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VOEST-Alpine Stahl Zwischenbericht


26.02.1999
Ad hoc

Die Lage des VOEST-ALPINE STAHL-Konzerns (WKN 093750) stellt sich nach den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 1998/99 trotz eines sehr schwierig gewordenen Umfeldes erfreulich dar. Mit einem Betriebserfolg (EBIT) von knapp 2 Mrd. ATS weist der Konzern für die ersten neun Monate das beste Periodenergebnis seit 1995 aus.

Wegen des derzeit historisch niedrigen Preisniveaus wird sich das Ergebnis bis zum Ende des Geschäftsjahres allerdings nur mehr geringfügig erhöhen. Aufgrund der im derzeitigen 4. Quartal nochmals um über 5 % gefallenen Erlöse sind weitere Ergebnisbeiträge nur sehr eingeschränkt zu erwarten, sodaß das Jahresergebnis insgesamt in etwa jenem des letzten Geschäftsjahres entsprechen sollte (EBIT 1997/98: 2,1 Mrd. ATS).

Geschäftsverlauf Gute Auslastung, aber tiefes Preisniveau Das Überangebot in den letzten Monaten insbesondere bei den einfachen Qualitäten bzw. am Spotmarkt - wirkte sich auf den VOEST-ALPINE STAHL-Konzern vergleichsweise wenig aus. Die Beschäftigungssituation der einzelnen Standorte stellte sich daher zum Ende des Kalenderjahres 1998 insgesamt weiterhin günstig dar. Nur das Nahtlosrohrwerk der VOEST- ALPINE STAHLROHR KINDBERG GmbH mußte - wie bekannt - die Produktion aufgrund der stark gefallenen Öl- und Gaspreise deutlich reduzieren. Es ist nicht zu erwarten, daß sich diese Situation im laufenden Kalenderjahr ändern wird.

Die Erlöse haben in so gut wie allen Produktbereichen des VOEST-ALPINE STAHL-Konzerns weiter deutlich nachgegeben. Diese negative Entwicklung, die sich bereits Mitte des vorigen Jahres abgezeichnet hatte, setzte sich beschleunigt fort. Durchschnittlich lagen die Preise im 4. Kalenderquartal 1998 um rund 5 % unter dem Niveau des vorhergegangenen Quartals. Die Entwicklung der Rohstahlproduktion stellt sich von April bis Dezember 1998 im einzelnen wie folgt dar: Am Standort Linz wurden 2,72 Mio. Tonnen (1997: 2,69 Mio. Tonnen) produziert, in Donawitz 830.000 Tonnen (932.000 Tonnen). Konzernweit betrug die Rohstahlproduktion somit 3,55 Mio. Tonnen (3,63 Mio. Tonnen).

Die Rohstahlproduktion im Kalenderjahr 1998 dagegen lag mit 4,78 Mio. Tonnen leicht über jener des Kalenderjahres 1997 (4,72 Mio. Tonnen).

Deutliche Ergebnissteigerungen


Sämtliche wesentlichen Konzerngesellschaften haben auch das 3. Quartal mit deutlich positiven Ergebnissen abgeschlossen. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des letzten Geschäftsjahres konnten die wesentlichen betrieblichen Kennzahlen zum Teil markant gesteigert werden.

Der konsolidierte Konzernumsatz lag zum Ende des 3. Quartals mit 27,1 Mrd. ATS um 5,8 %, der Betriebserfolg vor Abschreibungen (EBITD) mit 3,9 Mrd. ATS um 23 % und der Betriebserfolg (EBIT) mit 1,98 Mrd. ATS um 33,7 % über den Vergleichswerten des vorangegangenen Geschäftsjahres.

FLACHPRODUKTE LANGPRODUKTE KONZERN
in Mio. ATS 1.- 1.- 1.3.Qu 1.- 1.3.Qu 1.-
in Mio. Euro 3.Qu. 3.Qu. - 3.Qu. - 3.Qu.
1997/9 1998/9 1997/9 1998/9 1997/9 1998/9
8 9 8 9 8 9
Umsatz 19.999 21.008 6.320 6.639 25.645 27.151
ATS
Euro 1.453,4 1.526,7 459,3 482,5 1.863,7 1.973,1
EBITD 2.733 3.427 526 571 3.181 3.932
ATS
(Betriebserfolg vor
Abschreibung)
Euro 198,6 249,0 38,2 41,5 231,2 285,7
EBIT 1.235 1.734 26 310 1.482 1.980
(Betriebserfolg)
ATS
Euro 89,8 126,0 23,7 22,5 107,7 143,9
Beschäftigte exkl. 10.821 11.264 3.579 5.171 14.438 16.475
Lehrlinge

Der Anstieg der Beschäftigten ist auf die Akquisitionen VAE AG und METSEC plc. bzw. deren Einbeziehung in den Konsolidierungskreis zurückzuführen.

Ausblick erste Anzeichen einer Erholung

In der europäischen Stahlindustrie wird davon ausgegangen, daß mit dem extrem niedrigen Preisniveau (bei einzelnen Produkten bis zu 40 % unter dem des Sommers 1998!) im 1. Kalenderquartal 1999 der Tiefpunkt des derzeitigen Stahlzyklus erreicht ist. Für einzelne Produkte ist ein leichtes Anziehen der Preise im 2. Kalenderquartal 1999 (1. Quartal des Wirtschaftsjahres 1999/2000) zu erwarten.

Auch die Lagerstände haben sich normalisiert, sodaß in den nächsten Monaten von einem wieder ansteigenden Stahlzyklus ausgegangen werden kann. Dies könnten freilich Abschottungen des amerikanischen Stahlmarktes, verstärkte Exporte aus Südamerika nach der Abwertung der brasilianischen Währung sowie weitere Turbulenzen auf den asiatischen Märkten beeinträchtigen.

Das Geschäftsjahr 1998/99 ist in ergebnismäßiger Hinsicht mit dem 3. Quartal weitgehend gelaufen. Aufgrund der im derzeitigen 4. Quartal nochmals um über 5 Prozent gefallenen Erlöse sind keine signifikanten Ergebnisbeiträge mehr zu erwarten, sodaß das Ergebnis 1998/99 insgesamt in etwa auf dem Niveau des vergangenen Geschäftsjahres liegen sollte.



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