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Presse: Balda - Hedgefond drängt Balda zur Eile


12.10.2007
aktiencheck.de

Bad Oeynhausen (aktiencheck.de AG) - Der englische Hedge-Fonds Audley Capital hat seine Beteiligung an der Balda AG (ISIN DE0005215107 / WKN 521510) Presseangaben zufolge deutlich erhöht und verstärkt den Druck auf das Management des Handyzulieferers.

Wie das "Handelsblatt" berichtet, hat Audley Capital seinen Anteil an dem im SDAX notierten Konzern in den vergangenen Monaten verdoppelt und hält seit Donnerstag mehr als 10 Prozent der Anteile. Dabei hält der Finanzinvestor weiterhin an seinem Balda-Engagement fest, obwohl man seit Juli einen zweistelligen Millionenverlust mit der Beteiligung eingefahren hat. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass sich Balda im Touchscreen-Geschäft zu einem klaren Weltmarktführer entwickeln kann", sagt Michael Treichl, Partner und Gründer von Audley Capital laut der Wirtschaftszeitung. "Wir schließen nicht aus, unsere Anteile weiter aufzustocken." Dabei will Treichl seine Ankündigung nicht als Angriff verstanden wissen, wobei sich das Verhältnis zwischen den Großaktionären und dem Management nach den zuletzt angekündigten Umstrukturierungen deutlich verbessert hat. Noch Ende Juli war die Stimmung so schlecht, dass Audley gemeinsam mit dem amerikanischen Investor Guy Wyser-Pratte, der rund 7 Prozent der Balda-Aktien hält, in einem Brief an den Vorstand ein Ultimatum stellte: Entweder das Management ändert den Kurs, oder die Aktionäre ändern das Management.


Ende September kündigte Konzernchef Joachim Gut an, Balda werde seine europäischen Werke verkaufen und sich auf das Asiengeschäft und die Herstellung von berührungsempfindlichen Bildschirmen (Touch-Screens) konzentrieren.

In Detailfragen gibt es jedoch noch immer Unstimmigkeiten. Die Hedge-Fonds fordern, Balda solle seine chinesische Tochtergesellschaft TPK, die die Touch-Screens herstellt, abspalten und wenigstens einen Teil davon an die Börse bringen. Denn obwohl TKP der wichtigste Geschäftsbereich von Balda sei, und unter anderem die Touch-Screens für das neue iPhone von Apple herstelle, würde das SDAX-Unternehmen in Finanzkreisen noch immer als Hersteller von Handyschalen wahrgenommen, was zu einer deutlichen Unterbewertung führe.

In ihrem Brief rechnen die Hedge-Fonds dem Balda-Management vor, dass TPK als High-Tech-Konzern an der Börse bis zu 650 Mio. Euro wert sein könne. Der Mischkonzern Balda bringt es aktuell auf eine Marktkapitalisierung von 341 Mio. Euro. Konzernchef Gut nannte den Vorschlag einer Abspaltung von TPK eine "strategische Option". Ein Balda-Sprecher bestätigte jedoch gestern laut dem Bericht auf Nachfrage, dass es keine konkreten Pläne hierzu gebe. Ein separater Börsengang sei "sehr weit weg." Nach Ansicht von Audley-Chef Treichl sollte ein Börsengang von TPK bereits im ersten Halbjahr 2008 erfolgen.

Die Aktie von Balda notiert aktuell mit einem Plus von 1,12 Prozent bei 7,47 Euro. (12.10.2007/ac/n/nw)



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