-Rendite von 13% - hinsichtlich der Wachstumserwartungen und der Stabilität des Geschäftmodells eine attraktive Chance zum Einstieg. Jedoch dürfte das Sentiment für die Aktie aufgrund der Vorwürfe seitens der Deutschen Telekom zunächst weiter belastend wirken. Darüber hinaus sei nicht mit einer schnellen Klärung des Sachverhalts und der Vorwürfe zu rechnen.
Die Analysten von Warburg Research bewerten die Aktie von Drillisch nach wie vor mit dem Rating "kaufen". Das Kursziel werde bei EUR 9,65 belassen. (Analyse vom 09.11.2011) (09.11.2011/ac/a/t)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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