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Analysen - Nebenwerte
14.11.2006
Reinecke + Pohl Einstellung der Coverage
SRH AlsterResearch

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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Oliver Drebing, Analyst von SRH AlsterResearch, stellt die Coverage der Aktie Reinecke + Pohl (ISIN DE0005250708/ WKN 525070) ein.

Die per Ad hoc-Meldung von Reinecke + Pohl vermeldeten Neunmonats-Zahlen seien nochmals schlechter, als die Analysten erwartet hätten. Zum einen habe das Unternehmen eingeräumt, die bisher veröffentlichten Angaben zu den Q2-Umsätzen um insgesamt 4,9 Mio. Euro nach unten korrigieren zu müssen. Dies betreffe für das Juni-Quartal vorgenommene Buchungen für nicht erteilte Aufträge sowie der Gesellschaft unterlaufene Rechnungslegungsfehler.

Die "Unregelmäßigkeiten" seien von dem durch den Konzernvorstand beauftragten Wirtschaftprüfer aufgedeckt worden. Zum anderen habe Reinecke + Pohl laut der vorläufigen Q3-Zahlen einen Quartalsumsatz von lediglich 11,0 Mio. Euro erzielt. Damit habe der Systemanbieter sämtliche vorangegangenen Quartale der kurzen Unternehmenshistorie unterboten. Für den Neunmonatszeitraum habe Reinecke + Pohl den Verlust auf EBIT-Ebene mit 3,8 Mio. Euro beziffert.

Die in den operativen Töchtern 2006 geschaffenen Strukturen hätten - entgegen der lange vom Vorstand propagierten Leitlinien - den Anteil der Fixkosten (Operating Leverage) erhöht. Ausbleibende Deckungsbeiträge würden somit zu den negativen Ergebnisszenarien auf Gesamtjahresebene führen. Die aktuelle Guidance nenne ein Gesamtjahres-EBIT auf dem Niveau der bereits für den Neunmonatszeitraum genannten -3,8 Mio. Euro.

Das Controlling wie auch die Kommunikation der Gesellschaft hätten sich als völlig unzureichend herausgestellt. Die Analysten würden keine sichere Erklärung dafür haben, wie der Konzernleitung, mit der man in regelmäßigem Kontakt gestanden habe, eine derart schwache Geschäftsentwicklung habe verborgen bleiben können.

Der Vorstandsvorsitzende, Martin Schulz-Colmant, habe sein Amt niedergelegt. Die Analysten würden davon ausgehen, dass Patrick Arndt in seiner Position als CFO verbleibe. Neu in den Vorstand sei Thorsten Preugschas bestellt worden, der als Geschäftsführer der Tochter Maaß Regenerative Energien innerhalb des Konzerns bislang für das Handelsgeschäft sowie die Auslandsaktivitäten verantwortlich gewesen sei. Reinecke + Pohl werde am Deutschen Eigenkapitalforum am 28. November teilnehmen, um zu den aktuellen Ereignissen und der weiteren Perspektive Stellung zu beziehen.

Fundament der Umsatzschätzungen der Analysten hätten bislang die mit asiatischen Modulherstellern und mit dem US-Anbieter First Solar fest vereinbarten Liefervolumina gebildet. Bisher hätten die Analysten bis 2010 kumulierte Umsätze von 1 Mrd. Euro erwartet. Die aktuelle Unternehmensaussage jedoch, dass für das Gesamtjahr mit einem Umsatz von lediglich 58,1 Mio. Euro geplant werde, weise aus der Sicht der Analysten auf eine radikale Beschneidung der operativen Aktivitäten hin ("Restrukturierungsplan"). Künftige Strukturen des Konzernverbunds seien für die Analysten gegenwärtig nicht abschätzbar. Man sehe deshalb von über 2006 hinausreichenden Prognosen ab.

Die fest für die Jahre 2007 bis 2010 mit First Solar vereinbarten Lieferkontingente würden erhebliche Assets darstellen. Vorstellbar sei für die Analysten ein Szenario, dass die Assets durch einen Wettbewerber übernommen würden. Seit im Oktober der seinerzeit für das Projektgeschäft der Tochtergesellschaft Nastro verantwortliche Manager, Hermann Müller, verhaftet worden sei, sei es Reinecke + Pohl nicht gelungen, eine positiv zu wertende Unternehmensmeldung zu "produzieren". Die verbliebene "Equity-Story" liefere derzeit keine Grundlage für eine Fundamentalanalyse.

Die Analysten von SRH AlsterResearch stellen ohne weitere Nennung eines Anlageurteils (bislang kaufen) ihre Coverage für die Reinecke + Pohl-Aktie ein. Das bisherige Kursziel habe man bei 16 Euro gesehen. (14.11.2006/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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