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Presse: JENOPTIK stellt Höhe des Forschungsetats infrage


22.12.2006
aktiencheck.de

Jena (aktiencheck.de AG) - Der Technologiekonzern JENOPTIK AG (ISIN DE0006229107 / WKN 622910) will möglicherweise seine Investitionen im Bereich Forschung und Entwicklung herunterfahren.

"Vielleicht haben wir da in der Vergangenheit an der einen oder anderen Stelle zu viel gemacht", sagte Konzernchef Alexander von Witzleben in einem Interview mit der "Financial Times Deutschland". Bereits im abgelaufenen Quartal hatten unerwartet hohe Forschungsausgaben das Ergebniswachstum des im TecDAX notierten Konzerns gebremst. "Wir prüfen, ob die Mittel effektiv eingesetzt sind und die erwünschten neuen Produkte damit Erträge bringen", erklärte der Vorstandschef. Geringere Forschungskosten könnten dabei die Profitabilität von JENOPTIK erhöhen und dabei zu einem schneller als geplanten Abbau der relativ hohen Verschuldung beitragen.

Erst im Mai hatte Vorstandschef von Witzleben die größte Sparte des Unternehmens, den Anlagenbau, abgespalten. Dieser Geschäftsbereich war noch von seinem Vorgänger Lothar Späth zusammengekauft worden. Späth hatte dafür eine hohe Verschuldung in Kauf genommen, die das Konzernergebnis heute belastet und den Handlungsspielraum einengt. Investoren fordern deshalb eine möglichst schnelle Schuldenreduktion. Jenoptik könne den Abbau der Verbindlichkeiten auch forcieren, indem sich der Konzern von weiteren Firmenbeteiligungen trenne, sagte von Witzleben. "Wir stehen aber nicht unter Handlungsdruck, können also warten, bis wir gute Preise erzielen", sagte von Witzleben. Die möglichen Erlöse derartiger Desinvestitionen wurden auf 10 bis 20 Mio. Euro beziffert. Der JENOPTIK-Chef bekräftigte sein Ziel, die Nettoverschuldung langfristig von derzeit rund 211 Mio. Euro auf 100 Mio. Euro drücken zu können. "Durch eine Absenkung der Verschuldung und ein besseres Rating haben wir in Zukunft einen größeren Handlungsspielraum", sagte von Witzleben.


Beim Konzernumsatz will JENOPTIK in den kommenden Jahren wieder die Milliarden-Euro-Grenze erreichen. "Die Etappe, die 500 Mio. Euro zu packen, die nehmen wir uns schon für das nächste Jahr vor", sagte von Witzleben. Im jetzt auslaufenden Geschäftsjahr erwartet Jenoptik einen Anstieg der Erlöse von 410 Mio. Euro auf über 450 Mio. Euro. Mit der vollzogenen Trennung vom Anlagenbau hat JENOPTIK rund drei Viertel seines Jahresumsatzes von zuletzt 1,9 Mrd. Euro verloren. Allerdings galt das in dem Tochterunternehmen M+W Zander gebündelte Geschäft, zu dem unter anderem der Bau von Reinraumfabriken für die Chipindustrie gehörte, als margenschwach, zyklisch und riskant.

Für das laufende Fiskaljahr strebt JENOPTIK nach den Worten des Vorstandschefs eine EBIT-Marge von 9 bis 10 Prozent an - allerdings vor Holdingkosten. "Das werden wir schaffen", sagte von Witzleben. Innerhalb der kommenden drei bis vier Jahre wolle Jenoptik dann die gleiche Rendite inklusive Holdingkosten erwirtschaften, so von Witzleben. Dabei helfen könnte etwa eine Kürzung der Forschungsausgaben. Insgesamt gab der Konzern im vergangenen Geschäftsjahr 27,4 Mio. Euro für die Forschung aus - das entspricht fast 7 Prozent des Umsatzes.

Aktionäre dürfen indes nach den Worten des Managers auch in den kommenden Jahren auf keine Dividende hoffen. "Das muss der Aufsichtsrat entscheiden. Ich würde aber empfehlen, Gewinne nicht auszuschütten, sondern das Unternehmen zu stärken", sagte von Witzleben. "Für ein Hochtechnologieunternehmen ist es wichtig, über eine sehr gute Bonität und eine hohe Eigenkapitalquote zu verfügen, um Chancen am Markt nutzen zu können", sagte von Witzleben.

Die Aktie von JENOPTIK notiert aktuell mit einem Plus von 0,80 Prozent bei 7,58 Euro. (22.12.2006/ac/n/t)



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