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AT0000APOST4 A0JML5 -   € -   €
 
 
 

Österreichische Post Zahlen für H1/2010


11.08.2010
Ad hoc

Wien (aktiencheck.de AG) - Ad hoc-Mitteilung der Österreichischen Post (ISIN AT0000APOST4 / WKN A0JML5):

- Q2: Gutes zweites Quartal bringt stabiles Halbjahr
- Umsatz +0,7%; EBIT +5,8%
- H1: Halbjahresentwicklung 2010 bestätigt prognostizierte Trends
- Rückgang in der Division Brief um von -0,9% auf 682,1 Mio. EUR durch elektronische Substitution
- Wachstum bei Paket & Logistik von +4,3% auf 387,0 Mio. EUR
- Konzern-Umsatz und EBIT auf Vorjahresniveau
- Kostenstruktur national und international verbessert
- Sparmaßnahmen zeigen Wirkung
- Turnaround bei Tochtergesellschaften beginnt zu greifen
- Cash-Flow verdeutlicht effizienten Mitteleinsatz und gute Entwicklung
- Operativer Cash-Flow vor Steuern +14,8% auf 115,3 Mio. EUR
- Free Cash-Flow vor Wertpapierveränderung +31,3% auf 46,3 Mio. EUR

Österreichische Post im Überblick:

Das erste Halbjahr 2010 ist für die Österreichische Post sehr zufrieden stellend verlaufen. Ein gutes zweites Quartal mit einem Umsatzplus von 0,7% und einer Ergebnisverbesserung um 5,8% hat zu einer stabilen Entwicklung im ersten Halbjahr 2010 geführt. Der Umsatz des Halbjahres lag mit 1.150,1 Mio. EUR und das EBIT mit 74,5 Mio. EUR auf dem Niveau des vorjährigen Vergleichszeitraumes.

In der Division Brief haben vertriebliche Maßnahmen und Innovationen dazu beigetragen, den Volumensrückgang so gering wie möglich zu halten. Das Wachstum in der Division Paket & Logistik zeigt mit einem Umsatzanstieg von 4,3%, dass sich die Transportvolumina stetig verbessern. Der Anstieg fiel im Kerngeschäft sogar noch höher aus, da Ende letzten Jahres unrentable Aktivitäten der Transportlogistik in Deutschland beendet wurden.

Um den strukturellen Veränderungen im Postgeschäft zu begegnen, werden auch weiterhin alle Maßnahmen ergriffen, die dazu dienen, die Produktivität des Unternehmens zu erhöhen. Im ersten Halbjahr 2010 konnten bereits beachtliche Erfolge sowohl bei den Sachkosten als auch den operativen Personalkosten erzielt werden. Sparmaßnahmen in Österreich beginnen ebenso zu wirken wie der Turnaround der internationalen Tochtergesellschaften. Auch das Filialnetz unterliegt einem stetigen Wandel, es werden laufend unrentable eigenbetriebene Postgeschäftsstellen in Post Partner umgewandelt. Hier wird der eingeschlagene Weg zur Verbesserung von Servicequalität und Kostenstruktur fortgesetzt.

"Wir sind sowohl in der operativen Geschäftsentwicklung als auch in der Umsetzung unserer strategischen Maßnahmen auf dem richtigen Weg", so Generaldirektor Dr. Georg Pölzl. "Es ist uns gelungen, dem Umsatzrückgang im Briefgeschäft weitgehend entgegenzuwirken, und die Wachstumschancen im Paketbereich zu nutzen. Darüber hinaus hat sich unsere Kostenstruktur verbessert. Es ist aber unumgänglich, auch weiterhin an der Effizienz zu arbeiten."

Die eingeschlagenen strategischen Maßnahmen, die im Rahmen des Programms Post@2011 konsequent verfolgt werden, dienen dazu, sowohl umsatzseitige Wachstumschancen zu nutzen als auch kostenseitige Einsparungspotenziale zu realisieren.

Die Ertragsstärke des Unternehmens und der effiziente Mitteleinsatz werden am besten am operativen Cash Flow vor Steuern ersichtlich, der im ersten Halbjahr um 14,8% gesteigert werden konnte. Basierend auf dieser Entwicklung wird die Prognose für das Jahr 2010 bestätigt. Es ist davon auszugehen, dass der Umsatz zwar um 1 bis 2% unter dem des Jahres 2009 aber die EBITDA-Marge weiterhin in der Bandbreite von 10 bis 12% liegen wird.

Umsatzentwicklung im Detail:

Die Umsatzentwicklung der Österreichischen Post im ersten Halbjahr hat die prognostizierten Trends bestätigt. Während im Briefgeschäft ein Rückgang erfolgte, wurde im Bereich Paket & Logistik stetiges Wachstum verzeichnet. In Summe verlief das zweite Quartal 2010 äußerst zufrieden stellend - der Umsatz konnte um 0,7% gesteigert werden. Im ersten Halbjahr 2010 lag er mit 1.150,1 Mio. EUR lediglich 0,5% unter dem Vergleichswert des Vorjahres.

Der Umsatzrückgang in der Division Brief betrug im ersten Halbjahr 2010 nur 0,9%, da in den Geschäftsfeldern Infomail und Medienpost Zuwächse erzielt wurden. Die Trends der elektronischen Substitution von Briefen, des Rückgangs hochwertiger Briefsendungen und der reduzierten Sendungsgewichte halten weiter an. Intensive Anstrengungen zur Kundengewinnung und innovative Ideen konnten den Rückgang allerdings gering halten, ebenso wie Sondereffekte und ein zusätzlicher Arbeitstag im zweiten Quartal 2010 verglichen mit 2009.

In der Division Paket & Logistik ist ein stetiger Volumenanstieg zu erkennen. Obwohl die Preissituation nach wie vor angespannt ist, zeigten sich eine gute Mengenentwicklung und auch ein Zuwachs an Neukunden. Der Umsatzanstieg im Halbjahresvergleich betrug trotz der Beendigung unrentabler Geschäfte der Transportlogistik in Deutschland 4,3%, im Quartalsvergleich Q2 sogar plus 6,0%.

Die Umsatz- und Organisationsstruktur im Filialnetz unterliegt einem Wandel. Der Umsatz verringerte sich um 15,2 Mio., die Gesamtkosten wurden um 19,1 Mio. EUR reduziert. Eine geänderte Umsatzdarstellung von Prepaid-Telefonwertkarten - aufgrund einer neuen österreichischen Umsatzsteuerrichtlinie - trug mit 5,3 Mio. EUR zum Umsatzrückgang bei. Auch die Innenumsätze reduzierten sich um 7,3 Mio. EUR wegen der verstärkten Direktabholung von Briefen und Paketen bei Großkunden.

Umsatz nach Divisionen
Mio. EUR H1 H1 Veränderung Q2 Q2
2009 2010 % Mio. 2009 2010
Umsatz (Außenumsatz) 1.156,0 1.150,1 -0,5% -5,8 560,8 564,5
Brief 688,4 682,1 -0,9% -6,3 335,5 333,9
Paket&Logistik 371,1 387,0 +4,3% +15,9 180,2 191,1
Filialnetz 95,2 80,0 -16,0% -15,2 44,2 39,1
Sonstiges 2,1 2,6 +20,3% +0,4 0,4 1,2
Konsolidierung -0,9 -1,5 -71,3% -0,6 0,2 -0,8
Werktage in Österreich 122 123 --- --- 60 61
(Kalender)

Gewinn- und Verlustrechnung
Mio. EUR H1 H1 Veränderung Q2 Q2
2009 2010 % Mio. 2009 2010

Umsatzerlöse 1.156,0 1.150,1 -0,5% -5,8 560,8 564,5
EBITDA 126,5 124,8 -1,4% -1,8 54,3 56,4
EBIT 75,4 74,5 -1,1% -0,9 27,6 29,2
Periodenergebnis 56,2 54,1 -3,8% -2,1 22,5 20,6
Ergebnis pro Aktie 0,83 0,80 -3,8% -0,03 0,33 0,31

Als wesentlichste Managementaufgabe der Österreichischen Post gilt es einerseits, dem Umsatzrückgang aus dem reduzierten Briefvolumen entgegenzuwirken und andererseits die Produktivität und Effizienz zu steigern.

Die größte Aufwandsposition der Österreichischen Post ist der Personalaufwand mit 562,1 Mio. EUR - dies sind nahezu 50% des Umsatzes. Der Personalaufwand inkludiert neben den operativen Kosten für Löhne und Gehälter auch Rückstellungsveränderungen sowie Restrukturierungskosten gemäß der im Unternehmen vereinbarten Sozialpläne für das Ausscheiden von Mitarbeitern.

Der operative Personalaufwand konnte im Halbjahresvergleich um etwa 15 Mio. EUR reduziert werden. Im Durchschnitt des ersten Halbjahres erfolgte eine Personalreduktion um 939 auf 24.961 Mitarbeiter. Diverse Aufwände an Sozialplanleistungen wie Abfertigungszahlungen und Rückstellungen beliefen sich auf etwa 18 Mio. EUR.

Bei den Sachkosten wurden Einsparungen im Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen sowie bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erzielt. In Summe waren dies 11,1 Mio. EUR im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Die geänderte Darstellung bei Prepaid-Telefonwertkarten ergab eine Reduktion um 5,3 Mio. EUR. Weitere Rückgänge erfolgten bei Energie-, Treibstoff- und Brennstoffkosten. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Berichtszeitraum geringfügig auf 34,5 Mio. EUR gesunken; darin inkludiert sind Mieterträge in Höhe von 12,0 Mio. EUR.

Da der eingetretene Umsatzrückgang kostenseitig weitgehend kompensiert werden konnte, reduzierte sich das EBIT der Österreichischen Post im Halbjahresvergleich lediglich um 0,9 Mio. EUR bzw. 1,1% auf 74,5 Mio. EUR. Der Rückgang ergab sich im ersten Quartal 2010, im zweiten Quartal konnte das EBIT sogar um 5,8% im Vergleich zum Vorjahr verbessert werden. Die EBITDA-Marge beträgt 10,9%, die EBIT-Marge 6,5%. Im Vergleich der Ergebniszahlen ist anzumerken, dass im Vorjahr der Verkauf von 49,8% der Gesellschaft Mader Zeitschriftenverlags GmbH mit 4,4 Mio. EUR positiv zu Buche geschlagen hat.

Bei Abfertigungszahlungen im Rahmen des Mitarbeiter-Sozialplans erfolgt eine geänderte Darstellung. Diese werden seit Anfang 2010 in den Divisionen verbucht in denen sie tatsächlich angefallen sind, zuvor erfolgen die Verbuchungen im Bereich "Sonstiges". In Summe sind Sozialplanzahlungen von 5,3 Mio. EUR angefallen, der größte Anteil entfällt auf die Division Filialnetz in der Höhe von 2,9 Mio. EUR. Die Divisionsergebnisse haben sich vor diesen Sozialplanzahlungen wie folgt verändert: Die Division Brief erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2010 einen EBIT-Anstieg von 5,1 Mio. EUR auf 119,6 Mio. EUR, in der Division Paket & Logistik konnte das EBIT um 9,6 Mio. EUR auf 6,2 Mio. EUR gesteigert werden und die Division Filialnetz verzeichnete einen Rückgang um 4,8 Mio. EUR auf minus 8,7 Mio. EUR.

Das EBIT des Bereichs "Sonstiges" hat sich vor Sozialplanzahlungen von minus 26,7 auf minus 37,3 Mio. EUR verändert. Hier sind unter anderem nicht weiter verrechnete Aufwendungen zentraler Abteilungen, Aufwendungen im Zusammenhang mit leer stehenden Immobilien, sowie die Veränderung von Personalrückstellungen enthalten. Die Rückstellung für Mitarbeiter, die die Möglichkeit zur Übergangskarenzierung bis zum Pensionsantritt angenommen haben, erhöhte sich um 7 Mio. EUR. Die Rückstellung für Unterauslastung und die Rückstellung für Mitarbeiter, die in den Bundesdienst wechseln, sind in Summe weitgehend konstant geblieben.

Das sonstige Finanzergebnis des Österreichischen Post Konzerns verminderte sich im ersten Halbjahr 2010 von minus 0,1 Mio. EUR auf minus 4,0 Mio. EUR, unter anderem bedingt durch das gesunkene Zinsniveau.

Das Ergebnis vor Steuern reduzierte sich um 4,7 Mio. auf 70,6 Mio. EUR. Nach Abzug von Steuern im Ausmaß von 16,5 Mio. EUR ergibt sich ein Periodenergebnis (Ergebnis nach Steuern) von 54,1 Mio. EUR. Dies entspricht 0,80 EUR je Aktie für das erste Halbjahr 2010 nach 0,83 EUR pro Aktie im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Bilanz mit hoher Eigenkapitalquote

Die Österreichische Post folgt einer risikoaversen Geschäftsgebarung. Dies zeigt sich an der hohen Eigenkapitalquote, den geringen Finanzverbindlichkeiten und dem hohen Zahlungsmittelbestand.

Die Österreichische Post verfügt in Summe über einen erheblichen Bestand an kurzfristigen und langfristigen Finanzmitteln. Per 30. Juni 2010 waren dies Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von insgesamt 243,4 Mio. EUR sowie Finanzinvestitionen in Wertpapiere von 52,6 Mio. EUR. Der Bestand an Finanzmitteln im ersten Halbjahr 2010 beträgt somit 296,0 Mio. EUR per Ende Juni 2010. Den Finanzmitteln stehen Finanzverbindlichkeiten von lediglich 128,4 Mio. EUR gegenüber. Die Eigenkapitalquote beträgt 37,3%.

Cash-Flow verbessert

Der Cash-Flow aus dem Ergebnis lag im ersten Halbjahr 2010 mit 80,7 Mio. EUR um 2,0 Mio. EUR unter dem Niveau des Vorjahres. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die unterschiedlichen Steuerzahlungen im Halbjahresvergleich zurückzuführen. Operativ betrug der Cash-Flow aus dem Ergebnis vor Steuern im ersten Halbjahr 115,3 Mio. EUR und lag somit um 14,8% über dem Vorjahresniveau.


Die Veränderung des Nettoumlaufvermögens betrug im ersten Halbjahr minus 21,9 Mio. EUR, überwiegend bedingt durch geringere Verbindlichkeiten. In Summe ergibt sich im ersten Halbjahr 2010 somit ein Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit in Höhe von 58,8 Mio. EUR nach 58,9 Mio. EUR im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit mit minus 7,5 Mio. EUR beinhaltet den Erwerb von Sachanlagen (CAPEX) in Höhe von 14,9 Mio. EUR sowie den Erlös aus Anlageverkäufen von 5,8 Mio. EUR.

Der ausgewiesene Free Cash-Flow beträgt 51,3 Mio. EUR. Die operative Verbesserung ist im Free Cash-Flow vor Wertpapierveränderung ersichtlich, dieser stieg um 31,3% auf 46,3 Mio. EUR (11,0 Mio. über dem Vorjahresniveau).

Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der Vollzeitkräfte des Österreichischen Post Konzerns ging im Berichtszeitraum gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 3,6% oder 939 Mitarbeiter auf nunmehr 24.961 Mitarbeiter zurück. Dieser Rückgang resultiert vor allem aus einer Abnahme des Personalstands in den Divisionen Brief, Filialnetz sowie Sonstiges.

Der weitaus größte Teil der Konzernmitarbeiter (in Vollzeitkräften) ist in der Österreichischen Post AG beschäftigt (20.720). In den Tochterunternehmen arbeiten etwas mehr als 4.000 Mitarbeiter.

Ausblick 2010

Die aktuellen Trends im Brief- und Paketgeschäft bestätigen die prognostizierte Entwicklung. Die Österreichische Post geht weiterhin davon aus, dass der Umsatz des Konzerns 2010 um etwa 1 bis 2% unter dem Niveau des Jahres 2009 liegen wird.

Umsätze in der Division Brief werden - primär bedingt durch elektronische Substitution und geringere Sendungsgewichte - weiter rückläufig sein. In der Division Paket & Logistik zeigt sich eine stetige Verbesserung des Paketumsatzes, die gemäß der vorliegenden Konjunktureinschätzungen anhalten sollte.

Kostenseitig wurde eine Reihe von Maßnahmen gesetzt, um Einsparungspotenziale zu realisieren. Ziel ist es, sowohl 2010 als auch in den Folgejahren eine nachhaltige EBITDA-Marge von 10 bis 12% zu erreichen.

Hinsichtlich der erwarteten Finanzierungserfordernisse für 2010 geht die Österreichische Post von erforderlichen Anlageinvestitionen (CAPEX) im Ausmaß von etwa 65 Mio. EUR aus. In der internationalen Ausrichtung behalten die Integration und der Ausbau bestehender Netze Vorrang, ebenso wie die Steigerung der operativen Performance der Tochtergesellschaften. Ein nachhaltig positiver Ergebnisbeitrag der internationalen Beteiligungen für 2010 ist vorgesehen.

Geschäftsentwicklung der Divisionen

Division Brief

Der Außenumsatz der Division Brief reduzierte sich im ersten Halbjahr 2010 gegenüber der Vergleichsperiode 2009 lediglich um 0,9% auf 682,1 Mio. EUR, im zweiten Quartal um 0,4%.

Das Geschäftsfeld Briefpost verzeichnete einen Umsatzrückgang, und zwar um 2,8% oder 10,3 Mio. EUR im Halbjahresvergleich. Der Trend zur Substitution von Briefen durch elektronische Medien hält weiter an, beispielsweise in den Kundensegmenten Finanz und Telekommunikation. Darüber hinaus sind in einigen Bereichen und auch im öffentlichen Sektor geringere Mengen an eingeschriebenen Briefen festzustellen. Positive Sondereffekte im ersten Halbjahr waren etwa Wahlen und die damit verbundene Möglichkeit zur Briefwahl sowie ein Arbeitstag mehr als im Vorjahr.

Im Geschäftsfeld Infomail (adressierte und unadressierte Werbesendungen) erhöhte sich der Umsatz im ersten Halbjahr 2010 um 1,5% oder 3,8 Mio. EUR. Es war in dieser Periode eine positive Volumensentwicklung mit geringeren durchschnittlichen Sendungsgewichten festzustellen. Die Anstrengungen zur Gewinnung von Neukunden waren erfolgreich und konnten den Ausfall des Großkunden Quelle kompensieren.

Im Geschäftsfeld Medienpost war aufgrund von Zuwächsen bei Firmenzeitungen eine Umsatzsteigerung von 0,4% oder 0,3 Mio. EUR zu verzeichnen. In Summe erwirtschaftete die Division Brief ein EBIT vor Sozialplanzahlungen in der Höhe von 119,6 Mio. EUR, welches um 4,5% oder 5,1 Mio. EUR über dem Vergleichswert des Vorjahres lag. Diese Ergebnisverbesserung ist primär auf Effizienzsteigerungen zurückzuführen, sowohl Sachkosten als auch Personalkosten konnten reduziert werden.

Division Paket & Logistik

Der Außenumsatz der Division Paket & Logistik erhöhte sich im ersten Halbjahr 2010 auf Basis einer guten Mengenentwicklung um 4,3% auf 387,0 Mio. EUR. Grundsätzlich zeigte sich, dass im Paket- und Logistikmarkt im ersten Halbjahr 2010 Volumensteigerungen zu verzeichnen waren, allerdings bei anhaltendem Preisdruck.

Mit dem Produktsegment "Premiumpaket" (Paketzustellung innerhalb von 24 Stunden) wurde im ersten Halbjahr ein Umsatz von 303,9 Mio. EUR erzielt. Dieser Rückgang um 0,3% ist primär darauf zurückzuführen, dass verlustbringende Aktivitäten der Transportlogistik in Deutschland eingestellt wurden. Auf vergleichbarer bereinigter Umsatzbasis war in diesem Produktsegment in Deutschland - im Wesentlichen durch Neukundengewinnung - eine Volumensteigerung von etwa 8% zu verzeichnen. Die Tochtergesellschaft trans-o- flex in Deutschland erwirtschaftete rund drei Viertel des Premiumpaket-Umsatzes. Sehr positiv entwickelte sich auch das Geschäftskundenpaket in Österreich und in Südost-/Osteuropa.

Größere Zuwachsraten verzeichnete das Produktsegment "Standardpaket" in Österreich mit einer Umsatzsteigerung um nahezu 30% auf 78,1 Mio. EUR. Organisches Wachstum, neue Versandhandelsmengen seit Juni 2009 sowie Volumenverschiebungen vom Premium-Segment in das Standard-Segment waren dafür ausschlaggebend.

Das EBIT der Division Paket & Logistik vor Sozialplanzahlungen konnte von einem negativen Ergebnis im ersten Halbjahr 2009 (minus 3,4 Mio. EUR) auf nunmehr plus 6,2 Mio. EUR gedreht werden.

Der Paket & Logistik-Vorstand, Dipl.-Bwt. Carl-Gerold Mende, hat den Aufsichtsrat darüber informiert, dass er seinen Vertrag bis Juni 2011 erfüllen und die Verlängerungsoption bis 2013 aus persönlichen Gründen nicht in Anspruch nehmen wird. "Wir respektieren die persönliche Entscheidung von Herrn Mende. Herr Mende wird er seine Aufgabe wie bisher mit vollem Einsatz erfüllen und die Wachstumsstrategie Paket & Logistik weiter erfolgreich vorantreiben", sagt Aufsichtsratpräsident Dr. Peter Michaelis.

Division Filialnetz

Die Organisation des Filialnetzes unterliegt einem Wandel, der sich sowohl auf den Umsatz als auch auf die Kostenstruktur auswirkt. Der Außenumsatz verringerte sich um 15,2 Mio. EUR, die Gesamtkosten wurden um 19,1 Mio. EUR reduziert.

Ein Umsatzrückgang von 5,3 Mio. EUR ist dabei auf die geänderte Darstellung von Prepaid-Telefonwertkarten aufgrund einer neuen österreichischen Umsatzsteuerrichtlinie zurückzuführen. Im Geschäftsjahr 2009 wurden das Wertkartennominale im Umsatz und der dazu gehörige Wareneinsatz im Materialaufwand ausgewiesen. Seit 01.01.2010 wird hingegen nur noch die Provision verbucht. Darüber hinaus hat sich der Umsatz mit Handelswaren im ersten Halbjahr rückläufig entwickelt. Insbesondere bei Produkten der Mobiltelefonie ist eine Marktsättigung festzustellen.

Bei Finanzdienstleistungen und den damit verbundenen Provisionserträgen war ein Rückgang zu verzeichnen, der auf die reduzierten Margen durch das derzeit niedrige Zinsumfeld zurückzuführen ist.

Auch die Postdienstleistungen (Innenumsatz) haben sich um 7,9% weiter reduziert. Das Volumen an Briefen, die über das Filialnetz eingeliefert werden, geht grundsätzlich zurück. Auch werden im Vorfeld der Marktliberalisierung vermehrt Briefe von Kunden direkt abgeholt.

Durch den nunmehrigen Strukturwandel des Filialnetzes wird das Service- und Kostengefüge stetig verbessert. Unrentable eigenbetriebene Postfilialen werden in Post Partner umgewandelt.

Mit Ende Juni 2010 verfügt die Österreichische Post über 1.807 Postgeschäftsstellen, bereits 756 davon werden durch externe Partnerbetriebe geführt. Eine Umwandlung weiterer eigenbetriebener Filialen ist in Vorbereitung.

Das EBIT der Division Filialnetz betrug vor den Sozialplanzahlungen im ersten Halbjahr 2010 minus 8,7 Mio. EUR nach minus 4,0 Mio. EUR in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Die Anzahl der Mitarbeiter hat sich im Halbjahresvergleich um 387 Mitarbeiter reduziert, Sozialplanzahlungen von 2,9 Mio. EUR sind angefallen.

Wien, den 11. August 2010

Der Halbjahresfinanzbericht H1/2010 ist im Internet unter www.post.at/ir -> Publikationen --> Finanzberichte verfügbar. (Ad hoc vom 11.08.2010) (11.08.2010/ac/n/a)




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