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Börsen in Europa Schluss: Mehrheitlich leichte Verluste 13.12.2012
aktiencheck.de
Paris (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten europäischen Indizes schlossen den Donnerstaghandel überwiegend leicht in der Verlustzone ab. Die Anleger hielten sich mit größeren Neuengagements zurück. Der Dow Jones EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145 / WKN 965814) verlor um 0,10 Prozent auf 2.627,66 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 (ISIN / WKN 965816) fiel um 0,31 Prozent auf 2.593,21 Zähler.
Die EU-Finanzminister haben sich heute nach zähen Verhandlungen auf die Schaffung einer europäischen Bankenaufsicht verständigt. Demnach soll eine zentrale Stelle zur Überwachung von Kreditinstituten in Europa entstehen. Auf Basis dieses Entwurfs sollen nun Verhandlungen mit dem EU-Parlament zur Umsetzung eines entsprechenden Gesetzesentwurfs geführt werden. Dieser soll möglichst noch vor Ende des Jahres verabschiedet werden. Der nun geschlossene Kompromiss zwischen den EU-Finanzministern beinhaltet im Wesentlichen zwei Kernpunkte. Demnach soll die Europäische Zentralbank die Überwachung des europäischen Bankensektors übernehmen. Außerdem ist die Gründung einer Zentralen Bankenaufsichtsbehörde geplant. Nach der Implementierung dieser Behörde sollen in Schieflage geratene Kreditinstitute nach entsprechender Genehmigung durch die zuständigen nationalen Behörden direkte Hilfen aus dem EU-Rettungsschirm ESM erhalten können.
Der Anstieg der italienischen Verbraucherpreise hat sich im November mit abgebremstem Tempo fortgesetzt. Die nationale Statistikbehörde Istat hat heute die vorläufigen Angaben bestätigt. So verringerte sich die Jahresteuerungsrate auf 2,5 Prozent, nach einer Inflation von 2,6 Prozent im Oktober. Zudem gingen die Lebenshaltungskosten gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent zurück, nach einem Minus von 0,1 Prozent im Oktober.
In Großbritannien brachen die Aktien des Musik- und Buchhändlers HMV Group (ISIN GB0031575722 / WKN 622351) im breiten Markt um 37,8 Prozent ein. Das Unternehmen konnte seinen Verlust im ersten Halbjahr trotz eines Umsatzrückgangs reduzieren. Darüber hinaus ist es nach Angaben des Konzerns wahrscheinlich, dass man die bestehenden Vereinbarungen mit den Banken angesichts schwieriger Marktbedingungen bereits im nächsten Monat nicht einhalten kann. Der Energie- und Erdgasversorger BG Group (ISIN GB0008762899 / WKN 931283) hat derweil Chris Finlayson, derzeit Executive Director und Managing Director BG Advance, zum neuen CEO bestellt. Die Anteilsscheine des Energie- und Erdgasversorgers fielen um 1,7 Prozent. Schließlich beabsichtigt Barclays (ISIN GB0031348658 / WKN 850403) Presseangaben zufolge, im Rahmen einer umfassenden Restrukturierung bis zu 2.000 Stellen im Investment Banking abzubauen. Die Titel der Großbank rückten um 0,6 Prozent vor. Spitzenreiter im britischen Leitindex FTSE 100 waren auch am Ende Tullow Oil mit einem Wertzuwachs von 2,9 Prozent, während sich am Indexende John Wood Group um 4,6 Prozent verbilligten.
Danone (ISIN FR0000120644 / WKN 851194) rückten um 0,8 Prozent vor. Der Lebensmittelhersteller bereitet derzeit angesichts der anhaltend schwachen Wirtschaft in Europa und deutlich rückläufiger Umsätze in der Region einen Kostensenkungs- und Anpassungsplan vor, um wieder wettbewerbsfähig zu werden. Dabei soll das Programm über einen Zeitraum von zwei Jahren durchgeführt werden und die Kosten an die neuen Rahmenbedingungen anpassen. In diesem Zusammenhang werden in Europa Einsparungen in Höhe von rund 200 Mio. Euro angestrebt. Société Générale (ISIN FR0000130809 / WKN 873403) gab derweil bereits gestern den Verkauf ihrer ägyptischen Tochter bekannt. Demnach wird die Qatar National Bank (QNB) den Anteil von rund 77,2 Prozent an der ägyptischen National Société Générale Bank (NSGB) übernehmen. Zudem wird die QNB weitere Aktien für rund 2 Mrd. US-Dollar übernehmen. Der Société Générale fließt dadurch ein Nettogewinn von rund 350 Mio. Euro zu. Den Abschluss der Transaktion streben die Partner in der ersten Jahreshälfte 2013 an. In der Folge geht die Société Générale davon aus, dass die Kernkapitalquote (Core Tier 1) zum Jahresende 2013 um rund 30 Basispunkte steigen wird. Die Aktie der Bankgesellschaft gab um 1,3 Prozent nach. Renault (ISIN FR0000131906 / WKN 893113) fuhren um 1,5 Prozent vor. Der Automobilkonzern hat sich von seiner Restbeteiligung am schwedischen Nutzfahrzeughersteller Volvo (ISIN SE0000115446 / WKN 855689) getrennt. Insgesamt fließen Renault im Rahmen der Transaktion rund 1,48 Mrd. Euro (12,78 Mrd. SEK) zu. Tagesgewinner waren CAC 40 die Titel von Veolia mit einem Plus von 2,6 Prozent, währen Technip am Indexende 1,7 Prozent einbüßten
Die Schweizerische Nationalbank will die Obergrenze für die Heimatwährung weiter beibehalten. Den weiteren Angaben zufolge bleibt die Inflationsprognose im Vergleich zum September im Wesentlichen unverändert. Für 2012 wird eine Inflationsrate von -0,7 Prozent erwartet. Für 2013 rechnet die Schweizerische Nationalbank mit einer Inflation von -0,1 Prozent und für 2014 von +0,4 Prozent. Beim Wirtschaftswachstum wird im vierten Quartal mit einer deutlichen Abschwächung in der Schweiz gerechnet, nachdem im dritten Quartal ein leichter BIP-Anstieg ausgewiesen worden war. In der Schweiz dürfte das BIP-Wachstum in 2012 somit unverändert bei rund 1 Prozent liegen. Für 2013 erwartet die Nationalbank ein Wachstum von 1 bis 1,5 Prozent. In der Schweiz verteuerten sich im breiten Markt Sika (ISIN CH0000587979 / WKN 858573) um 0,1 Prozent. Das Unternehmen verstärkt die Marktposition im Auslandsgeschäft durch einen weiteren Zukauf. So wurde eine Vereinbarung zur Übernahme der in Paraguay ansässigen Inatec SRL geschlossen. Bei dem Unternehmen handelt es sich um einen Anbieter im Bereich Bauchemie mit einem Jahresumsatz von rund 7 Mio. Schweizer Franken (CHF). Im SMI konnte Adecco den Tagessieg mit einem Plus von 0,6 Prozent erringen. Tagesverlierer waren dagegen die Titel von Swatch mit einem Wertverlust von 2,0 Prozent.
EVN (ISIN AT0000741053 / WKN 878279) verloren 0,5 Prozent an Wert. Der Energieversorger konnte im abgelaufenen Fiskaljahr einen leichten Gewinnanstieg ausweisen. Beim Umsatz legte man ebenfalls zu. Angesichts der weiterhin schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen erwartet der Konzern ein im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleichbleibendes Ergebnis. Wienerberger (ISIN AT0000831706 / WKN 852894) gab derweil die Neuausrichtung der Konzernorganisation bekannt. Dabei soll die neue Organisation des Baumaterialherstellers einerseits die nach der Übernahme von Pipelife neu entstandene, divisionale Konzernstruktur entsprechend abbilden und andererseits zu schlankeren, schlagkräftigeren Strukturen führen. In diesem Zusammenhang wird der Vorstand von drei auf zwei Mitglieder reduziert. Das Papier schloss mit 0,1 Prozent im Minus.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.627,66 (-0,10 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.593,21 (-0,31 Prozent) FTSE 100 (London): 5.929,61 (-0,27 Prozent) CAC40 (Paris): 3.643,13 (-0,10 Prozent) MIB (Mailand): 15.866,29 (+0,64 Prozent) SMI (Zürich): 6.919,54 (-0,57 Prozent) ATX (Wien): 2.369,80 (+0,52 Prozent) (13.12.2012/ac/n/m)
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