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News - Marktberichte
28.12.2005
DAX Schluss: Wenig verändert, Lufthansa an der Spitze
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Nach einem freundlichen Handelsverlauf gegen Mittag führten abbröckelnde Kurse an der Wall Street kurz nach dem Handelsstart zu Gewinnmitnahmen bei den deutschen Standardwerten. Der DAX verabschiedete sich mit einem leichten Aufschlag von 0,04 Prozent auf 5.447,15 Punkte in den Feierabend, der MDAX verlor hingegen 0,40 Prozent auf 7.306,14 Zähler.

In den Fokus der Anleger rückten Papiere von DaimlerChrysler, die ihre Gewinne aus dem frühen Handel weiter ausbauten und 1,3 Prozent zulegten. Der Automobilbauer gab heute den Verkauf des Triebwerksherstellers MTU Friedrichshafen für 1,6 Mrd. Euro an die Private Equity-Gesellschaft EQT bekannt. An die starke Vortagesentwicklung schlossen Aktien von TUI an, die 0,4 Prozent gewannen. Presseberichten zufolge könnte der Kreuzfahrtanbieter Aida Cruises dem Touristikanbieter die Vertriebspartnerschaft kündigen, sollte TUI auch ins Kreuzfahrtgeschäft einsteigen. Positiv wirkte sich hingegen ein Medienbericht aus, wonach TUI eine Billigfluglinie in Marokko gründen wird. Siemens legten nach der Verkündung eines Großauftrages 0,2 Prozent zu. Zum stärksten Wert im Index avancierten aber Anteilsscheine der Deutschen Lufthansa, die sich um 2,1 Prozent vorschoben.

Hingegen ging es bei adidas-Salomon um 0,8 Prozent nach unten, auch Fresenius Medical Care büßte einen Teil der Vortagesgewinne wieder ein. Leicht rote Vorzeichen prägten das Bild zudem bei RWE, E.ON und der Commerzbank. Die Hypo Real Estate erholte sich indes gegen Handelsende deutlich und schloss wenig verändert. In der zweiten Reihe gaben Anteilsscheine von Premiere einen Großteil ihrer Gewinne bis Handelsende wieder ab und schlossen nur 0,5 Prozent fester. Nach Übernahmespekulationen schoss der Titel am Vortag um knapp 10 Prozent nach oben.

Schlusskurse (17:38 Uhr):

DAX: 5.447,15 (+0,04 Prozent)

MDAX: 7.306,14 (-0,40 Prozent)

Tagesgewinner: Deutsche Lufthansa, DaimlerChrysler, BMW

Tagesverlierer: adidas-Salomon, Fresenius Medical Care, E.ON

Unternehmensmeldungen:

Der Industriekonzern Siemens AG (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) hat einen Großauftrag aus Saudi Arabien erhalten. Wie der im DAX30 notierte Industriekonzern heute bekannt gab, wurde ein von der Geschäftssparte Siemens Power Generation (PG) geführtes Konsortium mit dem schlüsselfertigen Bau eines Dampfkraftwerks mit angeschlossener Meerwasserentsalzungsanlage beauftragt. Auftraggeber des größten unabhängigen Wasser- und Stromprojektes (IWPP) weltweit ist die in Saudi Arabien ansässige Shuaibah Water and Electricity Company (SWEC). Gebaut wird die Anlage Shuaibah rund 110 Kilometer südlich von Jeddah unter der Leitung von Siemens PG im Konsortium mit Doosan Heavy Industries & Construction Co. Ltd.. Das Auftragsvolumen wurde auf rund 1,8 Mrd. Euro beziffert.

Der Automobilkonzern DaimlerChrysler AG (ISIN DE0007100000/ WKN 710000) hat sich nach monatelangen Verkaufsverhandlungen von dem Triebwerkshersteller MTU Friedrichshafen getrennt. Wie der im DAX30 notierte Konzern heute bekannt gab, wurden sowohl die MTU Friedrichshafen GmbH als auch die Off-Highway-Aktivitäten der Detroit Diesel Corporation (DDC) an die Private Equity-Gesellschaft EQT veräußert. Der Verkaufspreis wurde auf 1,6 Mrd. Euro beziffert. Unter Berücksichtigung von Liquidität, Schulden und Pensionsverpflichtungen wird DaimlerChrysler ein Liquiditätszufluss in Höhe von voraussichtlich 1,0 Mrd. Euro verbleiben. Durch den Verkauf geht DaimlerChrylser von einem Anstieg des Operating Profit in Höhe von voraussichtlich 0,4 Mrd. Euro sowie einem Plus beim Konzernergebnis in Höhe von 0,3 Mrd. Euro aus. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden und soll voraussichtlich im ersten Quartal 2006 abgeschlossen werden. "Mit der Veräußerung an EQT sind die Weichen für die weitere Expansion von MTU Friedrichshafen gestellt. Bei vergleichbaren Preisvorstellungen der drei Kaufinteressenten haben wir uns für den Bieter mit dem überzeugendsten Konzept entschieden", erklärte Dr. Rüdiger Grube, im Vorstand der DaimlerChrysler AG verantwortlich für Konzernentwicklung und Aufsichtsratsvorsitzender der MTU Friedrichshafen GmbH.

Der Reise- und Touristikkonzern TUI AG (ISIN DE000TUAG000/ WKN TUAG00) will Presseangaben zufolge gemeinsam mit drei marokkanischen Investoren eine Billigfluglinie gründen. Wie das "Handelsblatt" heute berichtet, soll die Fluggesellschaft unter dem Namen Jet4you im März 2006 mit zwei geleasten Maschinen ihren Betrieb aufnehmen. Jährlich soll die Flotte um zwei Maschinen erweitert werden, und im Jahr 2010 auf insgesamt zehn Flugzeuge anwachsen. Im ersten Geschäftsjahr soll Jet4you nach Angaben des Geschäftsführers Jawad Ziyat 160.000 Passagiere fliegen; 2008 sollten es bereits 900.000 und 2010 1,7 Millionen sein. Eigentümer der neuen Fluggesellschaft soll die neu gegründete Aviation Investment Company (AIC) sein, an der TUI 40 Prozent der Anteile hält. Marokkos größte Privatbank Attijariwafa und der Investmentfonds Investima jeweils 20 Prozent. Die verbleibenden 20 Prozent der Anteile werden von den marokkanischen Geschäftsleuten Guy Marrache und Ahmed Benabbes Taarji gehalten.

Der Kreuzfahrtanbieter Aida Cruises will dem Touristikanbieter TUI AG möglicherweise die Vertriebspartnerschaft kündigen. Laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (Mittwochausgabe) reagiert Aida damit auf die Ankündigung von TUI, möglicherweise auch ins Kreuzfahrtgeschäft einzusteigen. "Das werden wir uns nicht gefallen lassen. Dann werden wir uns auf andere Vertriebsstellen konzentrieren", betonte Aida-Chef Michael Thamm. Der Chef des größten europäischen Reise- und Touristikkonzerns Michael Frenzel, hatte gegenüber der "FTD" in einem interview angekündigt, dass der Konzern möglicherweise bald unter der Marke "TUI Cruises" ins Kreuzfahrtgeschäft einsteigen wolle. Eine konkrete Entscheidung soll in den kommenden Monaten gefällt werden, wobei neben Finanzierung, Konzept und Planungszeit auch die Stabilität im Vertrieb gewährleistet sein muss. Aida verkauft laut dem Bericht 15 Prozent seiner Angebote über TUI Reisebüros.

Das Abfindungsangebot des Automobilherstellers Volkswagen AG (ISIN DE0007664005/ WKN 766400) stößt bei den Beschäftigten Presseangaben zufolge bislang auf taube Ohren. Laut einem Artikel der "Wolfsburger Nachrichten" (Mittwochausgabe), der sich auf Angaben des Betriebsrats beruft, haben im Stammwerk Wolfsburg seit Anfang November nicht einmal 100 Mitarbeiter Aufhebungsverträge unterschrieben. "Diese Zahl liegt deutlich unter den Erwartungen", wird Betriebsratschef Bernd Osterloh zitiert. Volkswagen will bis Ende 2008 in Westdeutschland insgesamt 10.000 Stellen abbauen. Dieses Ziel will der größte europäische Automobilhersteller auch über Aufhebungsverträge mit Abfindungen erreichen. Im Werk Braunschweig stößt das Angebot von Volkswagen ebenfalls auf wenig Resonanz: "Es sind aber nicht viele Mitarbeiter, die Verträge angenommen haben. Zwischenstände gibt es Anfang Januar", sagte Braunschweigs VW-Betriebsratschef Uwe Fritsch. "Der Start ist schleppend." Hintergrund für das Zögern vieler Beschäftigter ist dei allgemein schwierige Situation auf dem Arbeitsmarkt sowie die vergleichsweise geringen Abfindungsangebote. Im Durchschnitt werden bisher 60.000 Euro gezahlt, berichtet die Zeitung weiter. Bei den Altersteilzeitverträgen, dem wichtigsten Instrument zum geplanten Personalabbau, ist Volkswagen bei seinem Programm indessen erfolgreicher: Laut dem Bericht sind inzwischen 6.300 Verträge von Mitarbeitern unterschrieben worden.

.ON Bayern, eine Tochter des Energie- und Erdgaskonzerns E.ON AG (ISIN DE0007614406/ WKN 761440), hebt zu Beginn des kommenden Jahres die Preise für Erdgas an. Wie der Konzern heute bekannt gab, wird E.ON Bayern ab dem 1. Januar 2006 die Gaspreise für Haushaltskunden um 0,50 Cent pro Kilowattstunde (brutto) anheben. Damit erhöhen sich die Kosten für einen Durchschnittshaushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden im Jahr um monatlich rund 8,30 Euro (brutto). "Diese Preiserhöhung ist aufgrund gestiegener Beschaffungskosten unabdingbar. Wir werden aber die Beschaffungskostenerhöhung nicht in vollem Umfang an unsere Kunden weitergeben. Demnach wird sich auch unsere Vertriebsmarge reduzieren", unterstrich der E.ON Bayern-Vorstandsvorsitzende Dr. Peter Deml.


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