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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
AT0000APOST4 A0JML5 -   € -   €
 
 
 

Österreichische Post 9-Monatsbericht


13.11.2009
Ad hoc

Wien (aktiencheck.de AG) - Ad hoc-Mitteilung der Österreichische Post AG (ISIN AT0000APOST4 / WKN A0JML5):

- Anhaltend schwieriges Marktumfeld 2009: Postdienstleistungen von Rezession und elektronischer Substitution betroffen
- Konzernumsatz Q1-3 um 3,4% bzw. 61,4 Mio. EUR gesunken
- Anhaltender Trend im Q3: Umsatz um 3,2% reduziert
- Volumenrückgang im Brief- und internationalem Paketgeschäft; aber
- Zuwächse bei Paketmengen in Österreich
- Effizienzsteigerungs- und Kostensenkungsmaßnahmen zeigen Wirkung: Einsparungen bei Personalaufwand und Sachkosten
- EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) Q1-3 auf 93,7 Mio. EUR (minus 9,0%); Rückgang im Q3 um minus 12,8%
- Fokus auf Kosten, Cash Flow und solider Bilanz
- Cash Flow aus dem Ergebnis Q1-3 von 128,4 Mio. EUR (minus 33,4 Mio. EUR)
- Free Cash Flow vor Erwerb/Verkauf von Wertpapieren nur um 20,5 Mio. EUR unter Vorjahr
- Bilanz: Überschuss an Zahlungsmitteln gegenüber Finanzverbindlichkeiten
- Dr. Georg Pölzl startete als CEO per 1. Oktober 2009

Die Österreichische Post im Überblick:

Die Entwicklung der ersten drei Quartale 2009 hat gezeigt, dass der Wirtschaftsabschwung auch die Geschäftstätigkeit der Österreichischen Post nachhaltig beeinträchtigt. Transportvolumina von Briefen und Paketen sind von der ökonomischen Entwicklung, vom Konsumverhalten der Bevölkerung und von den Werbeausgaben der Unternehmen abhängig. Viele Unternehmen versuchen Kosteneinsparungen auch bei Postdienstleistungen zu erzielen, mit negativen Auswirkungen auf die Mengen- und Preisentwicklung für die Österreichische Post. Der Umsatz reduzierte sich daher in den ersten neun Monaten des Jahres um 3,4% auf 1.723,2 Mio. EUR bzw. im dritten Quartal um 3,2% auf 567,3 Mio. EUR.

Wesentliche Umsatzrückgänge hatten sowohl die Division Brief (-4,5%) durch die negative wirtschaftliche Entwicklung und elektronische Substitution, als auch die Division Paket & Logistik (-2,4%) durch einen rezessionsbedingten internationalen Preisdruck zu verzeichnen.

Sehr positiv entwickelte sich hingegen das Paket-Geschäft in Österreich. Hier konnte im dritten Quartal ein signifikanter Volumenszuwachs durch den Neukunden Hermes erzielt werden. In der Division Filialnetz verdeutlicht der Rückgang der internen Umsätze den aktuellen Strukturwandel: Bereits im Vorfeld der Liberalisierung werden Briefe vermehrt bei Großkunden abgeholt. Durch diese veränderten Kundenbedürfnisse und das rezessionsbedingt rückläufige Sendevolumen an Briefen und Paketen über das Filialnetz ist es unumgänglich, die Struktur auf den verstärkten Einsatz externer Post.Partner-Filialen zu adaptieren. Um dem Umsatzrückgang entgegenzuwirken, haben Kostensenkungsmaßnahmen in der Österreichischen Post oberste Priorität. Es wurden diverse Maßnahmen eingeleitet, um sowohl den Personal- als auch den Sachaufwand des Konzerns nachhaltig zu reduzieren.

Durch Nutzung der Fluktuation und den damit verbundenen Abbau von über 1.000 Mitarbeitern ist es gelungen, die starke Gehaltssteigerung 2009 - basierend auf der hohen Inflationsrate des Vorjahres - zu kompensieren. Auch bei den Sachkosten konnten Nettoeinsparungen von rund 12,0 Mio. EUR erzielt werden. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag in den ersten neun Monaten des Jahres 2009 mit 93,7 Mio. EUR um 9,0% unter dem Vergleichszeitraum des Vorjahres, im dritten Quartal um 12,8% darunter.

Es ist zu erwarten, dass sich das aktuelle wirtschaftliche Umfeld und die Kostensenkungsmaßnahmen unserer Kunden auch weiterhin belastend auf die Volumenentwicklung von Postdienstleistungen auswirken werden. Mit einer grundsätzlichen Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kann derzeit nicht gerechnet werden. "Aufgrund des weiterhin schwierigen Umfeldes bei Postdienstleistungen ist es mir wichtig, sowohl umsatzseitig als auch kostenseitig alle Maßnahmen zu ergreifen, um diese Marktsituation bestmöglich zu meistern.", so der neue CEO Dr. Georg Pölzl.

Geschäftsentwicklung - Ertragslage im Detail Die Geschäftsentwicklung der Österreichischen Post war in den ersten neun Monaten des Jahres 2009 von der rückläufigen Wirtschaftsentwicklung geprägt. Die Rezession verursachte verstärkte Rückgänge des geschäftlichen Sendevolumens von Briefen und Paketen und beschleunigte darüber hinaus den Trend der elektronischen Substitution von Briefen durch elektronische Medien. Dadurch kam es in den ersten neun Monaten zu einem Rückgang der Umsatzerlöse um 3,4% oder 61,4 Mio. EUR auf 1.723,2 Mio. EUR. Im dritten Quartal erfolgte ein Rückgang um 3,2% auf 567,3 Mio. EUR.

Die Division Brief verzeichnete im Vergleich der ersten neun Monate einen Rückgang von 4,5% bzw. minus 4,6% im dritten Quartal, wobei alle Geschäftsfelder betroffen waren. Als markanteste Trends sind hierbei die verstärkte elektronische Substitution von Briefen in einigen Kundensegmenten sowie die rezessionsbedingten Einsparungen von Postdienstleitungen und der verringerte bzw. verzögerte Einsatz von Werbeausgaben im Direct Mailing festzustellen. In der Division Paket & Logistik verursachte die aktuelle Wirtschaftsentwicklung einen Rückgang der internationalen Transportvolumina. Aufgrund der Überkapazitäten im Fracht- und Transportsektor entstand darüber hinaus ein Preisdruck in allen Logistiksegmenten. Der Umsatz der Division in den ersten neun Monaten war in Summe um 2,4% rückläufig.

Das dritte Quartal verzeichnete aufgrund eines Umsatzwachstums in Österreich, unterstützt durch den Neukunden Hermes, einen Umsatzrückgang von lediglich 1,2%. Der Außenumsatz der Division Filialnetz mit Handelswaren und Finanzdienstleistungsprodukten entwickelte sich mit plus 0,6% in den ersten drei Quartalen weitgehend stabil, während die Innenumsätze aufgrund verringerter
Brief- und Paketvolumina über das Filialnetz stark zurückgingen.

Umsatzentwicklung*)

Mio. EUR Q1-3 Q1-3 % Q3 Q3 %
2008 2009 2008 2009

Umsatz gesamt 1.784,6 1.723,2 -3,4% 585,8 567,3 -3,2%

Brief 1.066,8 1.018,7 -4,5% 346,3 330,3 -4,6%

Paket&Logistik 575,2 561,5 -2,4% 192,7 190,3 -1,2%

Filialnetz 140,3 141,2 +0,6% 46,3 46,0 -0,7%

Sonstiges 2,3 3,2 - 0,5 1,1 -

Konsolidierung 0,0 -1,4 - 0,0 -0,5 -

Werktage in Österreich**) 190 188 - 65 66 -

*) Außenumsatz der Divisionen
**)Kalender-Werktage

Gewinn- und Verlustrechnung

Mio. EUR Q1-3 Q1-3 % Q3 Q3
2008 2009 2008 2009

Umsatzerlöse 1.784,6 1.723,2 -3,4% 585,8 567,3

EBITDA 186,9 168,9 -9,7% 47,1 42,3

EBIT 103,0 93,7 -9,0% 21,0 18,3

Periodenergebnis 87,5 67,4 -23,0% 17,4 11,2


Ergebnis je Aktie (EUR) 1,25 1,00 -20,3% 0,25 0,17

Um dem Umsatzrückgang entgegenzuwirken, haben Kostensenkungsmaßnahmen in der Österreichischen Post weiterhin oberste Priorität. Es wurden diverse Maßnahmen eingeleitet, um sowohl den Personal- als auch den Sachaufwand des Konzerns nachhaltig zu reduzieren.

In den ersten neun Monaten 2009 konnte der Personalaufwand in Summe um 3,2% auf 839,8 Mio. EUR reduziert werden. Ein wesentlicher Beitrag dazu war die Personalreduktion um 1.042 auf 26.099 Mitarbeiter im Jahresvergleich, primär durch Ausnutzung der Fluktuation und Nicht-Nachbesetzung frei werdender Stellen. Dieser Einsparung stehen allerdings Lohn- und Gehaltssteigerungen gegenüber, basierend auf der hohen Inflationsrate des Jahres 2008 und der damit verbundenen Kollektivvertragserhöhung von 3,7% seit 1. Januar 2009.

Bei den Sachkosten konnten Einsparungen im Materialaufwand und im Aufwand für bezogene Leistungen sowie bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erzielt werden. In Summe waren dies 12,0 Mio. EUR im Vergleich der ersten neun Monate. Auf Basis des eingetretenen Umsatzrückgangs und der beschriebenen aufwandsseitigen Einsparungen reduzierte sich das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) der Österreichischen Post in den ersten drei Quartalen 2009 um 9,0% auf 93,7 Mio. EUR. Im dritten Quartal wurde ein EBIT von 18,3 Mio. EUR erzielt (minus 12,8% im Vergleich zu Q3 2008).

Dabei verzeichneten alle operativen Divisionen rezessionsbedingt einen Rückgang des Ergebnisses. Die Division Brief erwirtschaftete in den ersten neun Monaten ein positives EBIT von 164,4 Mio. EUR (nach 190,5 Mio. EUR im Vorjahr), die Division Paket & Logistik ein negatives EBIT von 6,3 Mio. EUR (nach 6,7 Mio. EUR), die Division Filialnetz erzielte minus 6,7 Mio. EUR (nach 9,5 Mio. EUR). Eine Verbesserung wurde hingegen im Bereich Sonstiges erreicht. Hier sind unter anderem nicht weiter verrechnete Aufwendungen zentraler Abteilungen, Aufwendungen im Zusammenhang mit leer stehenden Immobilien, Aufwendungen für Sozialplanleistungen an Mitarbeiter sowie die Veränderung von Personalrückstellungen enthalten.

In den ersten neun Monaten 2009 konnten vermehrt Mitarbeiter, für die in der Vorperiode eine Rückstellung für Unterauslastung gebildet worden war, wieder in den laufenden Arbeitsprozess integriert werden, sodass in Summe eine Rückstellungsreduktion von 26,5 Mio. EUR möglich war. Im Gegensatz dazu wurden Rückstellungen für Mitarbeiter gebildet, die den Sozialplan zur Übergangskarenzierung bis zum Pensionsantritt angenommen haben (30,6 Mio. EUR). Im Bereich Sonstiges ist daher teilweise bedingt durch die geringere Rückstellungsnotwendigkeit im Vergleich zum Vorjahr eine EBIT- Verbesserung auf nunmehr minus 57,6 Mio. EUR eingetreten.

Das Finanzergebnis des Österreichischen Post Konzerns verminderte sich in den ersten neun Monaten 2009 auf minus 2,4 Mio. EUR, unter anderem bedingt durch das gesunkene Zinsniveau und einen positiven Einmaleffekt im Vorjahr. Das Ergebnis vor Steuern reduzierte sich um 17,8% auf 91,3 Mio. EUR. Nach Abzug von Steuern im Ausmaß von 23,9 Mio. EUR ergibt sich ein Periodenergebnis (Ergebnis nach Steuern) von 67,4 Mio. EUR. Dies entspricht 1,00 EUR je Aktie für die ersten drei Quartale 2009 sowie 0,17 EUR je Aktie für das dritte Quartal.

Solide Bilanzstruktur: Die Österreichische Post folgt einer risikoaversen Geschäftsgebarung. Dies zeigt sich an der hohen Eigenkapitalquote, den geringen Finanzverbindlichkeiten und dem hohen Zahlungsmittelbestand.

Die Österreichische Post verfügt in Summe über einen erheblichen Bestand an kurzfristigen und langfristigen Finanzmitteln. Per 30. September 2009 waren diese Zahlungsmittel- und Zahlungsmittel-äquivalente von insgesamt 137,9 Mio. EUR und Finanzinvestitionen in Wertpapiere von 89,9 Mio. EUR. Dem Bestand an Finanzmitteln von 227,8 Mio. EUR stehen Finanzverbindlichkeiten von lediglich 130, 1 Mio. EUR gegenüber.

Cash Flow Der Cash Flow aus dem Ergebnis lag in den ersten neun Monaten mit 128,4 Mio. EUR um 33,4 Mio. EUR unter dem Niveau des Jahres 2008. Die eingetretenen Umsatzrückgänge wirkten sich einnahmenseitig negativ aus, Kosteneinsparungen und geringere Steuerzahlungen konnten dem entgegenwirken. Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit mit minus 35,0 Mio. EUR beinhaltet den Erwerb von Sachanlagen (CAPEX) in Höhe von 48,3 Mio. EUR. Der Free Cash Flow betrug somit 77,0 Mio. EUR. Der Free Cash Flow vor Wertpapierveränderung lag verglichen zum Umsatzrückgang von 61,4 Mio. EUR lediglich um 20,5 Mio. unter dem Vorjahresniveau.

Mitarbeiter: Die durchschnittliche Zahl der Vollzeitkräfte des Österreichischen Post Konzerns ging im Berichtszeitraum gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 3,8% oder 1.042 Mitarbeiter auf nunmehr 26.099 Mitarbeiter zurück. Dieser Rückgang resultiert vor allem aus einer Abnahme in der Division Brief. Der weitaus größte Teil der Konzernmitarbeiter (in Vollzeitkräften) ist in der Österreichischen Post AG beschäftigt (21.775). In den Tochterunternehmen arbeiten mehr als 4.300 Mitarbeiter.

Ausblick 2009: Die Entwicklung der ersten neun Monate des Jahres 2009 hat gezeigt, dass der Wirtschaftsabschwung wie prognostiziert auch die Regionen und Märkte erfasst hat, in denen die Österreichische Post tätig ist. Die reduzierte Wirtschaftsleistung wird sich weiterhin negativ auf das Brief- und Paketgeschäft der Österreichischen Post auswirken.

Es ist zu erwarten, dass Großkunden eingeleitete Kostensenkungsmaßnahmen fortsetzen und damit die Volumens- und Preisentwicklung weiterhin unter Druck steht. Allgemeine ökonomische Risiken - wie etwa erhöhte Wettbewerbsinstabilität, Preisdruck, rückläufiges Konsumverhalten oder drohende Geschäftsausfälle von Kunden - und die damit verbundenen Belastungen für das Brief- und Paketgeschäft bleiben bestehen.

Beim Umsatz ist daher auch weiterhin mit einem Abwärtstrend zu rechnen. Für die Österreichische Post haben Effizienzsteigerungs- und Kostensenkungsprogramme weiterhin oberste Priorität. Bei den Personalkosten sollte es gelingen, den Lohn- und Gehaltssteigerungen 2009 durch Nutzung der Mitarbeiterfluktuation und durch Nicht-Nachbesetzung frei werdender Stellen entgegenzuwirken und somit den Personalaufwand 2009 zu reduzieren. Unterstützen sollte dabei ein neuer Kollektivvertrag für neu eintretende Mitarbeiter, der mit 1. August 2009 in Kraft getreten ist.

Auch bei den Sachkosten sind Einsparungen vorgesehen. Bei dem Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen sowie den sonstigen betrieblichen Aufwendungen wird angepeilt, die Kosten in Summe um 30 Mio. EUR unter das Niveau des Jahres 2008 zu senken. Darüber hinaus sind um 20 Mio. EUR reduzierte Anlageinvestitionen (CAPEX) im Ausmaß von 80 Mio. EUR vorgesehen. Auf Basis dieser Kostensenkungsmaßnahmen sollte es gelingen, ein Konzern-EBIT 2009 zu erzielen, das etwa 10% bis 15% unter dem Niveau des Jahres 2008 liegt.

Geschäftsentwicklung der Divisionen, Division Brief: Der Außenumsatz der Division Brief reduzierte sich in den ersten neun Monaten 2009 gegenüber der Vergleichsperiode 2008 um 4,5% auf 1.018,7 Mio. EUR. Auch im dritten Quartal erfolgte ein Rückgang um 4,6% auf 330,3 Mio. EUR. Zurückzuführen ist diese Entwicklung neben der rückläufigen Wirtschaftsentwicklung vor allem auf die anhaltende elektronische Substitution von Briefen. Darüber hinaus waren im Vergleichsquartal Q3 2008 positive Einmaleffekte durch Nationalratswahlen in Österreich enthalten.

Das Geschäftsfeld Briefpost verzeichnete im laufenden Jahr einen Umsatzrückgang von 4,9% oder 28,3 Mio. EUR. Die negative Wirtschaftsentwicklung veranlasste viele Unternehmen zu massiven Einsparungsmaßnahmen. So kam es auch zu einem verstärkten Trend der Substitution von Briefen durch elektronische Medien, insbesondere im Kundensegment Telekommunikation. Relativ stabil blieben die Versandmengen im Bereich der Finanzdienstleister. Rückgänge waren auch bei internationalen Sendungsvolumina festzustellen.

Im Geschäftsfeld Infomail (adressierte und unadressierte Werbesendungen) reduzierte sich der Umsatz in den ersten drei Quartalen 2009 um 4,2% oder 16,7 Mio. EUR. Ein Grund für die negative Entwicklung ist der allgemeine Rückgang von Werbeausgaben. Bei adressierten Werbesendungen zeigten sich verringerte Sendevolumina insbesondere im Versandhandel. Die Volumina der unadressierten Werbesendungen blieben hingegen relativ konstant. Die Rückgange im Versandhandel wirkten sich auch negativ auf die Umsatzentwicklung des auf Druckdienstleistungen und Dokumentenmanagement spezialisierten Unternehmens meiller direct aus, (minus 7,7% in den ersten neun Monaten 2009).

Im Geschäftsfeld Medienpost war aufgrund des konjunkturellen Rückgangs bei Tages- und Wochenzeitungen ein Umsatzrückgang von 3,2% oder 3,2 Mio. EUR zu verzeichnen.

In Summe erwirtschaftete die Division Brief ein EBIT in der Höhe von 164,4 Mio. EUR, welches 13,7% oder 26,1 Mio. EUR unter dem Vergleichswert des Vorjahres lag. Das dritte Quartal verzeichnete einen Rückgang um 9,0% auf 49,9 Mio. EUR.

Division Paket & Logistik: Der Außenumsatz der Division Paket & Logistik reduzierte sich in den ersten drei Quartalen 2009 auf Basis der negativen Wirtschaftsentwicklung in den Schwerpunktmärkten um 2,4% auf 561,5 Mio. EUR, im dritten Quartal betrug der Rückgang 1,2%. In allen Märkten war ein rezessionsbedingter Mengenrückgang festzustellen. Darüber hinaus entstand durch die Überkapazitäten im Fracht- und Transportsektor ein branchenweiter Preisdruck.

Mit dem Produktsegment Premiumpaket (Paketzustellung innerhalb von 24 Stunden) wurde in den ersten drei Quartalen ein Umsatz von 459,2 Mio. EUR erzielt. Diese Entwicklung mit einem Rückgang von 5,4% ist stark an das internationale Fracht- und Expressgeschäft gekoppelt, wo sich der konjunkturelle Abschwung weit stärker niedergeschlagen hat. Etwa 75% des Umsatzes wird von der Tochtergesellschaft trans-o-flex in Deutschland erwirtschaftet, gefolgt von einem wachsenden Paketmarkt in Österreich (9% der Umsätze), Süd-/Osteuropa (9%) und den trans-o-flex Gesellschaften in den Niederlanden und Belgien (7%). Per 1. Juli wurde das Unternehmen Rhenus Life Science in Deutschland erworben. Das Unternehmen ist in Transport und Lagerung von temperaturgeführten Gütern tätig.

Erfreulicher entwickelten sich die Umsätze des Produktsegments Standardpaket in Österreich. Insbesondere durch den Neukunden Hermes seit 1. Juni 2009 konnte der Umsatz beträchtlich gesteigert werden. In den ersten neun Monaten erfolgte ein Anstieg um 8,4% auf 95,0 Mio. EUR, im dritten Quartal belief dieser sich auf über 20%.

Das EBIT der Division Paket & Logistik in den ersten drei Quartalen 2009 betrug minus 6,3 Mio. EUR und lag damit unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Zurückzuführen ist dieses Ergebnis auf den rezessionsbedingten Preis- und Mengendruck und die daraus resultierenden negativen Effekte in den Konzerngesellschaften.

Im dritten Quartal wurde ein negatives EBIT von 2,9 Mio. EUR erzielt. Darin inkludiert sind die Integrationskosten und operative Verluste der per 1. Juli 2009 erworbenen Gesellschaft Rhenus Life Science von rund 3 Mio. EUR. Darüber hinaus war die Division im dritten Quartal positiv. Rhenus Life Science wird derzeit in die temperaturgeführte Transportlogistik der Österreichischen Post integriert und sollte ab 2010 einen positiven EBIT-Beitrag liefern.

Division Filialnetz: Der Außenumsatz der Division Filialnetz entwickelte sich im laufenden Jahr weitgehend stabil. Die ersten drei Quartale 2009 zeigten ein Umsatzplus von 0,6%, das dritte Quartal war mit minus 0,7% leicht rückläufig. Einer positiven Entwicklung im Verkauf von Mobiltelefonie- und Festnetzprodukten standen Rückgänge bei allgemeinen Handelswaren gegenüber. Finanzdienstleistungen entwickelten sich trotz der internationalen Finanzkrise weitgehend stabil.

Die Veränderung der Innenumsätze der Division Filialnetz um minus 9,4% ist auf geringere Philatelieumsätze - nach positiven Einmaleffekten im Vorjahr, etwa durch die Fußball-Europameisterschaft - sowie auf einen Rückgang des Sendevolumens an Briefen und Paketen über das Filialnetz zurückzuführen. Dieser Volumenrückgang ist ein struktureller Effekt: Bereits im Vorfeld der Marktliberalisierung werden Briefe vermehrt bei Kunden abgeholt. Das Filialnetz der Österreichischen Post muss an die geänderten Bedürfnisse angepasst werden. Anfang des Jahres wurden etwa 290 unrentable Postfilialen definiert, die auf fremdbetriebene Post.Partner-Filialen umgestellt werden sollten. Bis November 2009 wurden ca. 140 dieser Filialen umgestellt, die weitere Umwandlung von 144 Poststellen wurde allerdings bis Ende Dezember 2009 durch einen neuerlichen Bescheid des Verkehrsministeriums untersagt.

Das EBIT der Division Filialnetz betrug in den ersten drei Quartalen 2009 minus 6,7 Mio. EUR nach 9,5 Mio. EUR in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Die ursprünglich geplanten Einsparungen konnten durch die behördlich verzögerte Umwandlung von unrentablen Kleinpostämtern nur teilweise realisiert werden.

Der Zwischenbericht Q1-3 2009 ist im Internet unter: www.post.at/ir
--> Publikationen --> Finanzberichte verfügbar
(Ad hoc vom 13.11.2009) (13.11.2009/ac/n/a)



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