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Börsen in Europa am Morgen: Leichte Verluste, HMV Group brechen ein


13.12.2012
aktiencheck.de

Paris (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten europäischen Indizes notieren im frühen Donnerstaghandel im Minus. Nach den Zugewinnen vom Vortag nehmen die Anleger heute ein paar Gewinne mit. Der Dow Jones EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145 / WKN 965814) verliert derzeit 0,06 Prozent auf 2.628,64 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 (ISIN EU0009658160 / WKN 965816) fällt um 0,18 Prozent auf 2.596,76 Zähler. Die europäischen Länderbörsen weisen mehrheitlich Abschläge aus.

Die EU-Finanzminister haben sich heute nach zähen Verhandlungen auf die Schaffung einer europäischen Bankenaufsicht verständigt. Demnach soll eine zentrale Stelle zur Überwachung von Kreditinstituten in Europa entstehen. Auf Basis dieses Entwurfs sollen nun Verhandlungen mit dem EU-Parlament zur Umsetzung eines entsprechenden Gesetzesentwurfs geführt werden. Dieser soll möglichst noch vor Ende des Jahres verabschiedet werden. Der nun geschlossene Kompromiss zwischen den EU-Finanzministern beinhaltet im Wesentlichen zwei Kernpunkte. Demnach soll die Europäische Zentralbank die Überwachung des europäischen Bankensektors übernehmen. Außerdem ist die Gründung einer Zentralen Bankenaufsichtsbehörde geplant. Nach der Implementierung dieser Behörde sollen in Schieflage geratene Kreditinstitute nach entsprechender Genehmigung durch die zuständigen nationalen Behörden direkte Hilfen aus dem EU-Rettungsschirm ESM erhalten können.

In Großbritannien brechen die Aktien des Musik- und Buchhändlers HMV Group (ISIN GB0031575722 / WKN 622351) im breiten Markt um 36 Prozent ein. Das Unternehmen konnte seinen Verlust im ersten Halbjahr trotz eines Umsatzrückgangs reduzieren. Dabei profitierte man von gesunkenen Kosten und geringeren Sonderbelastungen. Darüber hinaus ist es nach Angaben des Konzerns wahrscheinlich, dass man die bestehenden Vereinbarungen mit den Banken angesichts schwieriger Marktbedingungen bereits im nächsten Monat nicht einhalten kann. Spitzenreiter im britischen Leitindex FTSE 100 sind Tullow Oil mit einem Wertzuwachs von 2,9 Prozent, während sich am Indexende AMEC um 2,3 Prozent verbilligen.


Danone (ISIN FR0000120644 / WKN 851194) rücken um 1,7 Prozent vor. Der Lebensmittelhersteller bereitet derzeit angesichts der anhaltend schwachen Wirtschaft in Europa und deutlich rückläufiger Umsätze in der Region einen Kostensenkungs- und Anpassungsplan vor, um wieder wettbewerbsfähig zu werden. Dabei soll das Programm über einen Zeitraum von zwei Jahren durchgeführt werden und die Kosten an die neuen Rahmenbedingungen anpassen. In diesem Zusammenhang werden in Europa Einsparungen in Höhe von rund 200 Mio. Euro angestrebt. Société Générale (ISIN FR0000130809 / WKN 873403) gab derweil bereits gestern den Verkauf ihrer ägyptischen Tochter bekannt. Demnach wird die Qatar National Bank (QNB) den Anteil von rund 77,2 Prozent an der ägyptischen National Société Générale Bank (NSGB) übernehmen. Zudem wird die QNB weitere Aktien für rund 2 Mrd. US-Dollar übernehmen. Der Société Générale fließt dadurch ein Nettogewinn von rund 350 Mio. Euro zu. Den Abschluss der Transaktion streben die Partner in der ersten Jahreshälfte 2013 an. In der Folge geht die Société Générale davon aus, dass die Kernkapitalquote (Core Tier 1) zum Jahresende 2013 um rund 30 Basispunkte steigen wird. Die Aktie der Bankgesellschaft legt um 0,3 Prozent zu. Vorne fahren Renault um 2,4 Prozent vor. Schlusslicht im CAC 40 sind indes Vallourec mit einem Wertverlust von 1,5 Prozent.

Wienerberger (ISIN AT0000831706 / WKN 852894) gab die Neuausrichtung der Konzernorganisation bekannt. Dabei soll die neue Organisation des Baumaterialherstellers einerseits die nach der Übernahme von Pipelife neu entstandene, divisionale Konzernstruktur entsprechend abbilden und andererseits zu schlankeren, schlagkräftigeren Strukturen führen. In diesem Zusammenhang wird der Vorstand von drei auf zwei Mitglieder reduziert. Johann Windisch scheidet auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand aus und übernimmt die operative Verantwortung für den Bereich Ziegel Europa. Der Aufsichtsrat hat bereits alle dazu erforderlichen Beschlüsse getroffen und gleichzeitig die Verträge vom Vorstandsvorsitzenden Heimo Scheuch sowie vom Finanzvorstand Willy Van Riet um fünf Jahre verlängert. Das Papier tendierte nahezu unverändert. Im österreichischen Leitindex ATX geht es auf Platz eins der Gewinnerliste für Lenzing um 1,3 Prozent nach oben, während die rote Laterne von AMAG Austria Metall mit einem Minus von 1,2 Prozent getragen wird.

In der Schweiz verbilligen sich im breiten Markt Sika (ISIN CH0000587979 / WKN 858573) um 0,2 Prozent. Das Unternehmen verstärkt ihre Marktposition im Auslandsgeschäft durch einen weiteren Zukauf. So wurde eine Vereinbarung zur Übernahme der in Paraguay ansässigen Inatec SRL geschlossen. Bei dem Unternehmen handelt es sich um einen Anbieter im Bereich Bauchemie mit einem Jahresumsatz von rund 7 Mio. Schweizer Franken (CHF).

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.628,64 (-0,06 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.596,76 (-0,18 Prozent) FTSE 100 (London): 5.935,30 (-0,18 Prozent) CAC40 (Paris): 3.640,91 (-0,16 Prozent) MIB (Mailand): 15.835,46 (+0,45 Prozent) SMI (Zürich): 6.945,30 (-0,20 Prozent) ATX (Wien): 2.356,12 (-0,06 Prozent) (13.12.2012/ac/n/m)



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