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Börsen in Europa am Mittag: Aufschläge, Quartalsausweise im Blick 30.10.2012
aktiencheck.de
Paris (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten europäischen Indizes legen nach den Vortagesverlusten im Dienstaghandel auch zur Mittagszeit zu. Die Kauflaune der Investoren wird dabei durch diverse positiv aufgenommene Quartalsberichte angeheizt. Indes bleiben die US-Börsen heute, wie bereits gestern, wegen des Sturms Sandy geschlossen. Der EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145 / WKN 965814) gewinnt 1,03 Prozent auf 2.504,43 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 (ISIN EU0009658160 / WKN 965816) legt um 0,86 Prozent zu auf 2.543,97 Zähler. Die europäischen Länderbörsen weisen Aufschläge aus.
Die Wirtschaftsstimmung in der EU hat sich im Oktober stabilisiert. Dies gab die Generaldirektion Wirtschaft und Finanzen der EU-Kommission bekannt. So verharrte der Sammel-Index zur Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung in der gesamten Union (EU27) bei 86,2 Punkten, nach schon 86,2 Punkten im September. Daneben fiel der Index für die Eurozone auf 84,5 Zähler, während er im Vormonat bei 85,2 Punkten gestanden hatte. Daneben hat sich das Geschäftsklima in der Eurozone im Oktober erneut eingetrübt. So verringerte sich der entsprechende Indexstand auf -1,62 Punkte, nach -1,34 Punkten im Vormonat und -0,17 Punkten im Oktober 2011.
Die spanische Wirtschaft ist im dritten Quartal 2012 erneut geschrumpft. Dies gab die Bank of Spain bekannt. So sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent, nachdem es im zweiten Quartal 2012 um 0,4 Prozent nachgegeben hatte. Damit befindet sich Spanien weiterhin in einer Rezession. Gegenüber dem Vorjahresquartal ging die Wirtschaftsleistung Spaniens um 1,6 Prozent zurück, nach einem Minus von 1,3 Prozent im zweiten Quartal. Unterdessen hat sich der Anstieg der spanischen Verbraucherpreise hat sich im Oktober nach vorläufigen Berechnungen der nationalen Statistikbehörde INE mit beschleunigtem Tempo fortgesetzt. So erhöhte sich die jährliche Inflationsrate auf 3,5 Prozent, nachdem sie im September nur bei 3,4 Prozent gestanden hatte. Der für europäische Vergleichszwecke harmonisierte Verbraucherpreis-Index (HVPI) wies ebenfalls eine Jahresteuerung von 3,5 Prozent aus, nach zuvor schon 3,5 Prozent.
Überzeugen konnte unterdessen mit seinem Zahlenausweis für das abgelaufene Quartal der Ölkonzern BP (ISIN GB0007980591 / WKN 850517). So wies man trotz einer geringeren Produktion und gesunkener Ölpreise einen Gewinnanstieg aus. Dabei profitierte das Unternehmen von verbesserten Raffineriemargen und erhöhten verfügbaren Raffineriekapazitäten. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis geschlagen. Der Gesamtumsatz war unterdessen rückläufig. Die Aktie legt an der Indexspitze des FTSE 100 um 5 Prozent zu. Daneben geht es für Imperial Tobacco Group (ISIN GB0004544929 / WKN 903000) um 1,2 Prozent nach oben. Europas zweitgrößter Zigarettenhersteller hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 einen deutlich geringeren Gewinn erzielt, was auf eine hohe Sonderbelastung in Zusammenhang mit der schwachen Geschäftsentwicklung in Spanien zurückzuführen ist. Auf bereinigter Basis wurde dagegen ein Ergebnisplus verbucht.
Von besonderem Interesse ist im schweizerischen Aktienhandel heute die Aktie der Großbank UBS (ISIN CH0024899483 / WKN UB0BL6), die sich als bester Wert im SMI um 4,7 Prozent verteuert. Das Unternehmen musste im dritten Quartal einen Verlust nach einem Vorjahresgewinn ausweisen. Zurückzuführen war dies auf hohe Sonderbelastungen. So wurde das jüngste Ergebnis durch Wertminderungen von 3,1 Mrd. CHF im Zusammenhang mit Abschreibungen auf Goodwill und immateriellen Anlagen mit Bezug zur Investment Bank belastet. Zudem wurde eine beschleunigte Strategieumsetzung angekündigt. Ziel ist es, das Unternehmen zu transformieren und die UBS der Zukunft zu schaffen. Die rote Laterne wird indes von Geberit (ISIN CH0030170408 / WKN A0MQWG) mit einem Minus von 5,7 Prozent getragen. Das Sanitärtechnikunternehmen musste im dritten Quartal einen Ergebnisrückgang ausweisen. Der Umsatz verbesserte sich indes leicht. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr wurde gesenkt.
Im französischen Leitindex CAC 40 stehen derzeit mit einem Zugewinn von 2 Prozent Michelin ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren, während gleichzeitig mit Legrand und Renault nur zwei Titel rote Vorzeichen ausweisen müssen.
PALFINGER (ISIN AT0000758305 / WKN 919964) verlautbarte, dass man die Übernahme der norwegischen Bergen Group Dreggen AS, eines renommierten Herstellers von Marine- und Offshore-Kranen und Hebezeugen, vereinbart hat. Die Titel des Industriekranherstellers rücken im breiten Markt um 0,6 Prozent vor. Im österreichischen Leitindex ATX stehen die Anteilsscheine von Erste Group Bank (ISIN AT0000652011 / WKN 909943) mit einem Zugewinn von 5,5 Prozent ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren. Die Bank verzeichnete in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres aufgrund von Einmaleffekten einen deutlichen Ergebnisanstieg und konnte in die Gewinnzone zurückkehren. Trotz der schwächeren makroökonomischen Perspektiven für ganz Europa und als Folge des Abbaus von Nicht-Kernaktivitäten, sinkender Renditeniveaus, mangelnden Kreditwachstums auf konsolidierter Basis und limitierter Nachfrage im Wertpapiergeschäft erwartet die Erste Group für das Jahr 2012 ein Betriebsergebnis, das voraussichtlich nur leicht unter jenem des Vorjahres bleiben wird. Der zweite Platz im ATX wird indes im Mittagshandel von Raiffeisen Bank International mit einem Plus von 3,6 Prozent belegt, während es am Indexende für Mayr-Melnhof Karton um 1,2 Prozent nach unten geht.
Fiat (ISIN IT0001976403 / WKN 860007) fahren mit einem Abschlag von 3,4 Prozent hinterher. Der Automobilkonzern legte im dritten Quartal dank der starken Absatzentwicklung in Nordamerika beim Ergebnis deutlich zu. Der Umsatz stieg ebenfalls. In Italien geht es ferner für die Papiere von Eni (ISIN IT0003132476 / WKN 897791) um 1,7 Prozent nach oben. Der Öl- und Erdgaskonzern konnte im abgelaufenen Quartal seinen Gewinn deutlich steigern.
In den Niederlanden steigen TomTom (ISIN NL0000387058 / WKN A0ET88) um 1,6 Prozent. Der Navigationsgerätehersteller wies für das dritte Quartal einen Umsatz- und Ergebnisrückgang aus. Im Anschluss wurde die Umsatzprognose für das laufende Fiskaljahr nach unten revidiert.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.504,43 (+1,03 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.543,97 (+0,86 Prozent) FTSE 100 (London): 5.842,62 (+0,82 Prozent) CAC40 (Paris): 3.444,65 (+1,05 Prozent) MIB (Mailand): 15.446,32 (+0,63 Prozent) SMI (Zürich): 6.638,48 (+0,56 Prozent) ATX (Wien): 2.170,94 (+1,63 Prozent) (30.10.2012/ac/n/m)
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