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DAX am Mittag: Leichte Abschläge, Siemens nach Großauftrag gefragt


28.12.2006
aktiencheck.de

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte tendieren am Mittag uneinheitlich und müssen ihre anfänglichen Kursgewinne größtenteils abgeben. Aktuell verliert der DAX 0,08 Prozent auf 6.603,48 Punkte, während der MDAX 0,02 Prozent auf 9.354,83 Zähler abgibt. Hintergrund für die abwartende Haltung vieler Investoren sind die am Nachmittag in den USA anstehenden Konjunkturdaten. In den USA stehen heute die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Verkäufe bestehender Häuser, das Verbrauchervertrauen, der Einkaufsmanagerindex Chicago sowie der EIA Ölmarktbericht zur Veröffentlichung an.

An der Spitze des DAX rangiert die Aktie des Industriekonzerns Siemens. Am Vormittag hat die Tochter SBS gemeinsam mit dem amerikanischen Technologiekonzern IBM von der Bundeswehr einen milliardenschweren Großauftrag erhalten. Anleger honorieren diese Nachricht mit einem Aufschlag von mehr als 1 Prozent. Ebenfalls gefragt sind die Anteilsscheine von BMW und FMC, die mit Aufschlägen von 0,5 bzw. 0,3 Prozent mit an der Spitze liegen. Die Aktie des Software-Konzerns SAP muss hingegen einen Teil ihrer anfänglichen Zugewinne wieder abgeben und legt aktuell knapp 0,3 Prozent zu, Der Finanzchef des Walldorfer Softwareriesen hatte zuvor in einem Zeitungsinterview auch für die kommenden Jahre zweistellige Zuwachsraten in Aussicht gestellt. Gefragt sind außerdem die Anteilsscheine der Deutschen Börse, der Deutschen Post und die von ThyssenKrupp, welche ebenfalls moderate Zugewinne vorweisen können.

Am unteren Ende des DAX rangiert aktuell mit einem Minus von fast 0,9 Prozent die Aktie von METRO. Größere Kursabschläge müssen derzeit außerdem die Anteilsscheine von HRE, Infineon und ALTANA hinnehmen. Die Aktie des Automobilherstellers Volkswagen, deren Tochter AUDI einem Pressebericht zufolge die konzerneigenen Renditeziele für das Jahr 2006 übertroffen hat, tendiert aktuell ebenfalls leichter und verliert knapp 0,3 Prozent.




Unternehmensnachrichten:

Der Finanzchef des Software-Konzerns SAP AG (ISIN DE0007164600 / WKN 716460), Stefan Brandt, äußerte sich in einem Interview optimistisch über die Zukunftsaussichten des Walldorfer Konzerns und geht auch zukünftig von zweistelligen Zuwachsraten aus. "Wir wollen auch in den nächsten Jahren weiterhin zweistellig wachsen", erklärte Brandt in einem Interview mit der "Börsen-Zeitung". Der Konzern ist nach den Worten des Managers international hervorragend aufgestellt, "unsere Produktpipeline ist voll und der Auftragseingang ungebrochen stark". Als Wachstumstreiber sieht Brandt im Jahr 2007 das US-Geschäft. Für das Jahr 2006 wird SAP die Ausschüttungsquote von 30 Prozent nach den Ausführungen des Finanzchefs nicht senken. Im Zuge steigender Gewinne können sich die Aktionäre damit für das Jahr 2006 auf eine höhere Gewinnbeteiligung einstellen. Außerdem stellte der Manager für 2007 eine Fortsetzung der Aktienrückkäufe in Aussicht. Die Liquidität von rund 3 Mrd. Euro will SAP auch künftig unter anderem für Akquisitionen verwenden. Dabei legt der Walldorfer Software-Konzern sein Augenmerk vor allem auf kleinere Unternehmen, um das Produktportfolio auf der technologischen Seite zu erweitern. Dabei verwies Brandt gleichwohl auf den Kauf der privat gehaltenen US-Softwareschmiede Virsa vom Frühjahr, die zwischen "400 und 500 Mio. Euro" gekostet habe. Diese erstmals öffentlich genannte Zahl zeigt, dass SAP im Zweifel auch willens ist, tiefer in die Tasche zu greifen. Solche Größenordnungen sind nach den Worten des Managers auch künftig vorstellbar. "Die überwiegende Zahl der Transaktionen werden aber wie bisher auch deutliche kleinere Zukäufe sein." SAP wird sich nach Brandts Worten im neuen Jahr abermals über einen Rechtsformwechsel hin zur Europa AG Gedanken machen. "Wir werden uns das Thema nach den geänderten steuerlichen Rahmenbedingungen erneut vornehmen und beobachten dabei sehr genau die Erfahrung unter anderem auch von Fresenius."

Aktuellen Presseberichten zufolge wird der Energiekonzern E.ON AG (ISIN DE0007614406 / WKN 761440) in der kommenden Woche das Gebot für den Wettbewerber Endesa S.A. (ISIN ES0130670112 / WKN 871028) absenken. Wie das "Handelsblatt" am Mittwoch vorab aus der Donnerstagausgabe berichtet, wird sich Eons Offerte auf 34,50 Euro verringern, sollte Endesa wie geplant seinen Aktionären am 2. Januar eine Zwischendividende von 0,50 Euro ausschütten. Dies bestätigte ein Sprecher des Energiekonzerns der Zeitung. Der spanische Konzern würde dann mit 36,5 Mrd. Euro bewertet, eine halbe Mrd. Euro weniger als bisher. Wie die Zeitung weiter schreibt wird das für den deutschen Versorger nur ein kurzes Luftholen sein, denn spanische Finanzkreisen sehen den Preis für Endesa weit höher, sollte es zu in Zukunft zu einem Bieterstreit kommen. In spanischen Finanzkreisen wird der Zeitung zufolge bereits über ein Angebot von stolzen 38 Euro spekuliert.

Der Automobilhersteller AUDI AG (ISIN DE0006757008 / WKN 675700) konnte Presseangaben zufolge sein Renditeziel für das abgelaufene Jahr 2006 übertreffen. Laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland", die sich bei ihren Angaben auf Informationen im Umfeld des Aufsichtsrats beruft, hat die Tochter der Wolfsburger Volkswagen AG (ISIN DE0007664005 / WKN 766400) 2006 trotz härter werdender Konkurrenz eine Kapitalrendite von 13 Prozent erreicht. Der zum Jahresbeginn auf den Chefposten rückende Finanzchef des Ingolstädter Autobauers, Rupert Stadler, hatte bisher ein Renditeziel von "mindestens 10 Prozent" ausgegeben. Damit hätte AUDI in diesem Jahr gute Chancen, erstmals bei der Gesamtkapitalrendite den Erzrivalen Bayerische Motoren Werke AG (BMW) (ISIN DE0005190003 / WKN 519000) zu überrunden. So schätzt Arndt Ellinghorst, Analyst bei Dresdner Kleinwort Wasserstein, nach Angaben der "FTD", dass der Münchner Konzern im Autogeschäft jetzt bei 12,2 Prozent Rendite liegt. AUDI und BMW wollten diese Zahlen nicht kommentieren. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital gilt als die mit Abstand wichtigste Kennzahl zur Bewertung der Leistung. Die oft in den Vordergrund gerückte Gewinnmarge zeigt Investoren lediglich, ob der Autobauer einen hohen Ertrag mit dem Bau und Vertrieb seiner Autos erwirtschaften kann. Erst an einer hohen Kapitalrendite können sie ablesen, dass dafür nicht zu viel investiert wurde und die Finanzmittel gut angelegt sind. Durch die starke Performance stützt AUDI auch die mitten in der Sanierung befindliche Konzernmutter Volkswagen. VW will laut dem Bericht konzernweit eine Kapitalrendite von 9 Prozent erreichen. Das konnte Audi schon 2005 mit 9,7 Prozent übertreffen. Der VW-Konzern inklusive aller Töchter erreichte dagegen im Vorjahr nur 2,6 Prozent. Internen Plänen zufolge hatte AUDI den Angaben zufolge für dieses Jahr eigentlich eine Rendite auf das eingesetzte Kapital von 12 Prozent angepeilt. Die nun erreichten 13 Prozent waren erst für 2008 eingeplant. Der Absatz sei hoch und die Investitionen recht niedrig gewesen, hieß es im Konzern. "Vor allem der neu eingeführte Geländewagen Q7 und der A6 haben sich stärker verkauft als gedacht", sagt ein Analyst. Der A6 profitiere von der Absatzschwäche des BMW 5er. AUDI wollte dies nicht kommentieren.

Der Industriekonzern Siemens AG (ISIN DE0007236101 / WKN 723610 und der amerikanische Technologiekonzern International Business Machines Corp. (IBM) (ISIN US4592001014 / WKN 851399) haben von der Deutschen Bundeswehr im Rahmen eines Konsortiums einen milliardenschweren Großauftrag erhalten. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung wurde ein aus Siemens Business Services (SBS) und IBM bestehendes Konsortium von der Bundeswehr beauftragt, ab sofort ihre nicht-militärische Informations- und Kommunikationstechnik zu modernisieren und zu betreiben. Die Bundeswehr will mit dem Projekt HERKULES ihre Rechenzentren, Software und Anwendungen, PCs, Telefone sowie Sprach- und Datennetze auf den neuesten Stand bringen. Das Gesamtvolumen des Auftrags, der eine Laufzeit von zehn Jahren hat, wurde inklusive Umsatzsteuer auf rund 7,1 Mrd. Euro beziffert. In Zusammenhang mit der Lieferung der entsprechenden IT-Services wurde die BWI Informationstechnik GmbH (BWI IT) mit Sitz in Meckenheim bei Bonn gegründet. Die gleichberechtigten Partner SBS und IBM halten daran zusammen 50,1 Prozent der Anteile, der Bund 49,9 Prozent.
IBM ist verantwortlich für die Modernisierung des Betriebs der Rechenzentren und der Anwendungen. Hier werden Individual- und Standardsoftware (SAP), web-basierte Anwendungen des Intranets der Bundeswehr sowie Kommunikationsprogramme wie Lotus Notes gepflegt. Hinzu kommt eine PKI (Public Key Infrastructure), um elektronisch versandte Dokumente verbindlich unterzeichnen oder verschlüsseln zu können. SBS ist verantwortlich für den Betrieb und die Modernisierung der dezentralen Systeme an mehr als 1.500 Standorten in Deutschland. Dazu gehören rund 140.000 PCs, 7.000 Server, 300.000 Festnetztelefone, 15.000 Mobiltelefone sowie das Management lokaler und überregionaler Daten- und Sprachnetze.

Die Wincor Nixdorf AG (ISIN DE000A0CAYB2 / WKN A0CAYB) hat erneut eigene Aktien erworben. Wie der im MDAX notierte Geldautomatenhersteller am Donnerstag erklärte, hat er vom 21. bis zum 27. Dezember 2006 30.033 eigene Aktien erworben, womit sich die Gesamtzahl der bislang erworbenen Aktien auf 38.033 beläuft. Die Trasaktion erfolgte im Rahmen des am 20. Dezember 2006 vom Vorstand verabschiedeten Aktienrückkaufprogramms, das den Erwerb von bis zu 166.390 Aktien vorsieht. (28.12.2006/ac/n/m)



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