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Analysen - Nebenwerte
27.10.2006
Intershop verkaufen
SES Research

www.optionsscheinecheck.de

Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SES Research, Frank Biller, bewertet die Aktie von Intershop (ISIN DE000A0EPUH1/ WKN A0EPUH) nach wie vor mit "verkaufen".

Intershop habe vorläufige Zahlen für das dritte Quartal 2006 berichtet. Bezogen auf den Umsatz seien die Analysten-Erwartungen überschritten worden, während die Ergebnisprognose deutlich verfehlt worden sei.

Gegenüber dem Vorjahresquartal sei der Umsatz um 25,4% gestiegen. Ohne die Ende Juni 2006 akquirierte SoQuero GmbH, welche auf Online-Marketing spezialisiert sei, hätte das Umsatzwachstum bei 7% bis 8% gelegen. Die Gesellschaft habe im 3. Quartal ca. 0,7 Mio. EUR Umsatz beigesteuert und dürfte am Break-Even operiert haben. Die Umsätze von SoQuero seien in die Service-/Wartungserlöse eingeflossen, die mit 4,3 Mio. EUR die Analysten-Erwartung übertroffen hätten. Die Lizenzerlöse seien hingegen mit 0,6 Mio. EUR hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Umsätze aus dem gegen Jahresanfang angekündigten Einstieg in das Full-Service E-Commerce-Geschäft seien noch nicht angefallen.

Ergebnisseitig habe sich Intershop bei allen Ergebniskennziffern signifikant unter dem Vorjahresniveau und damit weit entfernt vom ursprünglich angestrebten positiven Nettoergebnis auf der Gesamtjahresbasis bewegt. Der Grund dafür, dass der Verlust die Analysten-Prognosen überstiegen habe, liege im Umsatzmix und im höheren Aufwand. Die hochmargigen Lizenzerlöse hätten unter den Erwartungen gelegen, während die Service-Erlöse, die wesentlich geringere Margen als die Lizenzerlöse aufweisen würden, höher als angenommen ausgefallen seien.

Zudem seien die operativen Kosten mit einem Anstieg von 25,7% leicht stärker als der Umsatz gestiegen. Dies sei angesichts der Situation, in der sich Intershop befinde, sehr unbefriedigend. Insbesondere dem Marketing- und Vertriebsaufwand, der sowohl im 3. Quartal als auch in den ersten neun Monaten im Vorjahresvergleich deutlich gestiegen sei, stehe keine angemessene Ausweitung des Lizenzgeschäftes gegenüber. Erheblicher Aufwand (ca. 0,35 Mio. EUR pro Quartal) resultiere aus dem sehr umfangreichen Optionsprogramm. Derzeit seien ca. 5,4 Mio. Optionen ausgegeben. Aus diesem Optionsprogramm resultiere potenziell auch eine starke Verwässerung.

Die Analysten würden ihre Schätzungen anpassen. Man erhöhe die Umsatzschätzung, während man die Ergebnisschätzung reduziere. Für November und Dezember 2006 erwarte man auch Umsätze aus dem Bereich Full-Service E-Commerce. In diesem Bereich wolle Intershop im November ein Projekt abschließen. Da jedoch weder Kunde noch Partner bekannt seien, seien die daraus resultierenden Erlöse aus der Analysten-Sicht kaum quantifizierbar. Im nächsten Jahr erwarte Intershop weitere Kunden, für die die gesamten E-Commerce-Prozesse abgewickelt würden. Zuletzt habe es hier allerdings auch Verschiebungen gegeben. Derzeit fehle Intershop noch eine erfolgreiche Referenz in diesem Bereich.

Die Analysten würden eine gute Nachfrage nach Full-Service E-Commerce-Lösungen sehen. Allerdings dürfte dies im Neukundengeschäft Lizenzerlöse kannibalisieren. Grundsätzlich dürfte dies zu höheren Umsatzvolumina bei deutlich niedrigeren Margen führen. Zudem sei Intershop auf Partner angewiesen, da das Unternehmen nicht über eigene Logistik-Kompetenz und Kapazitäten verfüge.

Trotz erwarteter Erlöse aus dem Full-Service E-Commerce-Geschäft sehe man Intershop nach der enttäuschenden Ergebnisentwicklung in diesem Jahr nicht mehr den baldigen Tournaround vollziehen, wenngleich bedingt durch die übliche Saisonalität im 4. Quartal ein positives Ergebnis anfallen sollte. Man reduziere das Kursziel von 1,30 EUR auf 1,20 EUR.

Die Analysten von SES Research bestätigen das Rating "verkaufen" für die Intershop-Aktie. (27.10.2006/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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