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Analysen - Nebenwerte
17.01.2007
Balda für Risikofreudige
DaxVestor

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Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "DaxVestor" halten die Balda-Aktie (ISIN DE0005215107/ WKN 521510) für den risikofreudigen Anleger für interessant.

Das Jahr 2006 sei für den ehemaligen Neuer Markt Wert Balda, der jetzt sein Dasein im SDAX friste, nicht einfach gewesen. Auf die Spitze sei die schlechte Entwicklung durch die Pleite von BenQ-Siemens getrieben worden, einer der wichtigsten Kunden von Balda. Mit einem Schlag habe sich das Blatt jedoch gewendet. Die Vorstellung des neuen iPhone von Apple Computer habe die Börse in Verzückung gebracht: Die Touch-Screens, einer der Clous des iPhones, sollten von Balda kommen.

Apple Computer-Chef Steve Jobs sei ein Freund klarer Ansagen: "Wir werden das Telefon neu erfinden" habe seine Devise bei der Vorstellung des neuen iPhones gelautet. Dass man Jobs ernst nehmen müsse, zeige der Erfolg des iPods. Nicht jedermann habe dies für möglich gehalten. Der Markt nehme jedoch die Absichten von Apple Computer durchaus ernst: Während die Apple Computer-Aktie ein neues Rekordhoch verzeichnet habe, seien die Aktien anderer Handy-Hersteller unter Druck geraten. Dabei seien so gut wie alle Features, die der "Tausendsasse" iPhone verspreche, schon jetzt in der neuen Multimedia-Handy-Generation von Nokia, Motorola & Co. enthalten: Musik, Video, Internet, E-Mail, persönliche Organisation, natürlich auch telefonieren. Das Besondere des iPhones sei jedoch das Design und die Bedienung, denn es habe als erstes Handy einen Touch-Screen anstelle einer Tastatur.

Da Design und Bedienerfreundlichkeit sich gut verkaufen lassen würden, stünden die Chancen gut, dass das iPhone ein Erfolg werde. Schon jetzt würden die großen Mobilfunkgesellschaften um Apples neuestes Produkt buhlen. Dabei sei das iPhone mit einem Verkaufspreis von 499 USD ein Gerät der Oberklasse, das die Mobilfunkkunden im Gegensatz zu Einsteiger-Geräten wohl nicht für 1 Euro plus Vertrag erhalten würden. Apple Computer rechne daher mit "nur" zehn Millionen verkauften Exemplaren 2008, was einem Marktanteil von 1 Prozent entspräche.

Für den Hersteller der Touch-Screens, die Balda AG, wären 10 Mio. Geräte dagegen ein riesiger Auftrag, der den weitaus größten Teil des Gesamtumsatzes im neuen Balda-Geschäftsbereich Tochscreen-Lösungen ausmachen würde. 2006 sei ein Umsatz von 300 bis 350 Mio. Euro für 2007 angekündigt worden. Möglich geworden sei diese Expansion durch den Einstieg bei der chinesischen TPK-Holding im letzten Jahr. Aber auch längerfristig könnte der Apple Computer-Auftrag positive Auswirkungen für Balda haben. So wäre es nicht das erste Mal, dass Mitbewerber nachziehen und ebenfalls Handys mit Touchscreen auf den Markt brächten. Balda als Zulieferer der ersten Stunde hätte dann gute Chancen, weitere Aufträge in diesem Bereich zu erhalten.

Doch damit nicht genug: Aus der Presse habe der Balda-Vorstand erfahren müssen, dass der US-Investor Guy Wyser-Pratte einen Anteil von 5,39 Prozent erworben habe. Dass man mit solchen relativ kleinen Aktienpaketen auch ganz gut Druck ausüben könne, habe unter anderem die Führungsriege von IWKA erfahren müssen, wo Wyser-Pratte die Fäden im Hintergrund ziehe. Seine Vorgehensweise gleiche sich: Ein Unternehmen, das wie Balda aus mehreren Geschäftsbereichen bestehe, werde in seine Einzelteile zerlegt und getrennt verwertet. Dem "Handelsblatt" habe Wyser-Pratte gesagt, Balda sei ein gutes Unternehmen, das ein "bisschen umgesteuert" werden müsse. Nicht umsonst habe Balda-Vorstand Gut umgehend angekündigt, sich mit dem US-Investor zu einem Gespräch treffen zu wollen. Was auch immer man von einem solchen Vorgehen halten möge, bislang sei es zumeist profitabel gewesen. Bei IWKA sei Wyser-Pratte 2003 mit 10 Euro eingestiegen, heute stehe die Aktie bei 19 Euro.

Die Balda-Aktie ist wieder interessant, wenngleich sie nur für risikofreudige Anleger geeignet ist, so die Experten von "DaxVestor". Dabei sollte sie nur als spekulative Depotbeimischung angesehen werden. (17.01.2007/ac/a/nw)



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