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Analysen - Neuer Markt
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25.07.2001
LPKF Laser reduzieren
Nord LB
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Börsenkenner der Nord LB stufen die Aktie von LPKF Laser (WKN 645000) auf reduzieren ein.
Die LPKF Laser & Electronics AG zähle auf dem Gebiet der lasergestützten Anwendungstechnologien zu den Marktführern für die moderne Mikroelektronik. LPKF stehe für Leiterplattenkopierfräs-Systeme. Dabei würden stromleitende Strukturen auf Leiterplatten-Prototypen für Elektro- und elektronische Produkte aufgebracht. Das Unternehmen habe sein Geschäft in die drei Geschäftsbereiche Rapid Prototyping, Lasersysteme und Schablonen gegliedert.
Der umsatzstärkste Geschäftsbereich im Jahr 2000 sei der Bereich Lasersysteme mit ca. 51% Umsatzanteil gewesen. Auch zukünftig sollte dieser Bereich von der zunehmenden Bedeutung der Lasertechnologie bei den Produktionsprozessen der Elektronikindustrie profitieren, da vor allem bei der Miniaturisierung elektronischer Baugruppen Laseranlagen eine Schlüsselrolle übernehmen würden. Um die Ausschussrate bei der Produktion elektronischer Baugruppen innerhalb der Massenfertigung niedrig zu halten, sei die Qualität der lasergeschnittenen Schablonen (Stencils) von großer Bedeutung. Mit der StencilLaser-Familie biete das Unternehmen eine entsprechende Lösung an. LPKF verfüge mit dem Micro LineLaser, einem Excimerlaser, über ein Produkt, mit dem sich Feinstleiterbahnen herstellen und sich Halbleitertechnik und konventionelle Leiterplattentechnik bei der Bearbeitung verbinden lassen würden. In Kooperation mit der Atotech Deutschland GmbH sei die MicroLine-Technologie auch bei der herkömmlichen Ätztechnik zur Strukturierung von Halbleiterplatten einsetzbar. Weitere Produkte von LPKF seien u.a. der MicroLine Drill, ein Werkzeug zum Bohren und Strukturieren, und der 3D-Laser zum Bearbeiten von 3D-Schaltungen.
Im Geschäftsbereich Rapid Prototyping habe LPKF im Jahr 2000 ca. 38% seiner Umsätze erzielt. Der Markt für elektronische Produkte sei gekennzeichnet durch immer kürzer werdende Produktlebenszyklen. Daher benötigten die Kunden von LPKF eine Technologie, die die Prototypenentwicklung zum einen beschleunige, zum anderen aber auch dem Trend zu immer kleineren und leichteren Geräten mit höherer Leistungsfähigkeit standhalte. Durch LPKF-Produkte sei es den Kunden möglich, funktionsfähige Prototypen im eigenen Labor - In-house-Prototyping - zu entwickeln. Zu den von LPKF angebotenen Produkten würden u.a. Fräsbohrplotter der Serie ProtoMat und der ProtoLaser, eine Kombination aus Lasertechnologie und Fräsbohrplotter, mit dem eine Feinstleiterstrukturierung bei Leiterplatten erreicht werden könne, gehören.
Das dritte und kleinste Geschäftsfeld sei der Bereich Schablonen mit einem Umsatzanteil von ungefähr 7%. Die Polymerschablonen von LPKF würden höchste Präzision durch den Einsatz neuer Materialien ermöglichen und seien zum Bedrucken von Wafern geeignet. Dieser Geschäftsbereich habe vor allem strategische Bedeutung, da die Fertigung von Schablonen solange als Dienstleistung dem Kunden angeboten werden könne, bis dieser einen eigenen Stencil-Laser kaufen würde.
Das Jahr 2000 habe der Leiterplattenindustrie ein Rekordjahr beschert, von dem auch LPKF überproportional profitiert habe. Im Geschäftsjahr 2000 habe LPKF die Umsatzerlöse um über 40% auf Euro 28 Mio. steigern können. Das EBIT habe sich um mehr als 30% auf Euro 6,3 Mio. erhöht. Das Konzernergebnis um über 40% auf Euro 3,2 Mio. Im ersten Quartal 2001 habe das Unternehmen einen Umsatzrückgang um ca. 4% auf Euro 5,5 Mio. hinnehmen müssen. Während die Bereiche Schablonen und Rapid Prototyping hätten zulegen können, sei der Umsatz im Geschäftsbereich Lasersysteme um ca. 30% auf Euro 1,7 Mio. gesunken. Das EBIT habe im ersten Quartal 2001 noch leicht um 3% auf Euro 1,4 Mio. gesteigert werden können. Dies sei aber vor allem durch die Erhöhung des Bestandes an unfertigen und fertigen Erzeugnissen von TEuro 69 auf TEuro 2.235 zurückzuführen. Das Konzernergebnis habe sich um mehr als 7% auf TEuro 645 reduziert.
Im Jahr 2001 würden sich die Halbleiterplattenindustrie in einer weiter anhaltenden Abschwungsphase befinden. Mit dessen Erholung sei frühestens Mitte nächsten Jahres zu rechnen. Aus diesem Grund würden viele Kunden von LPKF im Geschäftsbereich Lasersysteme ihre Aufträge verschieben. Ende Juni habe das Unternehmen eine Umsatz- und Gewinnwarnung bekannt gegeben. Das Unternehmen werde aufgrund des konjunkturellen Abschwungs in der Halbleiterplattenindustrie nicht die Zahlen des Vorjahres sowohl beim Umsatz als auch beim EBIT und Konzernergebnis in 2001 erreichen können. LPKF verfüge nach den vielen Markteinführungen im Jahr 2000 über eine innovative Produktpalette und sollte daher bei einem Aufschwung in der Halbleiterplattenindustrie wieder überproportional profitieren. In den aktuellen Kursen seien aber schon einige dieser Zukunftserwartungen in die neuen Produkte eingepreist.
Die Analysten der Nord LB stufen die Aktie von LPKF Laser auf reduzieren ein.
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