|
Analysen - Neuer Markt
|
05.11.2001
Intershop halten
LB Baden-Württemberg
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Mirko Meier, Analyst LB Baden-Württemberg (LBBW), bewertet die Intershop-Aktie (WKN 622700) mit "halten".
Die Intershop Communications AG sei einer der führenden Anbieter von eCommerce-Software. Das Produktportfolio umfasse auf Basis der Software Enfinity mittlerweile komplette B2C-, B2B-, Marktplatz- und Supplierlösungen.
Die erzielten Umsatzerlöse hätten mit 14,7 Mio. Euro (-58%) deutlich unter und der von Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 18,6 Mio. Euro geprägte operative Verlust mit minus 45,8 Mio. Euro weit über den Erwartungen zum dritten Quartal 2001 gelegen. Insbesondere die Lizenzerlöse seien um knapp 86% auf 2,8 Mio. Euro eingebrochen, was sich auf die Rohertragsmarge durch einen deutlichen Rückgang um 15%-Punkte auf 32% negativ ausgewirkt habe. Positiv fielen hingegen die ersten Erfolge des im ersten Quartal 2001 gestarteten Kostensenkungsprogramms auf. Im Vergleich zum Vorquartal seien die um Restrukturierungsaufwendungen bereinigten operativen Aufwendungen des dritten Quartals rückläufig und der Barmittelverbrauch sei nahezu halbiert worden. Die Anzahl der Mitarbeiter zum 30.09. sei um 179 auf 922 reduziert worden, der weitere Abbau zum 31.10. auf 768 verdeutliche jedoch eher die vollzogenen Einschnitte.
Von dem Ziel, 80 Mio. Euro Umsatzerlöse im Gesamtjahr 2001 zu erreichen, habe sich Intershop verabschiedet. Im laufenden letzten Quartal 2001 sollten die erzielbaren Umsatzerlöse zwar höher und die operativen Kosten niedriger als im dritten Quartal, der Break Even jedoch nicht möglich sein. Für das kommende Jahr rechne das Unternehmen trotz einer aggressiveren Partnerstrategie und neuen Softwareprodukten nicht mit einer Umsatzsteigerung gegenüber 2001. Angesichts der zumindest im ersten Halbjahr 2002 anhaltend schwachen IT-Nachfrage dürfte damit trotz weiterer positiver Effekte aus den Kostensenkungsaktivitäten der Break Even auf EBITDA-Basis erst im letzten Quartal 2002 in greifbare Nähe rücken. Die liquiden Mittel in Höhe von rd. 45 Mio. Euro dürften in den kommenden Quartalen somit weiter abnehmen. Intershop verfüge zwar über eine technologisch führende Software, einhergehend mit jedem weiteren negativen Quartal steige jedoch die Gefahr des Vertrauensverlustes der Kunden in die Überlebensfähigkeit des Unternehmens.
Von einer Erholung der IT-Nachfrage nach eBusiness-Lösungen dürfte Intershop angesichts der ersten Verkaufserfolge der neuen Branchenlösungen deutlich profitieren. Aufgrund der in den kommenden Quartalen abermals erwarteten roten Zahlen habe man die Gewinnprognosen für 2001 auf minus 1,39 Euro (alt: -0,96 Euro) und 2002 auf minus 0,41 Euro (-0,19 Euro) reduziert.
Ihre Einstufung der Intershop-Aktie mit "halten" behalten die Experten der LBBW bei.
|