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Analysen - Neuer Markt
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08.11.2001
Intershop reduzieren
Bankgesellschaft Berlin
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten der Bankgesellschaft Berlin belassen die Aktie der Intershop AG (WKN 622700) auf "reduzieren".
Seitens des Unternehmens sei betont worden, dass die vorhandenen liquiden Mittel ausreichen würden, ein positives EBITDA und damit verbunden einen positiven Cash-flow zu erreichen. Das Erreichen eines positiven EBITDA’s innerhalb des ersten Halbjahres sähen die Analysten hingegen als sehr ambitioniertes Ziel an. Sie würden davon ausgehen, dass dies allenfalls im 4. Quartal des nächsten Geschäftsjahres möglich sein könnte.
Daher erwarte man, dass sich der Bestand an liquiden Mitteln weiter verringern werde. Man gehe davon aus, dass Intershop im Laufe des nächsten Jahres versuchen werde, einen Teil seiner Wandelanleihe zu platzieren um damit einen eventuellen Liquiditätsbedarf zu decken. Wie bereits in der Vergangenheit so sei den Analysten auch bei dem letzten Gespräch mitgeteilt worden, dass es bereits Interessenten für solch eine Anleihe geben würde, ohne dies jedoch zu konkretisieren.
Der Wechsel vom reinen Plattformanbieter hin zu einem Lösungsanbieter erscheine vor den Hintergrund einer höheren Marge durchaus nachvollziehbar. Das Marktumfeld sehe man derzeitig aber als extrem schwierig an. Intershop sei damit als konjunkturabhängig einzustufen. Die Konzentration auf den indirekten Vertrieb sei vor dem Hintergrund einer Reduzierung von Kosten (kein eigenes Vertriebsnetz, breitere Kundenbasis) für die Analysten nachvollziehbar.
Anderseits sei Intershop damit abhängig von den Vertriebsaktivitäten seiner Partner, zu denen alle großen Beratungsunternehmen zählen würden. Da diese nicht nur die Software von Intershop, sondern auch die der Konkurrenten vertreiben würden, sei auf der einen Seite der Preis, und auf der anderen Seite der Markenname ein Entscheidungskriterium.
Die Analysten der Bankgesellschaft Berlin sehen das Risiko, dass mit jedem negativen Quartal ein Vertrauensverlust auch bei den Kunden wachsen könnte. Positive Impulse für den weiteren Kursverlauf sehe man dann als gegeben, wenn Intershop innerhalb des ersten Halbjahres ein positives EBITDA erreiche. Auf Basis des DCF-Modells, bei dem man einen Kapitalkostensatz von 14% und eine ewige Wachstumsrate von 6% unterstellt habe, errechne sich derzeit ein fairer Wert je Aktie von 1,07 Euro. Unter Berücksichtigung einer Sensitivitätsanalyse der Kapitalkosten und der unterstellten ewigen Wachstumsrate um jeweils 0,50% ergebe sich damit eine Kursspanne zwischen 0,80 und 1,41 Euro.
Die Analysten der Bankgesellschaft Berlin belassen ihre Anlageempfehlung (zuletzt geändert am 31.Oktober) für die Aktie Intershop unverändert auf "reduzieren".
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