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DAX Schluss: Abbröckelnde Kurse zum Ende, Continental und Siemens vorne


29.12.2005
aktiencheck.de

Nach einer freundlichen Entwicklung gegen Mittag, in deren Laufe der DAX auf den höchsten Stand seit Mitte 2001 kletterte, bröckelten die Kurse mit einer nur behaupteten Eröffnung der Wall Street wieder etwas ab. Der DAX legte bis Handelsende noch leicht um 0,21 Prozent auf 5.458,58 Punkte zu, der MDAX verbesserte sich nach einem verhaltenen Auftakt um 0,31 Prozent und schloss bei 7.328,93 Zählern.

Zu den stärksten DAX-Werten avancierten TUI, Siemens sowie Continental, die sich mit einem Kursplus von jeweils rund 1,5 Prozent in den Feierabend verabschiedeten. Daneben schlossen Papiere von METRO und Fresenius Medical Care mit deutlich grünen Vorzeichen. In den Fokus der Anleger rückten indes Papiere der Münchener Rück, die die Gewinne aus dem frühen Handel aber zum Großteil wieder einbüßten und nur leicht positiv schlossen. Der Rückversicherer teilte heut mit, trotz der Hurrikan-Schäden das Ergebnisziel 2005 zu erreichen und die Dividende deutlich anzuheben.

Nach anfänglichen Gewinnen rutschten Anteilsscheine der Allianz in negatives Terrain ab und schlossen 0,2 Prozent leichter, obgleich der Finanzkonzern einen positiven Ausblick ablieferte. Daneben verlor die Commerzbank 0,7 Prozent und sackte damit an das Ende des DAX. Auch bei ALTANA und der Hypo Real Estate überwogen die Verkäufer. Die Deutschen Bank büßte 0,4 Prozent ein. Presseangaben zufolge steht das Finanzinstitut in einem Betrugsprozess vor einem millionenschweren Vergleich.

In der zweiten Reihe schoben sich Anteilsscheine von LEONI um 4,1 Prozent nach vorne und avancierten somit zum stärksten Wert im MDAX. Wie der Vorstandsvorsitzende Klaus Probst in einem Presseinterview sagte, peilt der Automobilzulieferer auch für das Fiskaljahr 2006 ein Rekordergebnis an. Um 4,5 Prozent rutschten hingegen Premiere-Aktien ab. Presseangaben zufolge will Arena, der neue Inhaber der TV-Exklusivübertragungsrechte der Fußball-Bundesliga, binnen drei Jahren einen fast doppelt so großen Kundenstamm wie der Konkurrent aufbauen.

Schlusskurse (17:38 Uhr):

DAX: 5.458,58 (+0,21 Prozent)

MDAX: 7.328,93 (+0,31 Prozent)

Tagesgewinner: Continental, Siemens, TUI


Tagesverlierer: Commerzbank, Hypo Real Estate, Deutsche Bank

Unternehmensmeldungen:

Die Deutsche Lufthansa AG (ISIN DE0008232125 / WKN 823212) will im kommenden Jahr nach den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Mayrhuber massive Neueinstellungen vornehmen. Wie die "BILD"-Zeitung (Vorabveröffentlichung) unter Berufung auf ein Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden der zweitgrößten europäischen Fluggesellschaft berichtet, will die Deutsche Lufthansa 2006 insgesamt 2.400 neue Mitarbeiter einstellen. Laut Mayrhuber sucht die Fluggesellschaft 1420 Flugbegleiterinnen sowie 220 Mitarbeiter für die Passagierbetreuung. Des Weiteren sollen 180 Pilotenschüler, 330 Auszubildende und 250 Hochschulabsolventen eingestellt werden.

Die Münchener Rückversicherungs-AG (ISIN DE0008430026 / WKN 843002) hat ihre Schätzungen für die Hurrikan-Schäden aktualisiert und kann trotz hoher Schaden-Nachmeldungen für "Katrina" ihr Ergebnisziel 2005 halten. Wie der Rückversicherer heute bekannt gab, hat sich die Hurrikan-Saison 2005 (u.a. Dennis, Emily, Katrina, Rita und Wilma) als außergewöhnlich schadenträchtig erwiesen. Sie hat auch die Münchener Rück stärker betroffen als bisher absehbar. So rechnet die Gruppe inzwischen mit einer Hurrikan-Belastung von fast 2,3 Mrd. Euro nach Retrozession. Davon entfallen auf Wilma 330 Mio. Euro, auf Rita über 250 Mio. Euro und auf Katrina 1,6 Mrd. Euro. Nach Steuern reduzieren die Stürme das Konzernergebnis um fast 1,5 Mrd. Euro. Dennoch kann die Münchener-Rück-Gruppe, nicht zuletzt aufgrund erheblicher Veräußerungsgewinne aus dem weiteren Abbau der Konzentrationsrisiken bei den Kapitalanlagen, an ihrem Jahresergebnisziel 2005 festhalten. Aus dem Tausch von HVB- in UniCredit-Aktien entstand ein Nettogewinn in Höhe von rund 1,15 Mrd. Euro. Hinzu kommt, dass das Basisgeschäft in der Rückversicherung gut verlief und die Erstversicherer der Gruppe ihre positive Entwicklung fortsetzten. Das deutlich gestiegene Jahresergebnis macht eine höhere Dividende möglich. Deshalb beabsichtigt der Vorstand, dem Aufsichtsrat und der Hauptversammlung eine gegenüber dem Vorjahr um 1,10 Euro auf 3,10 Euro erhöhte Dividende je Aktie vorzuschlagen.

Die Allianz AG (ISIN DE0008404005 / WKN 840400) peilt bis zum Fiskaljahr 2008 einen deutliche Ergebnissteigerung an. Wie aus den heute veröffentlichten Verschmelzungsunterlagen mit der italienischen Tochtergesellschaft RAS hervorgeht, peilt der Allfinanzkonzern für das Fiskaljahr 2006 einen Überschuss von 4,92 Mrd. Euro sowie einen operativen Gewinn von 8,36 Mrd. Euro an. Im Fiskaljahr 2007 ist ein Konzernüberschuss von 5,37 Mrd. Euro sowie ein operativer Gewinn von 9,24 Mrd. Euro in Aussicht. Im Fiskaljahr 2008 wird laut den Unterlagen ein Konzernüberschuss von 5,91 Mrd. Euro sowie ein operativer Gewinn von 10,36 Mrd. Euro angestrebt. Gleichzeitig soll die Dividende in den kommenden drei Jahren um jährlich 10 Prozent erhöht werden. Der Vorstand der Allianz und der Verwaltungsrat der italienischen Tochter RAS haben am 16. Dezember der Verschmelzung der italienischen Tochter auf die Allianz zugestimmt. Das Umtauschverhältnis beträgt drei Allianz-Aktien für 19 RAS-Stammaktien bzw. 19 RAS-Vorzugsaktien. Das Umtauschverhältnis basiert auf Unternehmensbewertungen, denen u.a. für das Geschäftsjahr 2005 für die Allianz Gruppe ein voraussichtlicher Konzernjahresüberschuss in Höhe von 4,34 Mrd. Euro und für die RAS Gruppe ein voraussichtlicher Konzernjahresüberschuss von 835 Mio. Euro zugrunde gelegt wurde.

Die Deutsche Bank AG (ISIN DE0005140008 / WKN 514000) steht Presseangaben zufolge in einem Betrugsprozess vor einem millionenschweren Vergleich. Wie die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf einen der Zeitung vorliegenden Vergleichsantrag an das Konkursgericht im US-Bundesstaat Minnesota berichtet, will der deutsche Branchenprimus einen Internetaktienskandal mit Hilfe einer Zahlung von 147,5 Mio. Dollar außergerichtlich beilegen. Die Deutsche Bank lehnt dabei in dem Antrag ein Schuldeingeständnis ab. Das Gericht will am 18. Januar eine Anhörung abhalten. Insgesamt betrugen die Schadensersatzforderungen in dem Fall laut dem Bericht 270 Mio. Dollar, wobei nicht klar ist, wie viele der offen stehenden Forderungen durch die Deutsche Bank bereits beglichen worden sind. Die Deutsche Bank muss sich wegen eines Aktienbetrugs aus der Zeit des Internetbooms verantworten. Diese hatten Ende 2001 zum Kollaps von MJK Clearing geführt, einem Finanzinstitut in Minneapolis, das sich auf die Abwicklung von Wertpapiergeschäften spezialisiert hatte. Der Insolvenzverwalter von MJK Clearing, James Stephenson, zog daraufhin 2002 vor Gericht und erhob schwere Vorwürfe gegen den Leiter der Wertpapierleiheabteilung der Deutschen Bank im kanadischen Toronto. Der Banker habe gemeinsam mit zwei Mitverschwörern dem saudischen Waffenhändler Adnan Khashoggi bei einem komplexen Betrugssystem mit Aktien eines Internetunternehmens namens Genesis Intermedia geholfen. Dabei wird den Vorgesetzten der Deutschen Bank vorgeworfen, dass sie informiert gewesen seien, aber nichts gegen den Betrug unternommen hätten. Den Beteiligten wird vorgeworfen, dass sie nicht nur die Kurse der von Kashoggi kontrollierten Internetwerbefirma manipuliert haben, sondern auch die Schwächen des Leerverkäufersystems ausgenutzt haben. Bei Leerverkäufen leihen sich die betreffenden Akteure die Aktien und verkaufen diese in der Hoffnung, die Aktien zu einem späteren Zeitpunkt zu einem tieferen Kurs zurückkaufen zu können. Häuser wie MJK Clearing übernehmen dabei die Abwicklung. Sie selbst leihen sich die Aktien und hinterlegen Sicherheiten. Laut dem Zeitungsbericht kam es nach den Terroranschlägen vom 11. September bei MJK Clearing infolge dessen zu Millionenausfällen, was den Insolvenzantrag verursachte.

Im Vorstand der Deutsche Börse AG (ISIN DE0005810055 / WKN 581005) und an der Spitze von Eurrex, dem Gemeinschaftsunternehmen von Deutsche Börse AG und SWX Swiss Exchange kommt es zu einer Veränderung. Wie das Unternehmen heute mitteilte, wird Rudolf Ferscha (44) mit Wirkung zum 31. Dezember 2005 seine Funktion als Mitglied des Vorstands der Deutschen Börse sowie CEO der Eurex-Gesellschaften Eurex Zürich AG, Eurex Frankfurt AG sowie Eurex Clearing AG abgeben und in freundschaftlichem Einvernehmen und auf eigenen Wunsch ausscheiden. Ferscha hat am 28. Dezember 2005 sein Vorstandsmandat niedergelegt und den Aufsichtsrat um Aufhebung seines Dienstvertrages gebeten. Bis auf weiteres wird der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Börse den Bereich von Rudolf Ferscha bei der Deutschen Börse zusätzlich zu seinen Aufgaben übernehmen.

Aktuelle Presseberichten zufolge will Arena, der neue Inhaber der TV-Exklusivübertragungsrechte der Fußball-Bundesliga, binnen drei Jahren mindestens sechs Millionen Abonnenten gewinnen und damit einen fast doppelt so großen Kundenstamm wie der Konkurrent Premiere AG (ISIN DE000PREM111 / WKN PREM11) aufbauen. Dies berichtet die Tageszeitung "Die Welt" am Mittwoch vorab aus ihrer Donnerstagausgabe. Wie der Arena-Generalbevollmächtigte Bernard de Roos im Gespräch mit der Zeitung erklärte, sei dies die "absolute Untergrenze." Wie de Roos weiter erklärte, ist Arena bereits bei deutlich weniger als sechs Millionen Abonnenten in der Gewinnzone. Die Tochter des Kabelkonzerns Unity Media hatte vergangenen Mittwoch überraschend von der Deutschen Fußball Liga den Zuschlag für die Rechte bekommen und damit den bisherigen Anbieter Premiere ausgestochen.

Der Automobilzulieferer LEONI AG (ISIN DE0005408884 / WKN 540888) peilt für das Fiskaljahr 2006 erneut ein Rekordergebnis an. Der Vorstandsvorsitzende Klaus Probst bezifferte in einem Interview mit der "Börsen-Zeitung" (Donnerstagausgabe) die Planungen beim Konzernumsatz für das kommende Fiskaljahr auf rund 1,7 Mrd. Euro, wobei hier eine Marge von 7 Prozent angepeilt wird. Dies würde einem EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) in Höhe von 119 Mio. Euro entsprechen. Gleichzeitig bestätigte Probst den Ausblick auf das Geschäftsjahr 2005 und erwartet nach wie vor einen Betriebsgewinn von 95 Mio. Euro, was einer Umsatzrendite von mindestens 6,3 Prozent entsprechen würde. LEONI will nach Angaben des Vorstandschefs außerdem durch Akquisitionen wachsen. Derzeit werden den Angaben zufolge zwei Firmen näher geprüft.



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